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Diffuses Bild

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Olympische Spiele könnten eine sinn- und identitätsstiftende Veranstaltung sein. Doch die Zeiten des fröhlichen Idealismus früherer Epochen sind lange passé.

Olympische Spiele könnten eine sinn- und identitätsstiftende Veranstaltung sein. Doch die Zeiten des fröhlichen Idealismus früherer Epochen sind lange passé. Die Jugend der Welt beim gemeinsamen Sporttreiben – das war einmal. Die Spiele sind durch das Wirken des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu einer Geld- und Marketingmaschine geworden. Wobei das IOC – ähnlich wie der Weltfußballverband Fifa in seinem Segment – immer ganz oben auf dem Siegerpodest steht.

Die Ausrichterstädte dagegen bleiben schon seit längerer Zeit auf vielen finanziellen und infrastrukturellen Problemen sitzen. Nicht zu vergessen der Umweltschutz, dem sich die Bürger viel mehr als früher verpflichtet fühlen.

Wegen dieser Gemengelage finden sich außerhalb von Diktaturen und anderen autokratisch organisierten Staaten kaum noch uneingeschränkte Olympia-Befürworter. Und deshalb gibt Hamburg derzeit auch ein diffuses Bild ab.

Die Umweltschützer vom BUND sind – fast schon zwangsläufig – gegen Sommerspiele 2024 in der Hansestadt. Innerhalb der Bevölkerung soll sich sechs Wochen vor dem alles entscheidenden Referendum laut jüngsten Umfragen mittlerweile eine knappe Mehrheit für Olympia begeistern. Eine Gruppe hochrangiger Hamburger Professoren wiederum hat die Planungen des rot-grünen Senats als „manipulativ“ gegeißelt. Und jetzt zankt sich die Stadt mit dem Bund auch noch um Milliardenzuschüsse. Nun gut, Sportminister Thomas de Maizière ist auch Bundesinnenminister und verortet seine Prioritäten zwangsläufig momentan anderweitig.

Will heißen: Auf dem Weg der Olympia-Bewerbung Hamburgs liegen viele große Steine. Wenn sie niemand wegräumt, finden die Spiele 2024 woanders statt.

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