Kommentar zum VfB Stuttgart

Abschied vom Konzept

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Die Städte Stuttgart und Sinsheim trennt eine Luftlinie von rund 60 Kilometern. Die Fußball-Standorte in den beiden Städten sind sich in den letzten Monaten auf bedrohliche Art und Weise noch näher gekommen: Die TSG Hoffenheim als Schlusslicht und der VfB Stuttgart als Drittletzter stehen beide aktuell an der Schwelle zur Zweitklassigkeit.

Die Städte Stuttgart und Sinsheim trennt eine Luftlinie von rund 60 Kilometern. Die Fußball-Standorte in den beiden Städten sind sich in den letzten Monaten auf bedrohliche Art und Weise noch näher gekommen: Die TSG Hoffenheim als Schlusslicht und der VfB Stuttgart als Drittletzter stehen beide aktuell an der Schwelle zur Zweitklassigkeit.

Und es gibt noch weitere Parallelen zwischen beiden Vereinen, die eigentlich mit modernem Konzeptfußball und jungen, selbstbewussten Trainern die Bundesliga aufmischen wollten, aber derzeit noch nicht einmal in der Lage sind, fußballerisch so limitierte Mannschaften wie jene aus Darmstadt oder Ingolstadt hinter sich zu lassen.

In Hoffenheim hatten sie schon die Reißleine gezogen und in höchster Not Markus Gisdol durch den alten Haudegen Huub Stevens ersetzt. Ausgerechnet jener niederländische „Feuerwehrmann“, der in der abgelaufenen Saison den VfB Stuttgart bereits zum zweiten Mal vor dem Abstieg rettete, als er die Nachfolge des erfolglosen Trainer-Novizen Thomas Schneider antrat.

Gestern nun konnte Alexander Zorniger in Stuttgart seinen Laptop zuklappen, weil auch er beim VfB mit seiner Vorstellung vom Fußball – offensives Denken und mutiges Verteidigen – kläglich gescheitert ist. Wer auch immer seine Nachfolge antreten wird: Der neue Cheftrainer der Schwaben wird zunächst einmal den Abstiegskampf ausrufen – was der als dickköpfig geltende Zorniger übrigens nie gemacht hat – und mit den altbekannten Fußball-Tugenden („hinten muss die Null stehen“) versuchen, die notwendigen Punkte für das Erreichen des Klassenziels zu holen.

In Hoffenheim haben sie aber schon jetzt einen Schritt weiter gedacht. Wenn Huub Stevens, der „Red Adair“ des deutschen Fußballs, nämlich seine Pflicht erfüllt und die Liga gehalten hat, muss er im Sommer des nächsten Jahres dem erst 28 Jahre alten Julian Nagelsmann weichen, der im Moment noch die U 19-Junioren der TSG trainiert. Ein schlüssiges Konzept sieht anders aus.

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