Pandemie

Nach dem Corona-Gipfel: Was sich für Ungeimpfte in Deutschland bald ändern wird

  • VonAlina Schröder
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Nach dem Corona-Gipfel steht fest, auf welche Beschlüsse sich Bund und Länder geeinigt haben. Auf diese Pflichten müssen sich Ungeimpfte einstellen.

Berlin – Auf welche Einschränkungen und Regelungen müssen sich Menschen in Deutschland demnächst einstellen, die nicht gegen Corona* geimpft sind? Nach dem Bund-Länder-Treffen am Dienstag (10.08.2021) ist klar, dass der Druck auf diese Personengruppe stark erhöht wird.

In den letzten Tagen ist eine Diskussion um mögliche Rechte und Pflichten von Ungeimpften sowie Impfverweigerinnen und - verweigerern entbrannt. Viele Politikerinnen und Politiker hatten sich schon zu Wort gemeldet, bevor das Thema auf dem Corona-Gipfel der Ministerinnen und Minister mit Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU*) geklärt wurde.

Noch gibt es kostenfreie Corona-Tests. Dies wird sich nun ab Herbst für Ungeimpfte laut Beschlussvorlage der Regierung ändern.

Corona-Gipfel – Diese Pflichten erwarten Ungeimpfte bald

Laut Daten des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland aktuell mehr als 52 Millionen Menschen mindestens eine Erstimpfung erhalten – das macht einen Anteil von 62,5 % der Bevölkerung aus. Demnach sind rund 30 Millionen Menschen noch komplett ungeimpft (Stand: 10.08.2021).

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte vor dem Gipfel vor einer „Pandemie der Ungeimpften“ und sprach sich für kostenpflichtige Tests für Ungeimpfte sowie Impfgegnerinnen und -gegner aus. CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet wollte hingegen keine Benachteiligung von Ungeimpften, sofern diese einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Die Würfel sind nach Beendigung des Gipfels nun allerdings gefallen, auf folgende Veränderungen müssen sich Ungeimpfte einstellen:

  • Kostenpflichtige Corona-Tests: Die kostenfreien Bürgertests sollen ab dem 11. Oktober für ungeimpfte Personen wegfallen. Pro Test könnten dann Kosten zwischen 18 und 20 Euro anfallen. Davon ausgenommen sollen Personen sein, für die keine Impfempfehlung vorliegt, wie zum Beispiel Schwangere.
  • Testpflicht in Gastronomie, bei kulturellen Veranstaltungen sowie Reisen ab dem 23. August: Hier soll die 3G-Regelungen in Kraft treten. Der Zutritt soll dann nur noch für geimpfte, genesene oder getestete Personen möglich sein. Ungeimpfte müssen einen negativen Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden ist, oder einen negativen PCR-Test, der nicht älter ist als 48 Stunden, vorlegen. Die Maßnahme gilt ab einer Inzidenz von über 35.

Corona-Gipfel: Pflichten für Ungeimpfte ab Herbst

Mit den Regelungen möchte die Regierung die Impfkampagne in Deutschland weiter vorantreiben, damit die Pandemie eingedämmt werden kann. Zahlreiche Politikerinnen und Politiker begrüßen diese Beschlüsse. Auch Grünen-Politiker Robert Habeck nimmt die Ungeimpften in die Pflicht. Im ZDF-Sommerinterview sagte er, dass es nicht darum ginge Ungeimpfte auszuschließen. Es gehe vielmehr darum den Geimpften ihre Grundrechte zurückzugeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels in einer anschließenden Pressekonferenz bekannt gegeben.

Trotz allem betonte er, dass man das Recht habe sich nicht impfen zu lassen. „Aber man hat nicht das Recht, dass alle Geimpften und der Rest der Gesellschaft und die Kinder dann Rücksicht darauf nehmen, weil man sich selbst entschieden hat, sein eigenes Leben und die Gesellschaft zu gefährden“, so Habeck. (Alina Schröder) fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sabine Gudath/Imago

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