EU-Kommission zu Rohstoffstrategie
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EU-Kommissar Thierry Breton verkündet das Ende der Zusammenarbeit mit Astrazeneca.

Corona-Impfung

Astrazeneca: EU wird Vertrag mit Corona-Impfstoffhersteller nicht verlängern

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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Die Europäische Union streitet sich vor Gericht mit dem Impfstoffhersteller Astrazeneca. Über den bisherigen Vertrag hat man bei der EU auch kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit.

Brüssel - Die Europäische Union (EU) wird den Vertrag mit Astrazeneca* über den Juni hinaus nicht verlängern. Das teilte der für den EU-Binnenmarkt zuständige Kommissar Thierry Breton mit. Demnach wird die EU ab Juni keine Lieferungen des Corona-Vakzins* mehr erhalten. Zuerst darüber berichtet hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die EU-Kommission hatte in der Corona-Krise* im August 2020 300 Millionen Dosen von Astrazeneca bestellt. Allerdings hatte es in der Vergangenheit massive Lieferverzögerungen gegeben. Der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns war zudem in den vergangenen Wochen wegen seltener schwerer Nebenwirkungen in die Schlagzeilen geraten. Eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen ließ die EU daher ungenutzt verstreichen.

EU wird Vertrag mit Astrazeneca nicht verlängern

Die EU und Astrazeneca befinden sich aktuell in einem laufenden Rechtsstreit wegen Lieferverzögerungen des Vakzins. Aus Sicht von Brüssel verstieß das Unternehmen gegen den EU-Rahmenvertrag. Astrazeneca rechtfertigte sich und wies die Anschuldigungen zurück. Das Verfahren wird derzeit vor einem Gericht in Belgien verhandelt.

Stattdessen hat sich die EU bis zu 1,8 Milliarden weitere Biontech-Impfdosen gesichert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verkündete die Vertragsunterzeichnung am Samstag, 08.05.2021, am Rande des EU-Sozialgipfels in Portugal. Nach Angaben von der Leyens wurde mit dem Mainzer Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Vereinbarung über 900 Millionen Impfdosen erzielt, außerdem wurden Optionen auf 900 Millionen weitere Impfdosen für die Jahre 2021 bis 2023 vereinbart.

EU schließt Vertrag mit Biontech/Pfizer

Die EU will sich damit für Auffrischungsimpfungen und gegen mögliche künftige Mutationen des Virus rüsten. Zugelassen sind bislang neben dem Vakzin von Biontech und Pfizer die Corona-Impfstoffe von Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Bei Curevac, Sputnik V und Sanofi-GSK steht eine Zulassung noch aus.

(Daniel Dillmann mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA

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