Bitterer Beigeschmack

  • VonKatja Sturm
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Den deutschen Volleyballerinnen ist in Ankara kein großes Glück beschieden. Das liegt auch am Modus des Turniers.

Man kennt es, das Rumgeschiebe eines Balles, wenn es für beide Mannschaften um nichts mehr geht. Und wer in Ankara die Auftritte der Türkinnen gegen Deutschland und die Niederlande miteinander verglichen hat, dem konnte schon der Verdacht kommen, dass es da jemand nicht mehr ganz ernst nahm mit dem Volleyballspiel.

Schuld daran, dass es so weit kommen konnte, hatte nicht zuletzt der seltsame Modus des Turniers. Denn statt dass jedes Team pro Tag einmal ans Netz musste, wurden die Gruppenduelle der jeweils vier Nationen auf vier Tage verteilt. So spielten die Deutschen an drei Tagen hintereinander und waren – auch körperlich – fertig, als die Niederlande nach einem Tag Pause erst eine Partie hinter sich hatte. Das eröffnet Möglichkeiten zum Taktieren, die man durch eine bessere Planung hätte vermeiden können.

Dass die deutschen Frauen anderenfalls sicher ins Halbfinale eingezogen wären und damit die Chance auf ein Olympiaticket gewahrt hätten, steht allerdings nicht fest. Der nur knappe Sieg über die Niederlande hatte sie trotz starker Auftritte einen wichtigen Punkt gekostet, und eine Niederlage der Türkinnen gegen das Team von Giovanni Guidetti wäre auch unter anderen Umständen angesichts der engen Leistungsverhältnisse in Europa nicht auszuschließen gewesen.

Zudem muss man seitens des DVV mit Kritik vorsichtig sein. Die Spielabfolge bei den Olympia-Qualifikationen ist zwar im Zeichen des Fairplay kaum nachvollziehbar. Dass aber gleichzeitig in Berlin Bundestrainer Vital Heynen plant, seine besten Männer im letzten Gruppenspiel zu schonen, könnte, auch wenn es an den beiden Halbfinalisten nichts mehr ändert, zumindest bei deren Gegnern dort ebenfalls für einen bitteren Beigeschmack sorgen.

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