Armin Laschet verlässt die Bühne nach einem Statement
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Nach der Bundestagswahl 2021 will Armin Laschet eine Erneuerung der CDU einleiten. (Archivfoto)

Zukunft der Partei

Armin Laschet sendet E-Mail an CDU-Mitglieder – einem „platzt der Kragen“

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Bei einem personellen Neustart der CDU will Armin Laschet nur Moderator spielen. Eine E-Mail an Partei-Mitglieder sorgt bei einem Politiker für Kopfschütteln.

Kassel/Berlin – Nach dem desaströsen Ergebnis bei der Bundestagswahl 2021* wollen die Spitzengremien der CDU am Montag (11.10.2021) über die Zukunft der Partei beraten. Dabei soll es vor allem um eine sowohl inhaltliche als auch personelle Neuaufstellung gehen.

Am Samstag hatte der Parteivorsitzende und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet allen Mitgliedern der CDU eine E-Mail geschickt. Diese soll Focus Online vorliegen. Offenbar will der Bundesvorsitzende die Hoffnung auf ein Jamaika-Bündnis nicht aufgeben. In der E-Mail hieß es demnach: „Hinter uns liegen Tage intensiver Beratungen. FDP und Grüne* haben entschieden, mit der SPD Gespräche über die Bildung einer neuen Bundesregierung* zu führen. Wir, die CDU Deutschlands, schlagen keine Tür zu.“

Armin Laschet will Hoffnung auf Jamaika-Bündnis nicht aufgeben

Weiter lautete es: „Unser Angebot als CDU Deutschlands steht – bis zur letzten Sekunde der Regierungsbildung. Wir werden die Alternative zur roten Stillstand-Ampel sein [...].“ Einen CDU-Politiker hat diese E-Mail offenbar zutiefst verärgert. „Mir ist beim Lesen wirklich der Kragen geplatzt“, hieß es von Peter Mair in einem Tweet, der nicht mehr öffentlich einsehbar ist. Mair ist Mitglied der CDU in Berlin und war bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus Ende September angetreten.

„Nein. Die große CDU, Partei von Adenauer, Kohl und Merkel wartet nicht wie ein Hündchen vor der Tür, ob doch noch etwas abfällt. Wer sind wir denn?“, fügte er hinzu. Gleichzeitig sei es „schlechter Stil“, bereits jetzt über die „‚Stillstands-Ampel‘ zu schimpfen“. Als „Patrioten“ müsse man der nächsten Bundesregierung alles Gute wünschen. „CDU/CSU sind ab sofort für faire, aber vor allem harte Oppositionsarbeit zuständig.“

Armin Laschet verärgert CDU-Mitglied mit E-Mail: „Hat er nichts gelernt?“

In der E-Mail von Armin Laschet hieß es zudem: „Wir wollen diesmal einen anderen Weg gehen, einen Weg des Konsenses.“ Den Prozess werde Laschet selbst „moderieren“. Hierzu wolle er „bereits in den kommenden Wochen mit den Landesvorsitzenden der Partei beraten“. Ziel sei es, herauszufinden, wie die Parteibasis diesen Prozess gestalten möchte.

Auch dieser Teil der Nachricht des Parteichefs kam bei Peter Mair alles andere als gut an. „Wer soll dieser Konsenskandidat sein? Jens-Friedrich Röttgen?“, lautet es, wohl in Bezug auf Jens Spahn, Friedrich Merz und Norbert Röttgen, die als mögliche Nachfolger Laschets gehandelt werden. „Und darüber redet Laschet wieder nur mit den Bossen? Hat er gar nichts gelernt? Ich bin kein Fan von Mitgliederentscheiden, aber es geht wohl nur so.“

Armin Laschet: CDU will über Neuaufstellung der Partei beraten

Peter Mair war für die CDU bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin angetreten, die zeitgleich zur Bundestagswahl am 26. September stattfand. Im Wahlbezirk Tempelhof-Schöneberg 2 wurde er mit 11,6 Prozent allerdings nur Vierter.

Das Präsidium der CDU kommt am Montagmorgen in Berlin zu Beratungen über die personelle und inhaltliche Neuaufstellung der Partei nach der Wahlniederlage zusammen. Parteichef und Kanzlerkandidat Armin Laschet* hatte angekündigt, seine Vorstellungen für einen Sonderparteitag der CDU zu erläutern, der die Erneuerung der Partei einleiten soll. Laschet strebt dabei eine einvernehmliche Lösung ohne Personalstreitigkeiten an. (lrg/dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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