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Virologe Alexander Kekulé: „Man muss ganz offen kommunizieren, was die Strategie danach sein könnte.“

Phasen der Pandemie

Markus Lanz: Corona-Experte erklärt Ausweg aus dem Shutdown - „Das Szenario will ich nicht erleben“ 

Die Infektionskurve abflachen - und gleich zurück in die Normalität? Ein Virologe erklärte bei ZDF-Talker Markus Lanz, wie eine nächste Phase im Kampf gegen Corona aussehen könnte.

München - Gerade einmal ein paar Tage Shutdown in Deutschland  - und schon gibt es Stimmen aus der Wirtschaft, dass die Bundesregierung sich mit einer Exit-Strategie befassen sollte. Auch FDP-Chef Lindner drückt aufs Gas und macht sich ebenfalls für eine Strategie zum Ende der Maßnahmen* gegen die weitere Ausbreitung von Corona stark. Die FDP frage sich jeden Tag, wie lang die Maßnahmen noch nötig seien, so Lindner gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Corona-Thema bei Lanz: „Kommunizieren, was die Strategie danach sein könnte“

Der Shutdown* also ein Schrecken ohne Ende? „Das ist eine Strangulation, die man nicht beliebig lang durchhalten kann“, pflichtete Virologe Alexander Kekulé am Donnerstagabend im ZDF bei Markus Lanz bei. Und man müsse deshalb „ganz offen kommunizieren, was die Strategie danach sein könnte“.

In einer Pandemie gebe es typische Phasen, erläuterte Kekulé: „Es gab eine Phase, die hatten wir am Anfang hier in Deutschland, da konnte man das ganz gut kontrollieren. Da haben wir gezeigt, wie toll unser Gesundheitssystem ist“. Man habe versucht, mit dem Aufkommen der ersten Infektionen beim Autozulieferer Webasto die kleineren Infektionsherde auszutreten.

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Virologe bei Markus Lanz: „Das Szenario will ich nicht wirklich erleben“

Das funktioniere aber leider nur bis zu einem gewissen Grad. Jetzt sei die Pandemie in einer exponentiellen Phase: „Und da hilft nur noch eine ganz radikale Maßnahme, wie wir sie jetzt ergreifen - dieser totale Shutdown.“

Aber wie kommt man aus dem Shutdown wieder heraus? „Da müssen wir uns überlegen: wie leben wir dann weiter und was machen wir dann damit das Virus nicht wieder kommt“, gab Kekulé zu bedenken. „Das wird beendet entweder wie die Kanzlerin gesagt hat, wenn 70 Prozent der Bevölkerung infiziert sind. Das Szenario will ich eigentlich nicht wirklich erleben.“ 

Corona und der Shutdown: „Deutlicher Effekt“ wird eintreten

Wenn es stattdessen gelinge, mit dem Shutdown die Pandemie wieder in die erste Phase zurückzudrängen, dann sind laut Kekulé drei Punkte wichtig: Erstens: Die Alten schützen - mit besonderen Schutzmasken. Zweitens: Bei der sozialen Interaktion die Krankheit weiter eindämmen - „dazu brauchen wir die normalen Gesichtsmasken“, so der Virologe. Drittens: Wenn wir das so machen, wenn wir es im Griff haben, dann  können wir anders als jetzt die Schulen wieder aufmachen“. Er sei übrigens „sehr optimistisch, dass durch den Shutdown ein „deutlicher Effekt“ eintrete.

Wichtig sei zudem, dass Deutschland seine

Testkapazitäten auf das Coronavirus massiv verstärke

. Die großen Labore hätten derzeit „rund 20 Prozent Luft“. Zudem gelte es die Tests fertig zu entwickeln, die zu Hause angewandt werden können. Diese könnten „in zwei, drei Monaten funktionieren“. Vor aber müsse Deutschland wieder in eine Phase zurückkommen,  „in der wir uns eine neue Strategie überlegen“, so der Virologe. 

Am 30. April stehen weitere Beratungen von Bund und Ländern mit Kanzlerin Merkel über Corona-Lockerungen an.*

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mb

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