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Corona-Variante Omikron: Impfschutz ist schwächer – So gut hilft die Booster-Impfung

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Der Impfschutz gegen die neue Corona-Variante Omikron ist geringer als zunächst angenommen. In Großbritannien gibt es erst Hospitalisierungen.

  • Die neue Corona*-Variante Omikron wurde erstmals in Südafrika festgestellt und verbreitet sich weltweit rasant.
  • Zweifel bestehen, wie lange die bisherigen Corona-Impfstoffe* vor der Omikron-Variante schützen.
  • Uğur Şahin, Gründer des Pharmaunternehmens Biontech/Pfizer*, empfiehlt wegen der Omikron-Variante eine Booster-Impfung schon nach drei Monaten.

Dieser Ticker ist beendet: Alle aktuellen Nachrichten zur Corona-Variante Omikron finden Sie hier.

+++ 22.45 Uhr: Großbritannien meldet aktuell 3.137 bestätigte Fälle der Omikron-Variante. Am Sonntag wurden in ganz Großbritannien 48.854 neue positive Covid-Fälle gemeldet – in den letzten sieben Tagen waren es 360.480 Fälle. Wissenschaftler der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) haben davor gewarnt, dass Großbritannien einer erheblichen Welle von Omikron-Infektionen ausgesetzt sein wird, sollte es keine weiteren Einschränkungen über die letzte Woche angekündigten Maßnahmen hinaus geben.

Der britische Bildungsminister und vorherige Staatsminister für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Corona-Virus Nadhim Zahawi sprach in der Andrew Marr Show des TV-Senders BBC One davon, dass die neue Variante des Coronavirus inzwischen mehr als ein Drittel der Fälle in London ausmache.

Inzwischen vermeldet London auch die ersten Fälle von mit der Omikron-Variante Infizierten, die in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten. Dr. Susan Hopkins, leitende medizinische Beraterin der britischen Gesundheitsbehörde, erwartet einen Anstieg der Hospitalisierungen infolge einer Omikron-Infektion. Eine große Infektionswelle sei unvermeidlich, unklar hingegen seien bislang die Auswirkungen auf die Krankenhäuser, so Hopkins.

Immer mehr Tests in Europa fallen positiv auf die Mutante Omikron aus. (Symbolbild)

Corona-Variante Omikron: Britische Studie sieht Impfschutz nach Booster bei 70 Prozent

Update vom Sonntag, 12.12.2021, 09.35 Uhr: Ergebnisse einer ersten britischen Studie weisen darauf hin, dass die Wirkung der Impfstoffe von Biontech und Astrazeneca (wird in Deutschland aktuell nicht mehr verimpft) gegen die ansteckendere Corona-Variante Omikron womöglich schwächer ausfällt als gegen die Delta-Variante. Eine Auffrischungsimpfung hebe den Schutz vor symptomatischen Infektionen wieder an, berichten Forscher:innen von der UK Health Security Agency (UKHSA) in einer noch nicht von Fachkollegen geprüften Studie.

Diese beruht jedoch auf einer noch vergleichbar niedrigen Anzahl untersuchter Omikron-Fälle. Die Wissenschaftler hatten bei insgesamt 581 symptomatischen Infektionen die Omikron-Variante nachgewiesen. Im gleichen Zeitraum wurden mehr als 56.000 Infektionen mit der derzeit vorherrschenden Delta-Variante bestätigt. Die Auswertung der Daten ergab, dass der Schutz vor symptomatischer Infektion mit Omikron rund 4 Monate nach der zweiten Dosis Biontech auf 34 Prozent sinkt, bei Astrazeneca sogar gar kein Schutz mehr bestand.

Erste Corona-Studien zu Omikron: Neue Variante sorgt für schwächeren Impfschutz

Zwei Wochen nach einer Booster-Impfung stieg die Schutzwirkung bei beiden Präparaten auf über 70 Prozent. Wie lange der verbesserte Schutz nach der Booster-Impfung halte, sei noch unklar. Im Vergleich: Gegen die Delta-Variante zeigten die Impfstoffe nach etwa einem halben Jahr nach der zweiten Dosis noch bessere Wirkung. Der Impfschutz von Astrazeneca liege nach 25 Wochen noch bei knapp 42 Prozent, bei Biontech sogar bei 63,5 Prozent. Die Booster-Impfung mit beiden Präparaten ließ den Schutz auf über 90 Prozent steigen.

In Großbritannien verbreitet sich die Omikron-Variante besonders schnell. Am Samstag (11.12.2021) wurden dort 633 neue Omikron-Fälle gemeldet.

Trotz der Unsicherheiten: Die Ergebnisse der Forscher weisen in die gleiche Richtung wie auch vor einigen Tagen vorgestellte Ergebnisse erster Laboruntersuchungen aus Deutschland. Die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt hatte etwa nach entsprechenden Tests berichtet, dass die Antikörperantwort gegen Omikron im Vergleich zur Delta-Variante drastisch reduziert sei - sie sei bis zu 37-fach geringer.

Corona-Variante Omikron: „Mehr Kinder erkranken“, fürchtet Intensivmediziner

+++ 18.05 Uhr: Die Intensivmedizin erwartet angesichts der Omikron-Variante vermehrt Corona-Erkrankungen bei Kindern. „Die Zahl der infizierten Personen und damit auch der Kinder wird dramatisch ansteigen“, sagte Florian Hoffmann, Kinder-Intensivmediziner und Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Derzeit lasse sich zwar noch nicht sagen, ob Omikron auch häufiger zu schwereren Krankheitsverläufen führe, erklärte Hoffmann. Doch selbst bei milderen Corona-Verläufen könne allein die hohe Anzahl an Infizierten dazu führen, dass in absoluten Zahlen mehr Kinder ins Krankenhaus müssten als jetzt. „Wir müssen also in jedem Fall damit rechnen, dass durch Omikron mehr Kinder erkranken“, sagte der Divi-Generalsekretär.

Hoffmann warnte jedoch vor einer „Panikmache“ in Hinblick auf Omikron. „Wir haben in jeder bisherigen Welle durch verfrühte Aussagen zur potentiellen Gefährlichkeit der jeweils neu aufgetretenen Variante Sorge bei den Eltern ausgelöst, die sich dann nicht bewahrheitet haben und zu keiner Pandemie bei den Kindern geführt hat“, sagte er. Mitte Januar werde Omikron wahrscheinlich die vorherrschende Corona-Variante in Deutschland sein und bis dahin gebe es auch genügend Daten, um zu wissen, wie gefährlich Omikron für Kinder werde.

Corona-Variante Omikron: Frühe Booster-Impfung „wahrscheinlich notwendig“

+++ 14.15 Uhr: Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zur Corona-Variante Omikron geäußert. „Diese wichtige UK Studie zu Omicron zeigt erstmals klarer, wie ansteckend Variante ist“, schrieb der Nachfolger von Jens Spahn. Der Gesundheitspolitiker bezog sich dabei auf eine britische Untersuchung eines Forschungsteams um Dr. Nick Andrews, in der auch die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe bei Omikron untersucht wird.

Das Fazit der Forschenden: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen symptomatische Erkrankungen mit der Omikron-Variante deutlich geringer ist als bei der Delta-Variante.“ Vier Monate nach der Zweitimpfung mit Biontech fällt der Schutz vor Symptomen auf nur 34 Prozent.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich zur Omikron-Variante geäußert.

Doch der Booster schafft große Abhilfe, so das Ergebnis der Studie. Demnach steigt die Schutzwirkung vor einem symptomatischen Verlauf nach der Auffrischungsimpfung auf mehr als 75 Prozent. „Frühe Boosterimpfung scheint sinnvoll, wahrscheinlich notwendig“, merkte Lauterbach auf Twitter an.

Neue Corona-Variante: „Folgen von Omikron spüren wir noch nicht morgen“

+++ 10.52 Uhr: Der Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen (Grüne) fordert angesichts der sich weiter ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus ein höheres Impftempo und vorgezogene Booster-Impfungen: „Wir müssen nun in den Modus einer vorausschauenden Pandemiepolitik kommen“, sagte Dahmen der Rheinischen Post. „Die Folgen von Omikron spüren wir noch nicht morgen, aber schon heute müssen wir uns dagegen wappnen.“ Die Booster-Impfung sei „wirksam und entscheidend“, wie aktuelle Daten zeigten.

„Wir werden auch den Zeitpunkt der Booster-Impfungen vorziehen müssen“, so Dahmen. Deshalb sei jetzt „maximales Tempo beim Impfen“ nötig. Dahmen lobte, dass der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zusammen mit dem neuen Krisenstab „sofort mit einer Impfinventur für Klarheit“ sorge, wie viel Impfstoff wo und wann zur Verfügung stehe und auch dafür sorge, „dass schnellstmöglich so viele Menschen wie möglich geschützt werden“ könnten.

Corona-Variante Omikron: Vierte Impfung ab Sommer?

Update vom Samstag, 11.12.2021, 06.34 Uhr: Die derzeitigen Booster-Impfungen werden nach Einschätzung des Hausärzteverband-Chefs Ulrich Weigeldt nicht die letzten sein, die gegen das Coronavirus nötig sind. „Wir rechnen damit, dass im Sommer, spätestens im Herbst eine vierte Impfung nötig sein wird“, sagte er der Bild-Zeitung.

Auch wegen der neuen Virusvariante Omikron könnte die vierte Impfung benötigt werden. Die Variante B.1.1.529 ist womöglich noch ansteckender als die derzeit dominierende hochinfektiöse Delta-Variante. Die Hersteller Biontech/Pfizer wollen bis März - unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung – einen an Omikron angepassten Impfstoff bereitstellen. Sie gehen aber davon aus, dass auch ihr derzeitig verwendeter Impfstoff weiterhin vor einer schweren Erkrankung schützt – allerdings auch davon, dass angesichts von Omikron zwei Dosen keine vollständige Impfung mehr sind.

Experten erwarten eine sehr schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante. Angesichts dessen drängen Fachleute wie der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger, auf eine Verkürzung des Abstands zwischen zweiter und dritter Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt im Regelfall bisher sechs Monate, je nach Bundesland ist es auch schon früher möglich. Eine raschere Auffrischimpfung könne die Ausbreitung sowohl der Delta- wie auch der Omikron-Variante beeinflussen, „das zeigen die Erfahrungen aus Israel sehr eindrücklich“, sagte Salzberger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Corona-Variante Omikron: Booster-Impfung hat geringere Wirkung – Biontech-Chef nimmt Stellung

+++ 08.55 Uhr: Die neue Omikron-Variante entpuppt sich als resistenter gegen Corona-Impfstoffe als die bisherigen Virus-Mutanten. Deutschland müsse nun schneller boostern und sich auch auf eine vierte Impfung vorbereiten. Das erklärte Uğur Şahin, der Gründer von Biontech, im Interview mit dem Spiegel.

„Ich war besorgt“, antwortete Şahin auf die Frage nach seiner Reaktion auf die ersten Informationen zur neuen Corona-Variante Omikron. Zunächst sei nicht klar gewesen, womit die Wissenschaftler:innen es überhaupt zu tun haben. „Ob es sich um eine Escape-Variante handelt, die dem Immunsystem entkommt. Zum Glück hat sich herausgestellt, dass es nur eine partielle Escape-Variante ist, die prinzipiell mit Impfungen in den Griff zu kriegen ist“, erklärte der Biontech-Vorstandsvorsitzende.

PersonUğur Şahin
Geburtsdatum, -ort19.09.1965, İskenderun (Türkei)
UnternehmenVorstandsvorsitzender, Biontech
EhepartnerinÖzlem Türeci (Gründungsmitglied Biontech)
ForschungsfeldMediziner mit Schwerpunkt auf Krebsforschung und Immunologie

Die Booster-Impfung mit Biontech helfe auch gegen Omikron, es sei laut Şahin allerdings noch nicht bekannt, „wie stark der Schutz ist und wie lange er hält.“ Das müsse noch erforscht werden. Sollte sich Omikron weiter ausbreiten, sei es sinnvoll, den Zeitpunkt der Booster-Impfung nach vorne zu korrigieren: „Schon nach drei Monaten“ sollte wieder zugestochen werden. In Großbritannien werde bereits so verfahren, sagte Şahin. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plädiert bei „Maybrit Illner“ (ZDF) für einen verkürzten Zeitraum bis zur nächsten Corona-Impfung*.

Menschen sitzen und warten auf ihre Corona-Impfung.

Corona-Variante Omikron: Volle Impfung mit dritter Impfung – Booster mit der vierten?

Şahin führt weiter aus, dass bei einer Ausbreitung von Omikron erst die dritte Impfung den vollen Impfschutz wiederherstellt. Eine benötigte Booster-Impfung falle aber dennoch nicht weg. Das wären dann zusammengenommen vier Impfungen. Auf die Vorwürfe, er würde die Booster aus unternehmerischen Überlegungen anpreisen, reagierte Şahin mit einem Hinweis auf die wissenschaftliche Datenlage. „Aus meiner Sicht wurde die Diskussion nicht mehr rational geführt“, erklärt der Mediziner – und weiter: „Die Fakten lagen auf dem Tisch, wir hatten alles gesagt, was man dazu sagen kann.“

Ob und inwieweit eine Corona-Impfung auf die Omikron-Variante eingestellt wird, muss in Zukunft erst zeigen, ist Şahin sich sicher. Dabei wird Omikrons Durchsetzungsvermögen und das daraus resultierende Krankheitsbild eine große Rolle spielen. Auch auf die Option einer neuen Variante weist der Biontech-Vorstandsvorsitzender hin: „Wenn sich Omikron ausbreitet, muss sich die danach kommende Virusvariante auch mehr einfallen lassen, um in die nächste Generation zu springen. Wir hätten dann ständig einen neuen Erreger.“

Corona-Variante Omikron: RKI rät zu weiteren Kontaktbeschränkungen

Update vom Freitag, 10.12.2021, 06.52 Uhr: Unter anderem wegen der neuen Corona-Variante Omikron empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) mehr Kontaktbeschränkungen. Fachleute befürchten, die Mutante werde sich „sehr schnell durchsetzen“. Das sagte der Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Laut Karagiannidis betrage die Verdopplungszeit in Deutschland geschätzt eine Woche. „Das hieße, dass die Fallzahlen um Weihnachten zu steigen beginnen, bereits Ende Januar könnte Omikron die dominierende Variante sein“, führte er weiter aus. Eine solche Entwicklung könnte sich für Kliniken zu einem massiven Problem entwickeln.

Auch wenn die Infektion mit Omikron im Schnitt zu einem leichteren Verlauf führen würde als mit Delta, gilt es die schnellere Verbreitung der Corona-Variante einzubeziehen: „Wir haben aktuell rund 5000 Covid-Intensivpatienten bundesweit. Zu keinem Zeitpunkt in der Pandemie hatten wir so wenige freie Betten. Die Omikron-Welle wird auf Kliniken stoßen, die längst am Limit sind, und mit Geld kann man das Problem nicht lösen.“

Corona-Variante: RKI will mit strengeren Maßnahmen Ausbreitung von Omikron verlangsamen

Christian Drosten warnte indessen von der Annahme, die Omikron-Mutante habe generell einen milderen Verlauf. Zu bedenken sei, dass die Immunsituation „in jedem Land ein bisschen unterschiedlich“ sei. Das sagte der Virologe in den ARD-Tagesthemen. Er sei besorgt darüber, dass in Deutschland so viele Menschen weder geimpft noch genesen seien. Die Quote für vollständige Impfungen liegt laut Impfdashboard am Freitag (10.12.2021) bei 69,3 % der Gesamt­bevölkerung (57,6 Mio. Personen).

Im wöchentlichen Corona-Lagebericht des RKI vom 09.12.2021 wird die aktuelle Entwicklung als „sehr besorgniserregend“ eingestuft. „Nur durch eine Intensivierung der kontaktbeschränkenden Maßnahmen und rasche Erhöhung der Impfraten kann die Situation verbessert werden“, empfehlen die RKI-Fachleute.

Corona-Variante Omikron: Seltener schwere Verläufe in Südafrika

+++ 22.45 Uhr: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO weisen erste Erkenntnisse aus Südafrika darauf hin, dass eine Infektion mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron nicht so häufig zu schwereren Krankheitsverläufen führt, wie erwartet. Demnach habe die Intensivbettenbelegung in Südafrika zwischen dem 14. November und 4. Dezember bei 6,3 Prozent gelegen. Dies sei, im Vergleich zu der dritten Welle im Juli, die in Südafrika von der Delta-Variante dominiert wurde, relativ niedrig, teilte die WHO am Donnerstag (09.12.21).

Im am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffenen Bezirk in Südafrika seien zwischen dem 14. November und 4. Dezember 1200 Menschen stationär aufgenommen worden, von ihnen hätten lediglich 98 eine Versorgung mit zusätzlichem Sauerstoff benötigt, beatmet werden hätten nur vier Menschen müssen. Die WHO betonte allerdings auch, dass es sich bei diesen ersten Erkenntnissen um solche handele, die auf einer schmalen statistischen Basis fußten. Ein umfassenderes Bild werde sich in den kommenden Wochen ergeben.

Corona-Variante Omikron: 2G durch dritte Impfung? Lauterbach nennt Details

Update vom Donnerstag, 09.12.2021, 6.30 Uhr: Karl Lauterbach hat noch die Bedeutung der Auffrischungsimpfungen im Kampf gegen die neue Corona-Variante Omikron unterstrichen. „Die Impfung ist nur abgeschlossen, wenn man dreimal geimpft wurde“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend im „heute journal“ des ZDF*. Das sei die neue Realität, um vor Omikron einigermaßen geschützt zu sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden zwei Impfungen die Krankheit aber bereits abmildern, „und drei Impfungen wahrscheinlich sehr gut gegen schwere Krankheit schützen“.

Omikron: Lauterbach erwartet Ende der Pandemie in absehbarer Zeit - Angepasstes Vakzin soll helfen

+++ 18.00 Uhr: Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist zuversichtlich, dass die Corona-Pandemie in absehbarer Zeit beendet werden kann. Lauterbach bekräftigte bei der Übernahme des Amtes vom bisherigen Minister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin das Ziel, noch 30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende vorzunehmen. Im kommenden Jahr solle die Impfkampagne dann mit einem an die Omikron-Variante angepassten Vakzin fortgesetzt werden

„Wir werden so lange boostern und impfen, bis wir die Pandemie zu Ende gebracht haben“, sagte der Minister. „Wir werden es mit diesem Haus schaffen, diese Pandemie zu Ende zu bringen in den nächsten Monaten“, versprach der neue Gesundheitsmister. Er wolle insbesondere alles daran setzen, mit der neuen Omikron-Variante fertig zu werden.

Corona-Variante Omikron

Was bislang über B.1.1.529 bekannt ist*

Omikron-Variante: Biontech/Pfizer kündigen eigenen Impfstoff an

+++ 13.30 Uhr: Die Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer haben angekündigt, dass schon bald ein neuer Impfstoff auf den Markt kommen könnte. Die Hersteller „setzen die Entwicklung eines Varianten-spezifischen Impfstoffs gegen Omikron fort und gehen davon aus, den Impfstoff im bis Ende März bereitstellen zu können, sofern eine Anpassung des Impfstoffs für einen höheren sowie langanhaltenderen Schutz notwendig sein sollte“, heißt es in einer Mitteilung.

Ein an die Omikron-Variante angepasster Corona-Impfstoff könne wohl bereits im März 2022 ausgeliefert werden. Die Lieferkapazität für 2022 betrage nach wie vor vier Milliarden Dosen.

Corona-Variante Omikron: Drosten und Ciesek über Wirksamkeit der Impfstoffe

+++ 10.15 Uhr: Sandra Ciesek, Virologin am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, äußerte sich auf Twitter über eine aktuelle Untersuchung zur neuen Corona-Variante Omikron. Verglichen wurde die Wirksamkeit der verschiedenen Impfstoffe (Biontech, Moderna, Astrazeneca) bei Omikron und Delta.

„Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omicron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist“, schrieb Ciesek auf Twitter. Sie führte weiter aus, dass die Daten nichts darüber aussagen, ob Geimpfte in diesem Zusammenhang weiter vor einem schweren Verlauf geschützt seien.

Corona-Variante Omikron: Auch Booster-Impfung hat wohl geringere Wirksamkeit

Die „Antikörper-vermittelte Neutralisationswirksamkeit“ gegenüber dem Virus sei drei Monate nach der zweiten Impfung nahezu null Prozent. Auch eine Booster-Impfung (alle drei Impfungen Biontech) könne im Falle der Corona-Variante Omikron nur eine 25 prozentige Wirksamkeit gewährleisten. Bei der Delta-Mutante liege dieser Wert bei ähnlichen Untersuchungsparametern bei 95 Prozent.

Omikron-Variante: Die häufigsten Fragen

  • Sind die vorhandenen Corona-Impfstoffe gegen die Omikron-Variante genauso wirksam?
    Das ist eine der drängendsten Fragen zu Omikron. Für eine Antwort ist es allerdings noch zu früh.
    Der Chef des US-Impfstoffherstellers Moderna, Stéphane Bancel, äußerte sich Ende November pessimistisch: Er gehe von einer „erheblichen Abnahme“ der Schutzwirkung aus, sagte er der „Financial Times“. Schließlich beträfen 32 der 50 Mutationen bei Omikron das Spike-Protein, mit dem das Coronavirus in Zellen eindringt.

    Biontech-Mitgründer Ugur Sahin schließt nicht aus, dass Omikron mehr Infektionen bei Geimpften verursachen könnte. Sehr wahrscheinlich schützten die aktuellen Impfungen aber weiter gegen schwere Verläufe. „Unsere Botschaft ist: Verfallen Sie nicht in Panik, der Plan bleibt derselbe. Beschleunigen Sie die Verabreichung der dritten Dosis.“
    Weiteren Aufschluss über Omikron sollen Labortests geben, deren Ergebnisse in zwei bis drei Wochen vorliegen dürften. Eine geringere Wirkung der bestehenden Impfstoffe gegen Omikron bedeute aber nicht, dass sie gar keine Wirkung haben, betonen Fachleute. „Alle Menschen, die sich impfen lassen, fangen nicht bei Null an, wenn sie einer neuen Variante begegnen“, sagte etwa der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, Ende November.
  • Sollte man sich trotz der Ungewissheit eine Booster-Impfung holen?
    Diese Frage haben in den vergangenen Tagen eine Reihe von Fachleuten bejaht. Schließlich stecke Europa derzeit noch inmitten einer Welle der Delta-Variante des Coronavirus.

    Eine Reihe von Ländern beschleunigen gerade ihre Booster-Impfkampagne. In Deutschland haben Bund und Länder das Ziel ausgegeben, bis Weihnachten 30 Millionen Corona-Impfdosen zu verabreichen, darunter auch Auffrischungs-Impfungen. In Großbritannien sollen nach dem Willen von Premierminister Boris Johnson bis Ende Januar alle Erwachsenen eine dritte Dosis erhalten. Der Mindestabstand zwischen zweiter und dritter Impfspritze wurde von sechs auf drei Monate herabgesetzt. In den USA haben Biontech und Pfizer die Zulassung einer Booster-Impfung für Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren beantragt.

    „Man sollte sich nicht im Feind täuschen, im Moment ist es die Delta-Variante“, hob Arnaud Fontanet vom wissenschaftlichen Beirat der französischen Regierung hervor. Es sei nicht sicher, dass Omikron Delta als vorherrschende Corona-Variante ablöst – und wenn dauere dies zumindest mehrere Wochen, wenn nicht Monate. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus appellierte daher vergangene Woche, weiter entschlossen gegen die Delta-Variante zu kämpfen: „Und wenn wir das tun, werden wir auch die Übertragung von Omikron verhindern und Leben retten.“

Corona-Variante Omikron mit milderem Verlauf? Experten nennen neue Details

+++ 20.30 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus treibt die Infektionszahlen in Südafrika weiter in die Höhe. Doch wie wirkt sich die neue Mutation des Coronavirus auf die Betroffenen aus? Für handfeste Aussage über den Verlauf von Covid-19-Erkrankungen nach einer Infektion mit der Omikron-Variante ist es noch zu früh. Erste Berichte von Ärzten aus Südafrika deuten jedoch darauf hin, dass Omikron zu milderen Krankheitsverläufen führen könnte.

Die Provinz Gauteng im Nordosten von Südafrika ist bisher am stärksten von der neuen Mutation betroffen. Die Infektionszahlen sind dort fast so hoch wie nach dem Ausbruch der Delta-Variante im Sommer 2021. Auch wenn sich die Anzahl der Infizierten derzeit einem neuen Höchstpunkt zu nähern scheint, sind die Krankenhäuser weit von einer Überlastung entfernt, wie der „South African Medical Research Council“ berichtet. In einer Pressemitteilung geben Ärzte aus der betroffenen Region an, dass die Verläufe im Vergleich zu den früheren Wellen milder seien.

  • Omikron-Entwicklung in der Provinz Gauteng auf einen Blick:
  • Alter der Corona-Patient:innen: Über 80 Prozent sind jünger als 50 Jahre.
  • Sterberate der Patient:innen (Stationäre Behandlung): 6,6 Prozent (Zuvor 17 Prozent).
  • Durchschnittlicher Krankenhausaufenthalt: 2,8 Tagen (Zuvor 8,5 Tage).
  • Quelle: Dr. Fareed Abdullah

Update vom Montag, 06.12.2021, 8.00 Uhr: In Thailand ist der erste Fall der Omikron-Variante nachgewiesen worden. Bei der infizierten Person handele es sich um einen amerikanischen Staatsbürger, der vor knapp einer Woche aus Spanien in das südostasiatische Urlaubsland eingereist sei, teilte das Gesundheitsministerium in Bangkok am Montag mit. Zwei Tests am 30. November und am 03. Dezember hätten ergeben, dass es sich mit 99-prozentiger Sicherheit um die Omikron-Virusvariante handele, so die Behörden.

Das Land hat seine Grenzen Anfang November wieder für Touristen aus Dutzenden Ländern geöffnet, darunter auch Deutschland. Die Angst vor einer Ausbreitung der neuen Variante ist deshalb groß. Thailand mit seinen Inseln, weißen Stränden, Tempeln und Dschungeln ist auf den wichtigen Tourismussektor angewiesen und hofft auf eine baldige Erholung der Branche.

Derzeit nähmen die Besucherzahlen weiter zu, berichtete die Zeitung „Bangkok Post“ unter Berufung auf den thailändischen Hotelverband. Auf die größte Insel Phuket reisten demnach allein im November mehr als 37.000 internationale Feriengäste, darunter vor allem aus Russland und Deutschland. Wenn Länder wegen der Omikron-Variante nun aber neue Reisebeschränkungen einführten, könne dies künftig wieder viele Touristen von einer Fernreise abschrecken, hieß es.

Corona-Variante: Omikron-Fälle in Europa schießen in die Höhe

+++ 15.53 Uhr: Die Zahlen der mit der neuen Omikron-Mutante infizierten Menschen steigt weltweit sprunghaft an. Alleine in Dänemark sind mittlerweile 183 Fälle gemeldet worden. Bei allen vier bisher in Deutschland bekanntgewordenen Fällen handelt es sich um Rückkehrer aus Südafrika, alle vier Personen waren gegen Corona geimpft. In Brasilien haben die Behörden jetzt mit drastischen Schritten reagiert: Die traditionell bombastische Silvesterfeier in Rio de Janeiro wurde bereits abgesagt.

„Wir hören auf die Wissenschaft“, begründete Rios Bürgermeister Eduardo Paes am Samstag seine Entscheidung. „Hoffentlich muss ich nicht auch noch den Karneval absagen, nicht nur wegen der Bedeutung dieses Fests für die Kultur, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Bedeutung für die Stadt und Brasilien.“

Corona: Ungewöhnliches Gen-Material in Omikron-Variante gefunden

Update vom Sonntag, 05.12.2021, 7.45 Uhr: Die Forschung an der neuen Omikron-Variante aus Südafrika läuft auf Hochtouren. Aus den USA kommt nun eine Studie, die die Eigenschaften der neuen Corona-Mutante untersucht hat. Sie hat womöglich einen Grund gefunden, warum die neue Variante ansteckender sein könnte als vorangegangene.

Fachleute der Firma Nference, ein Unternehmen aus dem Bundesstaat Massachusetts, das biomedizinische Informationen verarbeitet, fanden in der Omikron-Variante eine Gen-Sequenz, die auch in Viren vorhanden ist, die herkömmliche Erkältungen auslösen. Die Sequenz war bisher vor allem aus dem Coronavirus namens HCoV-229E bekannt. Dieser wiederum löst eine milde Erkältung bei Menschen aus. Die Studie ist bislang noch nicht in Gänze veröffentlicht. Vorab berichtet die New York Times daraus.

Corona-Variante Omikron: Mitentdecker geht davon aus, dass sie schon länger existiert

+++ 15.45 Uhr: Im November wurde die Corona-Variante Omikron in Südafrika entdeckt, doch wie neu ist sie wirklich? Einem Mitentdecker zufolge dürften Vorläufer von Omikron schon sehr lange existieren. „Nach derzeitigem Kenntnisstand hat sich eine frühe Form von Omikron schon vor der Entstehung von Alpha und Delta als eigener Virustyp entwickelt“, so Wolfgang Preiser von der Stellenbosch University in der Nähe von Kapstadt gegenüber dpa.

Dieser Virustyp habe sich dann vermutlich über viele Monate weiterentwickelt, ohne aufzufallen, sagte Preiser. „Die Frage ist: Wieso blieb Omikron so lange verborgen und legt erst jetzt los? Fehlten noch ein, zwei Mutationen, um sich schnell verbreiten zu
können?“ Die bislang ältesten bekannten Nachweise der Variante stammen aus der ersten Novemberhälfte.

Omikron: Impfstoff gegen Corona-Variante wohl erst in Monaten verfügbar

+++ Update vom Samstag, 04.12.2021, 7.00 Uhr: Die Omikron-Variante bereitet den Fachleuten weiter Sorgen. Unklar ist auch, ob die vorhandenen Corona-Impfstoffe effektiv vor einer Ansteckung mit der Mutante schützen. „Omikron hat viele Änderungen am Spike-Protein, das könnte es den Antikörpern schwerer machen, gegen das Virus vorzugehen“, sagte Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) gegenüber der Rheinischen Post.

Die Entwicklung eines eigenen Impfstoffs gegen die Omikron-Variante nimmt dagegen in Zeit in Anspruch – laut Mertens „drei bis sechs Monate“. Es handele sich nämlich um eine komplexe Anforderung an die Wirkung eines solchen Impfstoffes. „Sie müssen einen Impfstoff kreieren, der gegen Omikron und Delta wirkt, denn noch ist Delta weit verbreitet“, so der Stiko-Chef.

Corona-Variante Omikron: Seuchenschutzbehörde mit bitterer Prognose

+++ 8.30 Uhr: Die Seuchenschutzbehörde ECDC rechnet damit, dass Omikron schon bald die vorherrschende Corona-Variante in Europa sein wird. Das berichtet die Tageszeitung Welt. In wenigen Monaten sei das wohl bereits der Fall, hieß es. „Basierend auf mathematischen Modellen gibt es Hinweise darauf, dass Omikron innerhalb der nächsten Monate mehr als die Hälfte aller SARS-CoV-2-Infektionen in der Europäischen Union verursachen könnte“, so eine Erklärung der ECDC.

Der Virologe Hendrik Streeck betonte gegenüber dem TV-Sender Phoenix, dass die Omikron-Variante bislang einen geringen Teil der Corona-Neuinfektionen* ausmache. Die Fallzahlen, inklusive der Delta-Variante, seien derzeit das zentrale Problem, so Streeck: „Kontrollieren wir Delta, kontrollieren wir dadurch auch die Omikron-Variante.“

Update vom Donnerstag, 02.12.2021, 8.50 Uhr: In den USA* ist erstmals eine Infektion mit der Coronavirus-Variante Omikron entdeckt worden. Die Variante sei im Bundesstaat Kalifornien bei einer Person entdeckt worden, die am 22. November aus Südafrika zurückgekehrt sei, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mit.

Die Person sei vollständig geimpft, habe milde Symptome, sei in Quarantäne und bereits auf dem Weg der Besserung. Alle engen Kontakte seien kontaktiert und negativ getestet worden. Die Virusprobe sei von der University of California in San Francisco untersucht worden; die CDC habe daraufhin noch einmal bestätigt, dass es sich im die Omikron-Variante handele.

US-Präsident Joe Biden* hatte angesichts der neuen Variante bereits vor einigen Tagen vor übertriebener Angst gewarnt und erneut zum Impfen aufgefordert. Die USA hatten Reisebeschränkungen für Einreisen aus den Ländern des südlichen Afrikas verhängt, Biden hatte aber bereits eingeräumt, dass diese die Ankunft der Variante in den USA „nicht verhindern“ könnten.

Corona-Variante Omikron in Deutschland: „Einige Hundert Fälle könnten es schon sein“

Erstmeldung vom Mittwoch, 01.12.2021, 8.00 Uhr: Frankfurt/Berlin – Auch in Deutschland ist die neue Corona-Variante Omikron* bereits vereinzelt festgestellt worden. Jetzt gehen Fachleute von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus. Der Zeitraum, in dem Reisende das Coronavirus bereits international verbreiteten, betrage sicher Wochen, teilte Oliver Keppler, Vorstand am Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München auf dpa-Anfrage mit. „Einige Hundert Fälle können es in Deutschland vielleicht sein.“

Jedoch könne man die aktuellen Infektionszahlen nicht mit Omikron in Verbindung bringen, das sei die Delta-Welle*, betonte Keppler. Er halte eine größere unentdeckte Omikron-Verbreitung in Deutschland für unwahrscheinlich. Am Max von Pettenkofer-Institut waren Omikron-Fälle in Bayern nachgewiesen worden. Die Variante war kurz nach ihrem Bekanntwerden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft worden. Inzwischen haben mehrere Länder weltweit Nachweise gemeldet. Gesamtzahlen für Deutschland veröffentlicht das Robert Koch-Institut bisher nicht.

Corona-Variante Omnicron: RKI veröffentlicht keine Zahlen für Deutschland

„Angesichts der Delta-Infektionsdynamik steht unser Gesundheitssystem in einer Sackgasse ja bereits mit dem Rücken zur Wand“, erklärte Keppler zum möglichen Einfluss der neuen Variante auf die aktuelle Welle. „Nun fährt ein Wagen mit defekter Bremse darauf zu.“ Zwar seien Omikron-Eigenschaften in Hinblick auf Übertragbarkeit, Verminderung der Impfstoff-Effektivität und Krankheitsausprägung noch schwer einzuschätzen. Was bisher bekannt sei, lasse aber eine Verschlechterung der Situation befürchten. Daher bestehe jetzt „höchster Handlungsdruck, die vierte Welle zu brechen“.

Corona-Tests: Keine Aussage über Variante bei Infizierten - PCR-Nachtestungen nötig

Bei der Routine-Überwachung in Deutschland wird von fünf bis zehn Prozent der positiven Corona-Proben das Erbgut genau aufgeschlüsselt. „So würde Omikron auch in Deutschland entdeckt“, erklärte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag. Das RKI informiert in seinen Wochenberichten über Ergebnisse dieser Analysen; dies zeigen stets Daten der Vor-Vorwoche. Begründet wird dies mit der „prozessbedingten langen Dauer bis zur Übermittlung der Sequenzierungsergebnisse an das RKI“.

Corona-Mutanten: Varianten lösen einander ab

Der bisherige Pandemieverlauf hat gezeigt, dass vorherrschende Varianten innerhalb relativ kurzer Zeit von ansteckenderen Mutanten abgelöst werden können. Die Alpha-Variante (B.1.1.7) war einige Tage vor Weihnachten 2020 von Großbritannien* gemeldet worden. In Deutschland wuchs ihr Anteil zu Beginn des Jahres 2021 immer weiter. Sehr schnell lief nach RKI-Daten der Wechsel hin zur in Indien entdeckten Delta-Variante im Sommer ab. Diese befeuert nach den bisherigen Daten die vierte Welle zu über 99 Prozent. (Katja Thorwarth, Lucas Maier, Tobias Utz mit epd/AFP/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Buholzer/dpa

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