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Corona-Lockerungen: Wir müssen den Ritt auf der Rasierklinge wagen

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Von: Christiane Warnecke

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Neue Einschränkungen können aber schneller nötig werden, als uns lieb ist

Die Corona-Infektionszahlen steigen stärker als je zuvor. Dennoch wirft Deutschland von 20. März an fast alle Schutzmaßnahmen über Bord. Das gleicht einem Ritt auf der Rasierklinge. Doch wir müssen ihn jetzt wagen.

Corona wird uns weiter begleiten - darin sind sich viele Experten einig. Wir müssen also lernen, mit diesem neuen Lebensrisiko umzugehen. Das kann kaum dauerhaft über staatlich verordnete Schutzmaßnahmen funktionieren. Trotz hoher Infektionszahlen sind die Kliniken längst nicht mehr überfüllt, und es stehen genug freie Intensivbetten zur Verfügung. Damit entfällt die Rechtfertigung für harte Grundrechtseingriffe.

Es obliegt jetzt wieder stärker jedem Einzelnen, die Verantwortung für seinen Lebenswandel zu übernehmen - wie das auch für viele andere Krankheiten gilt. Covid-19 - auch die milder verlaufende Omikron-Variante - ist noch immer eine gefährliche Erkrankung, die tödlich enden kann. Wer eher zur Vorsicht neigt, oder durch Vorerkrankungen stärker gefährdet ist, muss ja nicht täglich ein Konzert oder Restaurant besuchen. Und es steht weiter jedem frei, auch dort, wo es nicht mehr vorgeschrieben ist, eine Maske zu tragen. Ebenso haben Ungeimpfte weiterhin die Möglichkeit, ihre Risiko-/Nutzen-Abwägung zu überdenken. Denn früher oder später wird wohl jeder mit dem Virus in Kontakt kommen.

Sollte die Versorgungslage in den Kliniken aber doch wieder an ihre Grenzen stoßen, ist es gut, dass die Bundesländer weiterhin regional einschreiten können. Das kann schneller nötig werden, als uns lieb ist.

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