Nach Truppenabzug

Afghanistan: Taliban wollen von Deutschland finanzielle Unterstützung für das Land

  • Sandra Kathe
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Neben offiziellen diplomatischen Beziehungen fordern die neuen Machthaber Afghanistans von Deutschland und anderen westlichen Ländern auch humanitäre Hilfen.

Kabul - Nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan* haben die radikal-islamistischen Taliban* angekündigt, offizielle diplomatische Beziehungen zu Deutschland und anderen westlichen Ländern aufbauen zu wollen. Davon verspreche sich die militante Gruppierung auch finanzielle und humanitäre Hilfen für das Land. Darüber berichtet die Welt am Sonntag nach einem Gespräch mit Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid. Auch Kooperationen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft wünschen sich die Islamisten.

Dass Deutschland mit den Taliban zusammenarbeiten muss, ist auch Vertreter:innen der eilig ins katarische Doha verlegten Botschaft sowie des Außenministeriums klar. Denn nur eine Kooperation mit den neuen Machthabern im Land kann erreichen, dass weitere deutsche Staatsbürger:innen, Unterstützer:innen der Bundeswehr sowie Menschen, deren Leben in Afghanistan in Gefahr ist*, etwa weil sie dort für Menschen- und Frauenrechte kämpften, das Land sicher verlassen können. Deutschlands Außenminister Heiko Maas hatte angekündigt, dass man langfristig darauf abziele, wieder eine Botschaft in Afghanistan aufzubauen. Das bedeute jedoch keine Anerkennung einer Taliban-Regierung.

Im Gespräch mit einer deutschen Zeitung forderte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid von Deutschland finanzielle Hilfen. (Archivfoto)

Forderungen der Taliban in Afghanistan: EU-Staaten stellen wichtige Bedingungen

Die Außenminister der EU-Staaten hatten sich am Freitag auf Bedingungen für eine beschränkte Zusammenarbeit mit den militant-islamistischen Taliban in Afghanistan verständigt. Demnach sollen die Taliban eine Regierung bilden, die möglichst viele Bevölkerungsteile abbildet und unkomplizierte Hilfslieferungen ermöglicht. Zudem sind sie aufgefordert, die Einhaltung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit zu gewähren, schutzbedürftigen Menschen die Ausreise zu garantieren und dafür zu sorgen, dass Afghanistan nicht wieder zu einer Basis für international operierende Terrorgruppen wird. Auch die USA* schließen unter ähnlichen Bedingungen eine weitere Zusammenarbeit mit den Taliban nicht aus.

Die Deutschen seien in Afghanistan immer willkommen gewesen, sagte Mudschahid der Welt am Sonntag. Schon zu Zeiten des Königreichs vor etwa hundert Jahren hätten die Deutschen in Afghanistan viel Gutes bewirkt. „Leider haben sie sich dann den Amerikanern angeschlossen. Aber das ist jetzt vergeben“, sagte Mudschahid. (ska/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Hoshang Hashimi/AFP

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