Corona-Pandemie

Corona-Krise in Deutschland: Teil-Lockdown wird bis zum 10. Januar verlängert 

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  • Matthis Pechtold
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Das Coronavirus hat Deutschland nach wie vor im Griff. Angesichts anhaltend hoher Corona-Zahlen wird der Teil-Lockdown bis zum 10. Januar verlängert.

  • Bund und Länder: Teil-Lockdown wird bis in den Januar verlängert.
  • Merkel: Deutschland in der Corona-Pandemie noch „sehr weit entfernt“ von Zielwerten.
  • Markus Söder hält weitere Verschärfung von Anti-Corona-Kurs für denkbar.

Update vom Donnerstag, 03.12.2020, 08.00 Uhr: „Nur schwer vorstellbar“ findet der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, die Aussicht auf einen mehrmonatigen Teil-Lockdown Anfang 2021. Das sagte Landsberg gegenüber der Funke Mediengruppe, wie die Presseagentur epd berichtet. Die beschlossene Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis zum 10. Januar kommenden Jahres könne er grundsätzlich nachvollziehen. Sie sei hart, aber unvermeidbar.

Für eine Verlängerung des Teil-Lockdowns eingesetzt hatten sich in der gestrigen (02.12.2020) Beratung nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus Teilnehmendenkreisen vor allem Bundeskanzlerin Merkel sowie der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CDU). Laut Teilnehmenden der Videokonferenz von Bund und Ländern habe Laschet gesagt, damit werde für „Klarheit“ gesorgt.

Teil-Lockdown wird verlängert: Merkel und Söder nennen Details 

+++ 20.50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine mögliche weitere Verschärfung des Teil-Lockdowns angedeutet. Man werde in den kommenden Wochen überlegen müssen, ob die bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern reichen, sagte Söder nach einer Videoschalte der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. „Die Frage ist, ob wir das Land die ganze Zeit in dieser Art von Halbschlaf halten können - oder ob wir nicht irgendwann noch mal überlegen müssen, an einigen Stellen sehr deutlich und konsequent tiefer heranzugehen“, sagte er.

Kanzlerin Angela Merkel hat sich zur Verlängerung des Teil-Lockdowns geäußert.

„Die Zeit ist nicht da, wo die Maßnahmen jetzt bewertet werden müssen“, sagte Söder. „Aber mein Gefühl ist, und viele Bürgerinnen und Bürger fragen mich auch, dass wir uns da nicht scheuen dürfen, am Ende auch sehr konsequent zu sein - und vielleicht einmal kürzer konsequenter als länger halbkonsequent.“ Vor dieser Frage werde man im Zweifelsfall noch stehen, sagte Söder.

+++ 20.15 Uhr: Jetzt steht fest, dass der Teil-Lockdown mit geschlossenen Restaurants, Museen, Theatern und Freizeiteinrichtungen bis zum 10. Januar verlängert wird. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen am Mittwoch beschlossen, wie die CDU-Politikerin im Anschluss mitteilte. „Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist“, sagte Merkel.

Deutschland sei in der Corona-Pandemie noch „sehr weit entfernt“ von Zielwerten, so Merkel. Man habe eine sehr hohe Zahl von Todesopfern zu beklagen, dies zeige, welche Verantwortung Bund und Länder hätten. Erreicht werden solle ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, bekräftigte Merkel.

Update vom Mittwoch, 02.12.2020, 15.50 Uhr: Bund und Länder planen offenbar, dass die Schließung der Gastronomie und der Hotels bis zum 10. Januar 2021 andauern soll. Das planen die Ministerpräsident:innen und Kanzlerin Angela Merkel laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Reuters“.

Bislang galt der „Teil-Lockdown“ lediglich bis zum 20. Dezember 2020. Bund und Länder haben den Bericht bislang nicht kommentiert.

Gastronomie und Hotels sollen offenbar bis zum 10. Januar 2020 geschlossen bleiben. (Symbolfoto)

Bevor der Bericht bekannt wurde, hatte der Deutsche Städte- und Gemeindebund der Bundesregierung eine Wiedereröffnung der Gastronomie im Januar 2021 mit einer Sperrstunde am Abend vorgeschlagen. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der „Rheinischen Post“: „Die Schließung von Gaststätten und Hotels über das Jahresende hinaus werden wir schon allein aus wirtschaftlichen Gründen nur schwer durchhalten können. Das wird für den Staat einfach zu teuer.“

+++ 15:35 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet damit, dass zum Jahreswechsel mit ersten Corona-Impfungen begonnen werden kann. Erste Priorität hätten Ältere, Personen mit Vorerkrankungen, Beschäftigte in der Pflege und in Krankenhäusern sowie Menschen, die die öffentliche Ordnung aufrechterhalten, sagte Spahn am Dienstag in Düsseldorf nach einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts, an der Spahn teilgenommen hatte.

Impfungen seien „ein Angebot“, sagte Spahn, niemand müsse sich impfen lassen. Bundesweit stünden zu Beginn voraussichtlich zwischen fünf und acht Millionen Impfdosen zur Verfügung.

Der Gesundheitsschutz werde bei der Bekämpfung der Pandemie nicht absolut gesetzt. Er habe aber ein starkes Gewicht, sagte Spahn. Immerhin gebe es rund 400 Tote täglich. „Sie werden Weihnachten gar nicht erleben“, sagte Spahn. Ihre Familien seien an den Feiertagen in Trauer. „Die gute Nachricht: Diese Zeit ist absehbar endlich.“ Die Impfstoffe gäben begründeten Anlass zu dieser Hoffnung.

Corona in Deutschland: Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

Update vom 01.12.2020, 11.00 Uhr: Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung für ihren Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Marktzulassung sei am Montag eingereicht worden, teilten Biontech und Pfizer am Dienstag mit. Am Montag hatte auch der US-Konzern Moderna bei der Ema einen entsprechenden Antrag für seinen Impfstoff gestellt.

Corona in Deutschland: Ampel für Intensivbetten in Berlin wieder auf Gelb

+++ 18.13 Uhr: Die Berliner Corona-Ampel für Intensivbetten zeigt wieder Gelb. Nach den am Sonntag aktualisierten Werten sind nun 24,2 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Die Ampel war am Mittag mit einem für Samstag nachgelieferten Wert von 25,3 Prozent erstmals auf die höchste Warnstufe gesprungen. Beim Inzidenz-Wert der letzten sieben Tage zeigt das Ampelsystem schon länger rot: Der Wert liegt derzeit bei 202,0.

+++ 15.39 Uhr: Die Lage in Berlin spitzt sich zu. Sowohl die Sieben-Tage-Inzidenz, die in Berlin bei 200,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner liegt als auch die Belegung der Intensivbetten in den Krankenhäusern der Landeshauptstadt (derzeit 25,3 Prozent) können als klare Alarmsignale gewertet werden. Seit Einführung der sogenannten Corona-Ampel stehen damit in Berlin erstmals gleich zwei der drei „Ampeln“ auf rot. Innerhalb eines Tages kamen 824 Neuinfektionen und elf Todesfälle hinzu.

Die Gesundheitssenatorin von Berlin, Dilek Kalayci, fürchtet sich vor einer Überlastung der Berliner Krankenhäuser und appelliert an die Bevölkerung der Hauptstadt: „Es ist Gebot der Stunde, auf jeden Kontakt zu verzichten, der nicht zwingend erforderlich ist.“ Außerdem fordert Kalayci die Berlinerinnen und Berliner dazu auf, „am besten überall“ die Maske zu tragen. Berlin war in den letzten Wochen mehrfach der Austragungsort von Großdemonstrationen gegen die Corona-Regeln, die Teilnehmenden trugen zumeist weder Maske, noch wurde der Mindestabstand eingehalten.

Corona in Deutschland: Nur 53 Prozent wollen Corona-Impfung

Update vom Sonntag, 29.11.2020, 08.15 Uhr: Nur knapp über die Hälfte der Bevölkerung ist laut einer Umfrage der Krankenkasse Barmer zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit. Während 53 Prozent der Befragten über 16 Jahre eine Impfung gegen das Virus planen, wollen nur 42 Prozent ihre Kinder impfen lassen, berichtete das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ mit Berufung auf die Umfrage. Insgesamt wurden den Angaben zufolge gut 2.000 Menschen repräsentativ befragt.

15 Prozent sagten, sie wollten sich vielleicht gegen Corona impfen lassen, neun Prozent „eher nicht“ und 13 Prozent „sicher nicht“ . Zehn Prozent der Befragten waren unentschieden. Um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen etwa zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sein.

Corona in Deutschland: Aufnahmestopp in einem der größten Krankenhäuser

+++ 16.20 Uhr: Eines der größten Krankenhäuser in Deutschland, das Vivantes-Krankenhaus in Berlin-Neukölln, hat aufgrund der vielen Corona-Patient:innen einen Aufnahmestopp verhängt. Das berichtet der Berliner „Tagesspiegel“ mit Berufung auf Klinikkreise. Auch Feuerwehr und Rettungsdienste sollen demnach keine Notfälle mehr anliefern dürfen.

In dem Krankenhaus sind laut „Tagesspiegel“ 85 Prozent der Betten belegt. Das große Problem sei aber ein Mangel an Pflegekräften durch die Corona-Pandemie. „Auf den meisten Stationen fehlen rund 15 Prozent der Pflegekräfte - weil sie selbst erkrankt oder in Quarantäne sind“, sagte Vivantes-Arzt Thomas Werner.

In der Vivantes-Klinik in Berlin herrscht Aufnahmestopp. Es mangelt an Personal.

Polizeieinsatz bei Corona-Teststation in Hildburghausen

+++ 14.05 Uhr: Nachdem die Polizei am Donnerstagabend über die Versammlungsbehörde Kenntnis über einen Aufruf in sozialen Medien zu einer Blockade der lokalen Corona-Teststation in Hildburghausen erlangte, rückte diese zu einem Einsatz aus. Eine Blockade habe vor Ort allerdings nicht festgestellt werden können. Wer genau dahinter stecke, sei unklar.

Alle Intensivbetten in Hildburghausen belegt

+++ 12.20 Uhr: Laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sind derzeit sämtliche Intensivbetten im bundesweiten Corona-Hotspot Hildburghausen belegt. Für den Landkreis listet das DIVI-Register insgesamt acht Intensivbetten auf. Im Kreis Hildburghausen gibt es ein Allgemeinkrankenhaus und eine Fachklinik für Psychiatrie und Neurologie.

Die Inzidenzzahl hat sich im Vergleich zu Donnerstag (26.11.2020) von 602,9 auf knapp 630 erhöht. Derzeit gibt es in dem Landkreis 853 aktive positive Corona-Fälle. Als einzige Region Deutschlands leuchtet Hildburghausen auf der Corona-Karte des Robert-Koch-Instituts pink.

Landrat in Hildburghausen wird bedroht - Polizeischutz

Erstmeldung vom Freitag, 27.11.2020: Das thüringische Hildburghausen gilt derzeit mit einer Inzidenzzahl (Anzahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner) von 602,9 als der mit Abstand größte Corona-Hotspot der Bundesrepublik. Nachdem es am Mittwoch (25.11.2020) zu Protesten in Hildburghausen kam*, bei dem die meisten Teilnehmer keinen Mundschutz trugen oder Abstand hielten, eskaliert die Lage weiter.

Nachdem der hildburghausener Landrat Thomas Müller am Donnerstag (28.11.2020) die Proteste gegen den strengen Lockdown als unverantwortlich kritisiert hatte, wurde er in den sozialen Medien beleidigt und bedroht. Wie Spiegel berichtet, habe Thomas Müller laut der Polizei in Erfurt bereits Anzeige erstattet. Er stehe nun unter Polizeischutz.

Im Corona-Hotspot Hildburghausen gilt seit Mitte der Woche ein drastischer Lockdown

Bei den Demonstrationen am Mittwoch seien hunderte Menschen durch die südthüringische Stadt gezogen. Die ungefähr 30 eingesetzten Polizisten sei es gelungen, unter punktuellem Einsatz von Pfefferspray die Demonstrierenden zu zerstreuen. 30 Teilnehmer sollen Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz erhalten haben, Festnahmen soll es nicht gegeben haben.

In Hildburghausen gelten seit Mitte der Woche drastische Corona-Maßnahmen. Laut Spiegel dürfen die Bürger bis zum 13. Dezember ihre Wohnungen nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen, Kindergärten und Schulen sind geschlossen.

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Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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