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Der britische Premierminister möchte zum Brexit den Big Ben läuten lassen. (Archivbild)

Wahrzeichen wird seit 2017 restauriert

Brexit: Boris Johnson lässt Big Ben-Läuten zum EU-Austritt prüfen - die Kosten sind immens

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Der Brexit Ende Januar rückt immer näher. Premierminister Johnson will zum EU-Austritt den Big Ben läuten lassen. Dieses Vorhaben birgt aber exorbitante Kosten.

  • Am 31.Januar soll Großbritannien aus der EU austreten.
  • Premierminister Boris Johnson will, dass zum Brexit der Big Ben läutet.
  • Der Glockenschlag ist jedoch mit immensen Kosten verbunden.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Brexit lesen Sie in unserem News-Ticker. 

London - Eine halbe Million Pfund will Großbritanniens Premierminister Boris Johnson investieren, um den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs am 31. Januar auch gebührend akustisch zu untermalen. Denn wenn es nach ihm geht, soll die Glocke Big Ben den Brexit einläuten.

Derzeit werde geprüft, ob die 500.000 Pfund (582.000 Euro) für das Glockenläuten aus öffentlichen Geldern finanziert werden können, sagte Johnson dem Fernsehsender BBC am Dienstag. Doch Big Ben wird seit 2017 restauriert, was die Pläne des britischen Premierministers verkomplizieren könnte. 

Brexit: Big Ben-Läuten sprengt ursprüngliche Kostenschätzung

Ursprünglich lag die Kostenschätzung des Parlaments für einen Sondergong anlässlich des Brexits* bei 140.000 Euro. Die deutlich höhere neue Summe ergebe sich, weil ein Boden eingezogen werden müsste, um die Glocke zu läuten, teilte die zuständige Kommission am Montag mit. 

„Weil Big Ben renoviert wird, scheinen sie den Klöppel weggenommen zu haben, also müssen wir den Klöppel wieder einsetzen, um Big Ben in der Brexit-Nacht zu schlagen“, erläuterte Johnson* die Sachlage. Er wolle alles versuchen, damit die Briten, die den EU-Austritt feiern wollten, dieses zum Glockenklang von Big Ben tun können. 

Brexit: Britisches Unterhaus hält Big Ben-Läuten für zu teuer

Das britische Unterhaus lehnte die exorbitanten Kosten bereits als zu hoch und nicht begründbar ab, berichtet web.de. Dieses Geld sei an anderen Stellen nötiger und sinnvoller investiert, hieß es. Der Labour*-Abgeordnete David Lammy kritisierte das geplante „Big Ben“-Läuten bei Twitter als „Chauvinismus“ und betonte die immensen Kosten, die der Brexit* bereits verursacht hat. 

Doch Johnson setzt auf die Großzügigkeit und Spendenfreude der Brexit-Befürworter: Er schlägt eine Crowdfunding-Kampagne vor, um das Läuten des berühmten Londoner Wahrzeichens am Tag des Brexit* zu ermöglichen, berichtet die britische Nachrichtenseite dailymail.co.uk. Der Tory-Abgeordnete Mark Francois verkündete via Twitter sogar, er werde Big Ben eigenhändig läuten, wenn es sein müsse. 

Brexit: Tory-Abgeordneter Francois schreibt, er werde Big Ben selbst läuten

Später legte er mit einem zweiten Tweet nach: „Bill Cash und ich trainieren drei Stunden täglich an der Basildon Sports Village Climbing Wall dafür. Big Ben wird läuten“, schrieb er in dem sozialen Netzwerk. 

Die 160 Jahre alte Glocke ertönt mit Ausnahme von Silvester und dem Remembrance Day am 11. November während der auf vier Jahre angelegten Restaurierung eigentlich nicht. Brexit-Befürworter haben jedoch immer wieder ein Läuten von Big Ben zum offiziellen EU-Austritt verlangt. 

Lesen Sie auch, wie Großbritannien den Austritt aus der EU* besiegelte und welchen Zeitplandie Johnson-Regierung beim Brexit einhalten möchte*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital-Redaktionsnetzwerks.

afp, cia

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