Nach Angriff auf iranischen Top-General 

Iran-Konflikt: Trump legt gegen Soleimani nach - doch selbst Minister sieht keine „konkreten Belege“

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  • Alicia Greil
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Der iranische General Soleimani wurde von den USA getötet. Trump verteidigte diesen Schritt vehement und nennt Soleimani einen „sadistischen Massenmörder“. Die Demokraten wollen Trump unterdessen ausbremsen.

  • Nach den iranischen Vergeltungsangriffen im Irak verteidigt Donald Trump weiterhin die gezielte Tötung Soleimanis
  • Er bezeichnete deniranischen General bei einer Wahlkampfveranstaltung als „sadistischen Massenmörder“. 
  • Derweil herrschen unter den oppositionellen US-Demokraten Zweifel an der Darstellung der Regierung
  • Alle Ereignisse ab dem 13. Januar zu dem Thema lesen Sie hier.

Update vom 13. Januar:  US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag gesagt, er „glaube“, dass der getötete iranische General Soleimani Angriffe auf vier US-Botschaften im Nahen Osten geplant habe. Nun meldete sich US-Verteidigungsminister Mark Esper zu Wort: Er verfüge über keine konkreten Belege für diese Anschuldigung, sagte Esper am Sonntag im US-Fernsehsender CBS. Der Präsident habe kein „spezifisches Beweismaterial“ angeführt. Vielmehr habe Trump „gesagt, was er glaubt“. 

Die regierungskritischen Demonstrationen im Iran weiten sich unterdessen aus - und US-Präsident Trump kommentiert das aus der Ferne. Der Iran wiederum bezeichnete Trumps Einlassungen via Twitter als absurd. „Stehen Sie an der Seite der Iraner oder gegen sie, wenn Sie ihren Nationalhelden (Soleimani) in einer Terroraktion töten lassen“, fragte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Sonntag auf Twitter. Außerdem habe Trump kein Recht, auf Persisch zu twittern, nachdem er jahrelang das iranische Volk mit Drohungen und Sanktionen terrorisiert habe.

Merkel, Macron und Johnson: Iran muss sich „vollumfänglich“ an Zusagen halten

18.41 Uhr:  Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben den Iran eindringlich aufgerufen, seine Verpflichtungen aus dem Atomabkommen mit dem Westen wieder einzuhalten. „Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass der Iran zur vollumfänglichen Einhaltung seiner Verpflichtungen aus der Wiener Nuklearvereinbarung zurückkehrt“, betonten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson in einer am Sonntagabend verbreiteten gemeinsamen Erklärung. Doch Experten wie beispielsweise der Islamwissenschaftler Udo Steinberg befürchten mittlerweile, dass der Iran sein Atomprogramm umfangreich fortsetzen wird.

„Aktuelle Ereignisse haben die destabilisierende Rolle des Irans in der Region, inklusive der iranischen Revolutionsgarden und der Al-Quds-Kräfte, hervorgehoben“, kritisierten die drei Staaten. Mit Blick auf den irrtümlichen Abschuss einer Passagiermaschine im Iran betonten Merkel, Macron und Johnson, man nehme die Erklärung Teherans zur Kenntnis und verpflichte sich, mit dem Iran beim weiteren Vorgehen zu kooperieren. Die iranischen Revolutionsgarden hatten erklärt, die Maschine sei inmitten der militärischen Konfrontation mit den USA versehentlich als feindlicher Marschflugkörper eingestuft und dann abgeschossen worden. Präsident Hassan Ruhani versprach eine gründliche Untersuchung und sagte, der „unverzeihliche Vorfall“ werde juristisch konsequent verfolgt.

Iran-Konflikt: Erneuter Raketen-Angriff auf US-Stützpunkt im Irak

Update vom 12. Januar 2020, 18.12 Uhr: Auf der von US-Truppen genutzten Luftwaffenbasis Balad im Irak sind am Sonntag neun Mörsergranaten eingeschlagen. Dabei seien drei irakische Soldaten verletzt worden, die das Eingangstor der Basis bewacht hätten, teilte die Polizei in der Provinz Salah al-Din mit. Die Geschütze hätten das Rollfeld sowie den Eingangsbereich getroffen. Wer hinter dem Angriff steckt, war zunächst unklar. Der Stützpunkt liegt rund 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad.

Iran-Konflikt: Trump legt beim Thema Soleimani nach - „Ich kann verraten, dass ich...“

Update 18.06 Uhr: Der Iran hat zugegen das ukrainische Passagierflugzeug über Teheran abgeschossen zu haben. Im Iran hat dieses Eingeständnis jedoch massive Proteste in der iranischen Bevölkerung hervorgerufen. Trauernde haben sich zu Tausenden auf den Straßen der Hauptstadt Teheran versammelt und fordern wütend den Rücktritt des religiösen Staatsoberhaupts Ali Chamenei. Das ist Postings auf Twitter zu entnehmen. 

Zuvor hatte ein Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde zum Hergang erklärt, die ukrainische Passagiermaschine habe sich am Mittwoch einer strategisch wichtigen Militäranlage genähert, sei versehentlich als feindlicher Marschflugkörper eingestuft und schließlich abgeschossen worden. Der Kommandeur der Luft- und Weltraumabteilung der Revolutionsgarde, Amir Ali Hadschisadeh, sagte weiter, der zuständige Offizier habe der Zentrale die Gefahr melden wollen, aber genau zu dem Zeitpunkt habe es einen Defekt im Kommunikationssystem gegeben. Der Offizier hatte laut Hadschisade dann nur wenige Sekunden zu entscheiden, ob er eine Luftabwehrrakete abfeuert oder nicht. „Und leider tat er es, was dann zu dem Unglück führte“, sagte der Kommandeur. „Als ich davon erfahren habe, wünschte ich mir, lieber selbst tot zu sein, statt Zeuge dieses Unglücks“, sagte Hadschisadeh. Demnach soll der Abschuss nichts mit dem Raketenangriff des Irans auf US-Militärsütztpunkte im Irak zu tun haben. 

Update vom 11. Januar, 9.12 Uhr: US-Präsident Trump vermutet, dass der getötete iranische Genereal Soleimani Anschläge auf vier Botschaften, darunter die US-Botschaft in Bagdad, geplant habe. Dies äußerte am Freitagabend (Ortszeit) in einem Interview des TV-Senders Fox News. Er blieb dabei jedoch relativ unkonkret. 

Unterdessen gibt es von vielen Seiten Zweifel an der Darstellung der Regierung, die Details zu Soleimanis mutmaßlichen Angriffsplänen nicht öffentlich machen will. US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Freitag, die geplanten Angriffe hätten sich gegen US-Einrichtungen in der Region einschließlich Militärstützpunkten und US-Botschaften gerichtet. "Wir hatten spezifische Informationen über eine unmittelbare Bedrohung, und diese Bedrohungen umfassten Angriffe auf US-Botschaften. Punkt", lautete sein energisches Statement. 

Iran-Konflikt: Trump begründet Soleimani-Tötung mit geplanten Angriffen 

Update 22.04 Uhr: Die gezielte Tötung des iranischen Generals Soleimani hat die USA-Iran-Krise dramatisch verschärft und international Sorgen vor einem Krieg geweckt. Die US-Regierung hatte die Tat damit begründet, dass Soleimani Angriffe gegen US-Soldaten und Diplomaten in der Region geplant. Nun legt US-Präsident Donald Trump nach. 

Trump blieb im Interview des TV-Senders Fox News, das am Freitagabend (Ortszeit) in voller Länge ausgestrahlt werden sollte, allerdings vage. Zunächst sagte er, dass „wahrscheinlich“ die Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad angegriffen werden sollte. Dann ergänzte er: „Ich kann verraten, dass ich glaube, dass es wahrscheinlich vier Botschaften gewesen wären.“ In den USA wird seit Tagen über die mutmaßlichen Anschlagspläne Soleimanis gestritten.

Iran-Konflikt: Entsetzen nach Trump-Statement zu Soleimani-Tötung - jetzt legt er nach

Update 16.34 Uhr: Die US-Regierung hat der Forderung des irakischen Ministerpräsidenten Adel Abdel Mahdi nach konkreten Vorbereitungen eines US-Truppenabzugs aus dem Irak eine Absage erteilt. Eine von Abdel Mahdi geforderte US-Delegation würde „zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht über einen Abzug der 5200 US-Soldaten sprechen, sagte die Sprecherin des Außenministeriums in Washington am Freitag. Gesandte der USA würden mit der irakischen Regierung lediglich über eine Verbesserung der „strategischen Partnerschaft"“ beraten.

Update 16.28 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin treten am Freitag (16.45 MEZ) in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Weißen Haus vor die Medien. Dabei dürfte es nach US-Medienberichten um die Verkündung weiterer Sanktionen gegen den Iran gehen.

Update 16.09 Uhr: Der Absturz einer ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran geht nach Überzeugung des luxemburgischen Außenministers Jean Asselborn auf einen versehentlichen Raketenbeschuss zurück. „Es sind mutwillig 176 Leben vernichtet worden“, sagte Asselborn vor einem Krisentreffen mit seinen europäischen Amtskollegen am Freitag in Brüssel. „Diese kriegerische Nervosität muss aufhören.“ Diese Nervosität habe zu dem „Unfall“ des Raketenbeschusses geführt: „Es ist klar, dass es ein Unfall war.“

Asselborn sagte, es gehe in der Region nun um die Frage, „wie kann man nachhaltig stabilisieren für die Zukunft“.

Update 12.34 Uhr: Das US-Repräsentantenhaus hat für eine Resolution gestimmt, die im Iran-Konflikt die militärischen Vollmachten von US-Präsident Donald Trump beschränken soll. Die Resolution wurde am Donnerstag mit der Mehrheit der oppositionellen Demokraten beschlossen und fordert Trump zu einem Ende des militärischen Vorgehens gegen Teheran auf. Sie hat aber keine Gesetzeskraft und ist deswegen in erster Linie symbolisch.

Der mit 224 zu 194 Stimmen beschlossene Text - eine Reaktion auf die gezielte Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani in der vergangenen Woche - soll eine weitere Eskalation des Konflikts mit Teheran verhindern. Der Präsident wird durch die Resolution angewiesen, den "Einsatz der US-Streitkräfte für Kampfhandlungen im Iran oder gegen den Iran oder gegen einen Teil seiner Regierung oder seiner Streitkräfte zu beenden".

Eine Fortsetzung des Einsatzes soll demnach nur mit Billigung des Kongresses möglich sein. Der Text sieht allerdings auch Ausnahmen vor, zum Beispiel einen drohenden Angriff gegen die USA oder die US-Armee.

Iran-Krise: Neuer Luftangriff auf proiranische Milizen - Acht Tote

Update 11.35 Uhr: Nach mehreren Raketenangriffen im Irak in den vergangenen Tagen kam es am Freitagvormittag zu einem Luftangriff auf proiranische Milizen an der Grenze zwischen Syrien und dem Irak. Aktivisten zufolge kamen bei dem Anschlag mindestens acht Menschen ums Leben. Die Bombardierung nahe dem Ort Albu Kamal habe Militärfahrzeugen und Munitionslagern, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zunächst blieb unklar, wer für den Angriff verantwortlich war. Die in England ansässigen Menschenrechtler stützen sich auf ein Netz von Informanten in Syrien.

Der proiranische Sender Al-Mayadeen aus dem Libanon warf Israels Luftwaffe vor, den Angriff geflogen zu haben. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür jedoch nicht. Eine israelische Militärsprecherin erklärte daraufhin, Israels Armee würde ausländische Berichte nicht kommentieren. In Albu Kamal waren bereits mehrfach proiranische Milizen bombardiert worden.

Iran-Konflikt: Trumps Militärschlag gegen Soleimani war falsch, sagt SPD-Politiker Gabriel

Update 10.35 Uhr: Während Trump seinen Militärschlag gegen den iranischen General Soleimani bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ohio erneut mit drastischen Worten verteidigte, äußerte SPD-Politiker Sigmar Gabriel in der TV-Talkshow von Maybrit Illner eine ganz andere Meinung. „Die Ermordung von Soleimani führt in den sozialen Netzwerken zu ein paar Jubelrufen. Aber auf der Straße ist etwas erreicht worden, wovon dieser geträumt hätte, nämlich, dass sich die Demonstrationen abwenden von den korrupten Machthabern und sich gegen den Westen richten, gegen die USA“, findet Gabriel. „Das zeigt, wie katastrophal falsch diese Tötung gewesen ist.“

Iran-Konflikt: Trumps Ziel sei es, den Nahen Osten zu verlassen, glaubt Gabriel

Zudem richtete der SPD-Politiker in der Sendung einen Appell an die europäischen Staaten. Das strategische Ziel der Amerikaner sei es, den Nahen Osten zu verlassen. Angesichts der schlechten Lage im Nahen Osten müsse Europa jetzt seine diplomatischen Kanäle und ökonomischen Möglichkeiten nutzen.

Update 8.28 Uhr: US-Präsident Trump hat die gezielte Ermordung des iranischen Top-Generals Soleimani erneut verteidigt. Am Donnerstagabend sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Toledo (Ohio):  „Soleimani hat aktiv neue Angriffe geplant und hatte sehr ernsthaft unsere Botschaften im Blick und nicht nur die Botschaft in Bagdad. Aber wir haben ihn gestoppt.“ Und weiter behauptete er: „Der sadistische Massenmörder Ghassem Soleimani plante und führte Attacken auf amerikanische Ziele aus und tötete und verwundete Tausende US-Militärangehörige und viele, viele Tausende und sogar Hunderttausende andere Leute.“

Iran-Konflikt: Trump bezeichnet Soleimani als „totales Monster“

Im Weißen Haus betonte Trump am Donnerstag, dass die Vereinigten Staaten mit Soleimani ein „totales Monster“ erwischt hätten. Dann fügte er hinzu: „Wir haben es getan, weil sie unsere Botschaft in die Luft jagen wollten.“ Bereits vor dem Angriff auf Soleimani hatten Demonstranten versucht, die amerikanische Botschaft in Bagdad zu stürmen. 

Mit seinen Äußerungen ging Trump über die bisherige Darstellung der US-Regierung der Beweggründe für die Attacke auf Soleimani hinaus. Demokraten äußerten Zweifel an der Begründung, wonach Soleimani bevorstehende Angriffe auf US-Bürger geplant habe. Am Mittwoch hatte eine Unterrichtung im Kongress durch die US-Regierung auch bei einigen Republikanern zu Kritik geführt.

Iran-Konflikt: Resolution verabschiedet - Demokraten wollen eigenmächtige Aktionen von Trump unterbinden

Update vom 10. Januar, 7.07 Uhr: Das US-Repräsentantenhaus hat eine Resolution verabschiedet, mit der ein eigenmächtiges militärisches Vorgehen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran verhindert werden soll. Die Demokraten haben in der Kammer eine Mehrheit und stimmten am Donnerstagabend (Ortszeit) für einen entsprechenden Beschluss. Damit soll Trump gezwungen werden, das Parlament einzubeziehen.

In der Resolution heißt es unter anderem, der Präsident dürfe US-Truppen nicht ohne ausdrückliche Bewilligung durch den Kongress im oder gegen den Iran einsetzen. Ausgenommen Einsätze, die der Abwehr eines „unmittelbar bevorstehenden bewaffneten Angriffs“ auf amerikanische Ziele dienten. Acht Demokraten stimmten gegen die Resolution, drei Republikaner schlossen sich dagegen der Mehrheit der Demokraten an. Nancy Pelosi, Vorsitzende des Repräsentantenhauses, hatte die Resolution am Sonntag angekündigt - wenige Tage nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani in Bagdad.

Nahe einer US-Luftwaffenbasis im Irak: Rakete eingeschlagen

20.38 Uhr: In der Nähe der von den US-Truppen genutzten  Luftwaffenbasis Balad im  Irak ist eine Rakete eingeschlagen. Das meldete die irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria am Donnerstagabend unter Berufung auf irakische Sicherheitskreise.

Angaben zu möglichen Opfern oder Schäden machte sie nicht. Auch wer die Rakete abgeschossen hat, war zunächst unklar. Die Luftwaffenbasis liegt rund 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad.

Kramp-Karrenbauer will Ausbildungsmission im Irak bald fortsetzen

Update 17.49 Uhr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer drängt bei der irakischen Regierung auf eine Entscheidung über die Zukunft des internationalen Militäreinsatzes. Deutschland sei bereit, die Beteiligung am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS)  fortzusetzen, sagte die CDU-Chefin nach einer Sondersitzung des Verteidigungsausschusses am Donnerstag in Berlin. Die Bundeswehr ziehe aber etwa 26 der mehr als 100 Männer und Frauen aus dem nordirakischen Erbil ab, weil deren Einsatzzeit abgelaufen sei. „Alle anderen Kräfte bleiben vorerst auch in Erbil“, sagte sie. „Erbil wird weiterbetrieben.“

Das irakische Parlament hatte nach dem tödlichen Drohnenangriff der US-Streitkräfte auf den iranischen General Ghassem Soleimani für einen Abzug der ausländischen Streitkräfte im Land votiert - als Auftrag an die eigene Regierung. Aus dem Zentralirak war die Bundeswehr wegen der Eskalation der Lage abgezogen. Die Regierung der Kurden im Nordirak wünscht sich, dass die Bundeswehr ihren Einsatz und die Ausbildung der Peschmerga fortsetzt.

Kramp-Karrenbauer sagte, sie habe am Donnerstagmorgen mit ihrem irakischen Amtskollegen Nadschach al-Schammari telefoniert, der Teil der Zentralregierung in Bagdad ist. „Wir wollen diese Mission fortführen, aber für uns ist auch klar, wir werden dies nur tun können, wenn es dazu auch das Einverständnis der irakischen Regierung gibt. Und die irakische Regierung befindet sich zurzeit in der Beratung, wie sie mit dem Votum des irakischen Parlamentes umgeht.“

Iran-Konflikt: Donald Trump reagiert gelassen - Anlass für einen Krieg gab es wohl nicht

Update 15.55 Uhr: Die USA sollen bereits Stunden vor dem Raketenangriff des Iran auf die US-Stützpunkte im Irak informiert gewesen sein. Das berichtet die Washington Post am Donnerstag. Ein Journalist verrät dabei die genaue Zeit auf Twitter: Um 14 Uhr amerikanischer Ortszeit sollen die US-Behörden über den bevorstehenden Racheakt als Reaktion auf die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani informiert gewesen sein. Das könnte die deeskaliernde Reaktion von US-Präsident Donald Trump erklären. 

„Wir wussten viele Stunden zuvor, und die Iraker haben es uns gesagt, dass etwas kommt“, sagte ein Mitglied der Verwaltung der Washington Post. Die Iraner hatten offenbar einen Angriff mit möglichst wenigen Verlusten auf der amerikanischen Seite geplant. Mindestens zwei Quellen des amerikanischen Geheimdienstes haben die USA demnach gewarnt. 

Ein Beamter aus dem Verteidigungsministerium erklärte, dass man sich der Verantwortung der USA in Bezug auf den Iran-Konflikt stark bewusst war: „Wir haben alle verstanden, dass wenn die Iraner reagierten, dann wären wir direkt danach am Zug.“ Die US-Reaktion fiel dann deeskalierend aus. Am frühen Mittwochmorgen, 8. Januar, trafen sich Angestellte des Pentagon und des State Departments um die Rede für Donald Trump zu schreiben. Trump machte dann noch ein paar Änderungen in letzter Minute. Unter anderem die Aussage: „So lange ich Präsident der Vereinigten Staaten bin, wird Iran niemals eine nukleare Waffe haben dürfen.“

Iran-Konflikt: Trump-Begründung zu Soleimani-Tötung sorgt für Entsetzen

Update 12.07 Uhr: Die USA haben mehrere Transporthubschrauber und Flugzeuge nach Zypern verlegt. Damit bereitet Trump eine mögliche Evakuierung von US-Bürgern aus dem Nahen Osten vor. Wie die konservative Athener Zeitung „Kathimerini“ am Donnerstag berichtete, seien am Mittwoch acht US-Hubschrauber vom Typ „Chinook“ und „Black Hawk“ vom griechischen Militärflughafen bei Eleusis nahe Athen nach Zypern geflogen.

Iran-Konflikt: Trump bereitet Evakuierung aus dem Nahen Osten vor

Bereits am Mittwoch hatte die Regierung Zyperns bekannt gegeben, dass die USA einen Antrag zur Stationierung von Truppen auf der Mittelmeerinsel gestellt hatten. Dabei handele es sich um eine „rein humanitäre Aktion“, sagte Nikos Christodoulides, der zyprische Außenminister, im örtlichen Staatsrundfunk (RIK). Er teilte außerdem mit, dass die Regierung in Nikosia dem Antrag zugestimmt habe. 

Trump äußert sich zu Irans Angriff auf US-Militär

Update 9.57 Uhr: Im Zusammenhang mit der Tötung des iranischen Generals Soleimani muss US-Präsident Trump nun auch aus den Reihen seiner eigenen Partei Kritik einstecken. So werfen manche Republikaner Trump vor, er würde seine Beweggründe für die Militäraktion gegen Soleimani verschleiern. Anlass dieser Vorwürfe waren zwei Sitzungen mit Regierungsvertretern in Repräsentantenhaus und Senat. Von den Meetings hätten sich die Volksvertreter eine detaillierte Begründung für den US-Luftangriff gegen den Anführer der iranischen Al-Kuds Brigaden erhofft.

Iran-Konflikt: Trump von US-Senat kritisiert - „Unamerikanisch und verfassungswidrig“

Vor allem der republikanische Senator Mike Lee war nach dem Treffen offensichtlich verärgert, berichtet zeit.de. Für die Sitzung habe sich die US-Regierung nur eine knappe Stunde Zeit genommen und kaum Beweise vorgelegt für die Behauptung, mit dem Attentat sei ein unmittelbar bevorstehender Angriff verhindert worden. Weiter kritisierte Lee, dass die Minister die Senatoren im Grunde aufgefordert hätten, „gute kleine Jungs und Mädchen zu sein, einfach mitzulaufen und das nicht öffentlich infrage zu stellen.“ Bislang galt Lee nicht als Trump-Kritiker, nun findet er aber sehr deutliche Worte. Er habe das Treffen als beleidigend empfunden, sagte der Senator. „Ich finde das absolut verrückt. Das ist unamerikanisch, verfassungswidrig und schlichtweg verkehrt.“

Update 7.34 Uhr: US-Demokraten wollen eine weitere Eskalation des Iran-Konflikts mittels Beschneidung von Trumps militärischen Befugnissen verhindern. Das von der Oppositionspartei kontrollierte Repräsentantenhaus soll am Donnerstag über eine entsprechende Resolution abstimmen, kündigte die Nancy Pelosi, die Vorsitzende der Kongresskammer an. Sie kritisierte die Ermordung Soleimanis mit den Worten „provokativ“ und „unverhältnismäßig“. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Resolution nur das Repräsentantenhaus passiert, nicht aber den Senat - denn dort dominieren Trumps Republikaner.

Iran-Konflikt: Trump kündigt Wirtschaftssanktionen an, Pence glaubt an Deeskalation

Update vom 9. Januar, 6.22 Uhr: Obwohl zwei Raketen des Typs Katjuscha am späten Mittwochabend in der hoch gesicherten Grünen Zone in Bagdad einschlugen, geht US-Vize-Präsident Mike Pence davon aus, dass der Iran im Konflikt mit den USA auf Deeskalation setzt. Er spricht von „einigen ermutigenden Geheimdienstinformationen“, denen zufolge der Iran Botschaften an verbündete Milizen schickt, sich nicht gegen Zivilisten oder amerikanische Ziele zu wenden. Dies berichtete der Sender CBS News am Mittwoch (Ortszeit).

Pence hoffe, dass diese Botschaft zu einem Echo führen werde. Weiter glaube er, „dass wir heute sicherer sind“ als vor der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani. „Wir streben keinen Regimewechsel im Iran an, aber wir wollen, dass das Regime sein Verhalten ändert.“ Auch US-Präsident Trump reagierte zuvor unerwartet gemäßigt auf den ersten iranischen Luftangriff auf US-Militärstützpunkte im Irak. Er kündigte lediglich neue Wirtschaftssanktionen, nicht aber weitere Militärschläge an. 

Iran-Konflikt: Trump reagiert milde - dann kommt es erneut zu Luftangriff im Irak

Update von 22.58 Uhr: Nachdem am Mittwoch die Zeichen im Iran-Konflikt auf Deeskalation standen - zuvor hatte Donald Trump überraschend milde auf die iranischen Raketenangriffe auf US-Sützpunkte im Irak reagiert - sind am Abend zwei Raketen in der gut gesicherten Grünen Zone der irakischen Hauptstadt Bagdad eingeschlagen. 

Die zwei Raketen des Typs Katjuscha seien dort am späten Mittwochabend niedergegangen, teilte das irakische Militär mit. Verletzte habe es nicht gegeben. Das Regierungsfernsehen berichtete, es seien Explosionen und Alarmsirenen zu hören gewesen. 

In Bagdad waren bereits am Sonntag zwei Raketen desselben Typs in der sogenannten „Green Zone“ eingeschlagen. Dort liegen unter anderem die Botschaften der USA und Großbritanniens sowie irakische Ministerien und das Parlament. Am Samstag waren zudem mehrere Raketen in Bagdads Zentrum sowie auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Balad niedergegangen, der etwa 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt liegt. Berichte über Opfer oder Schäden gab es nicht.

In und nahe der Grünen Zone in Bagdad sind in vergangenen Monaten und Jahren mehrfach Raketen und Mörsergranaten niedergegangen. Teilweise wurden dabei auch Menschen getötet oder verletzt.

Die Lage im Irak ist seit der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftangriff und einen Vergeltungsschlag des Irans gegen amerikanisch genutzte Militärstützpunkte sehr angespannt.

Iran-Konflikt: Donald Trump sieht vorerst von Militärschlag ab - Appell an die Nato

Update von 21.05 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat von der Nato mehr Engagement im Nahen Osten gefordert. „Heute werde ich die Nato darum bitten, sich deutlich mehr im Nahost-Prozess einzubringen“, sagte er am Mittwoch in einer Ansprache im Weißen Haus.

In einem späteren Telefonat mit Trump zeigte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sich der Forderung gegenüber aufgeschlossen. „Sie stimmten darüber überein, dass die Nato mehr zur regionalen Stabilität und zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus beitragen könnte“, teilte das Militärbündnis im Anschluss an das Gespräch mit. Beide wollten zu dem Thema in engem Kontakt bleiben. Das Weiße Haus teilte mit, Trump habe im Gespräch mit Stoltenberg den Wert der Nato und ihre Rolle bei der Verhinderung von Konflikten und der Wahrung des Friedens in der Region betont.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte in der ARD zur Forderung des US-Präsidenten: „Die Nato ist ja schon im Irak mit einem eigenen Mandat.“ Dazu komme das Mandat der Anti-IS-Koalition. Es sei also schon viel internationales Engagement vorhanden.

Aufgrund der Spannungen im Nahen Osten hatte die Nato ihre Ausbildungsmission im Irak zuletzt ausgesetzt und Teile ihrer Truppen an andere Orte des Landes sowie in andere Staaten verlegt. Der Einsatz soll die irakischen Streitkräfte eigentlich in die Lage versetzen, ein Wiedererstarken der Terrormiliz IS zu verhindern. Dazu schulen mehrere hundert Ausbilder irakische Militärausbilder und helfen beim Aufbau von Militärschulen.

Iran-Konflikt: Donald Trump verzichtet vorerst auf Militärschlag - Heiko Maas gibt sich hoffnungsvoll

Update von 20.23 Uhr: Nach den iranischen Raketenangriffen auf zwei von den USA genutzte Militärstützpunkte im Irak setzt US-Präsident Donald Trump vorerst auf Deeskalation. Bei den Angriffen seien keine US-Bürger zu Schaden gekommen, sagte Trump am Mittwoch in einer Fernsehansprache. Er kündigte neue Wirtschaftssanktionen, jedoch keine militärische Reaktion an. Der Iran scheine in dem Konflikt zurückzuweichen, sagte Trump.

„An die Menschen und Anführer im Iran“ gewandt sagte der US-Präsident: „Wir wollen, dass Sie eine Zukunft, eine großartige Zukunft haben - eine, die Sie verdienen, eine des Wohlstandes zu Hause und der Harmonie mit den Nationen der Welt.“

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) äußerte nach Trumps Erklärung die Hoffnung, „dass es dabei bleibt und dass jetzt die Türen für Gespräche wieder geöffnet werden“. Es sei ein gutes Zeichen, dass Trump seine Bereitschaft zu neuen Gesprächen mit den Europäern und dem Iran erklärt habe. „Wenn das ein Signal ist, dass jetzt keine Bomben mehr verschickt werden, dann wäre das ein außerordentlich gutes Signal“, sagte Maas im ZDF.

Der Iran hatte in der Nacht zum Mittwoch insgesamt 22 Raketen auf die Militärstützpunkte in Ain al-Assad im Westirak und in Erbil im Norden des Landes abgefeuert. Teheran reagierte damit auf die gezielte Tötung des ranghohen iranischen Generals Kassem Soleimani durch die USA am vergangenen Freitag.

Iran-Krise: Außenminister Heiko Maas (SPD) hofft auf neue Gespräche.

Auf den Stützpunkten sind Soldaten aus den USA sowie anderen Mitgliedstaaten der US-geführten Militärkoalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) stationiert. Nach norwegischen Militärangaben waren die Militärs vor Ort durch Geheimdienstkanäle im Vorfeld vor den drohenden Angriffen gewarnt worden. Opfer gab es nicht.

In Erbil sind auch knapp 120 Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie kamen nicht zu Schaden. Die Bundeswehr prüft nach Angaben des Verteidigungsministeriums dennoch einen Teilabzug aus Erbil. Zuvor hatte die Bundeswehr bereits 35 Soldaten aus dem zentralirakischen Tadschi sowie der Hauptstadt Bagdad nach Jordanien und Kuwait verlegt.

Iran-Konflikt: International werden die Raketenangriffe verurteilt

International wurden die iranischen Raketenangriffe verurteilt. Die Bundesregierung verurteilte die „Aggression aufs Schärfste“. Auch die Nato, Frankreich und Großbritannien übten scharfe Kritik.

Der irakische Präsident Barham Saleh verurteilte die Angriffe ebenfalls und erklärte, sein Land weise Versuche zurück, den Irak „in ein Schlachtfeld“ zu verwandeln. Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan riefen die Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf. Sie appellierten an alle Beteiligten, „zurückhaltend und vernünftig zu handeln und der Diplomatie Vorrang einzuräumen.“

Angesichts der angespannten Lage in der Region kündigten zahlreiche Fluggesellschaften an, den Luftraum über dem Iran und dem Irak vorerst zu meiden. Die US-Luftfahrtaufsicht verbot Airlines aus den USA den Überflug über die gesamte Golfregion. Auch die Lufthansa leitete am Mittwoch ihre Flüge um. Von Donnerstag an sollen Lufthansa-Maschinen die iranische Hauptstadt Teheran aber wieder anfliegen.

Iran-Konflikt: Donald Trump verzichtet vorerst auf Militärschlag - und wendet sich an Deutschland

Update von 18.44 Uhr: Die Vereinten Nationen sehen die USA im Konflikt mit dem Iran auf Deeskalationskurs. Man habe die Rede von Präsident Donald Trump zur Kenntnis genommen. „Wir begrüßen jeden Hinweis darauf, dass die Führer von einer größeren Konfrontation Abstand nehmen und alles tun, um eine weitere Eskalation zu vermeiden“, sagte der Sprecher von Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, am Mittwoch in New York.

Zuvor hatten die UN erklärt, dass eine Eskalation der Lage im Nahen Osten unbedingt verhindert werden müsse. „Es ist unsere gemeinsame Pflicht, alle Anstrengungen zu unternehmen, um einen Krieg im Golf zu vermeiden, den sich die Welt nicht leisten kann“, hatte Dujarric mitgeteilt. Guterres werde sein „aktives Engagement“ mit Akteuren in der Krise fortsetzen.

Trump-Rede nach Iran-Angriff: US-Präsident deeskaliert - Presse-Statement auf Twitter übertragen 

Update von 17.54 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat nach dem iranischen Vergeltungsangriff eine deeskalierende Botschaft gesandt. „Die Tatsache, dass wir dieses großartige Militär und die Ausrüstung haben, bedeutet allerdings nicht, dass wir es einsetzen müssen. Wir wollen es nicht einsetzen“, sagte Trump am Mittwoch bei einer Ansprache im Weißen Haus. Er wolle sich jedoch an das Verteidigungbündnis Nato wenden, sagte Trump. Denn es sei Zeit in Nahost zu handeln.

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei nannte den Vergeltungsakt hingegen eine „Ohrfeige für die Amerikaner“ und drohte, ein solcher Angriff reiche nicht aus. Das lässt weitere Operationen befürchten, schließlich verfolgt Teheran das Ziel, die US-Truppen aus dem Irak und auch aus Syrien zu vertreiben. Der Tod von General Ghassem Soleimani* hat den Iran nach innenpolitischen Querelen wieder geeint. Doch zugleich sieht es so aus, als wollten die Iraner einen Weg aus der Eskalation offen halten. Teheran scheint - trotz des lauten Säbelrasselns - bemüht gewesen zu sein, mit einem nur begrenzten Vergeltungsschlag zu antworten und möglichst keine US-Soldaten zu töten. 

Währendessen bestellte das Außenministerium in Bagdad den iranischen Botschafter im Irak ein. Der iranischen Vergeltungsangriff gegen US-Truppen im Irak werde als Verstoß gegen die irakische Souveränität angesehen, teilte das Außenministerium am Mittwoch in Mitteilungen über Twitter mit. Es rief alle Seiten auf, sich zurückzuhalten. Der Irak sei ein unabhängiges Land und werde nicht zulassen, zum Schauplatz für Konflikte zu werden.

Der Irak und sein Nachbar Iran haben enge Kontakte. Teheran sichert sich dort vor allem über verbündete schiitische Milizen Einfluss. 

Iran-Konflikt: Jetzt reagiert Donald Trump - und wendet sich explizit an Deutschland

Update 17.33 Uhr: US-Präsident Donald Trump zeigt sich nach dem Raketenangriff auf US-Militärstützpunkte im Irak zufrieden. Kein US-Amerikaner sei bei den Angriffen des Iran verletzt worden. Auch kein Iraner und Iraker sei verletzt. „Unser Frühwarnsystem hat ausgezeichnet funktioniert“, sagte Trump. Dennoch betonte der US-Präsident: Der Iran sei eine Bedrohung für die ganze Welt. Und ein Machtgewinn des Iran sei gefährlich. „Das werden wir nicht zulassen.“ Trump erklärt die Sanktionen gegen den Iran massiv verstärken zu wollen. 

General Ghassem Soleimeni sei ein Terrorist gewesen, sagte Trump. Der Iran als Gefahrenfaktor müsse international als solcher erkannt werden. Mit dieser Forderung wendet sich Trump auch explizit an die Bundesrepublik um Kanzlerin Angela Merkel. 

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China sollten nicht mehr am Atomabkommen mit dem Iran festhalten. Stattdessen müssten diese Staaten gemeinsam mit den USA an einem neuen Abkommen mit dem Iran arbeiten, „das die Welt zu einem sichereren und friedlicheren Ort“ machen würde, sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus. Das Signal aus den USA an den Iran: „Ihre Terrorherrschaft“ könne so nicht weiter gehen. Deshalb wolle Trump sich auch an die Nato wenden, sich nun in Nahost zu engagieren, um eine Wende zum Besseren zu schaffen. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt. 

Iran-Konflikt: Trump warnt Merkel und Deutschland

Update 16.54 Uhr: Die US-Militärs im Irak waren wohl über den iranischen Angriff informiert worden. Medienberichten zufolge hatten die USA etwa eine Stunde Zeit, die angegriffenen Stützpunkte zu evakuieren. Einige der iranischen Raketen verfehlten sogar ihre Ziele. Inzwischen ist es offiziell: Bei dem Angriff gabes keine Todesopfer. In der Nacht soll der US-Präsident sogar noch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert haben. Auch kein deutscher Soldat wurde bei den Angriffen verletzt. 

Nach der ersten Erschütterung über die Angriffe scheint der Tenor der Experten Entwarnung anzudeuten. Vielmehr seien die iranischen Raketenangriffe innenpolitisch für den Iran von Bedeutung und nicht als Kriegserklärung zu verstehen. In wenigen Minuten will sich US-Präsident Donald Trump öffentlich in einer Pressekonferenz äußern. Die Reaktion könnte - für den US-Präsidenten eher ungewöhnlich - ruhig und nüchtern ausfallen. Von einer Deeskalation der brisanten Situation in Nahost ist jedoch keine Rede. Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani hat Donald Trump auch die anitamerikanische Haltung von Staat und Bevölkerung weiter angeheizt.

Iran-Konflikt: Iranische Medien verkünden unfassbare Wende - Netanjahu spricht Drohung aus 

Update, 15.54 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat inmitten der Krise zwischen Iran und den USA vor einer Attacke auf Israel gewarnt. „Wer versucht, uns anzugreifen, wird den vernichtendsten Schlag verkraften (müssen)“, sagte Netanjahu am Dienstag bei einer Rede in Jerusalem. Der Regierungschef lobte erneut das Vorgehen der USA und erklärte, Israel stehe an der Seite der Vereinigten Staaten.

Das iranische Militär hatte in der Nacht auf Mittwoch mit Attacken auf Israel gedroht, wenn es seitens der USA zu Vergeltungsaktionen nach den iranischen Raketenangriffen auf US-Ziele im Irak kommen sollte. Der Iran hatte in der Nacht zum Mittwoch aus Vergeltung für die Tötung seines Top-Generals Ghassem Soleimani durch die USA zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak angegriffen. Lesen Sie alle Ereignisse des Tages in einer Zusammenfassung. 

Iran: Iranische Medien berichten von US-Todesopfern 

Update, 15.09 Uhr: Die deutschen Soldaten im Nordirak sind von internationalen Partnern unmittelbar vor den in der Nacht zum Mittwoch erfolgten iranischen Raketenangriffen gewarnt worden. „Wir haben sofort alle im Camp befindlichen Soldatinnen und Soldaten über Sirenen alarmiert“, erklärte Oberst i.G. Jörg Wellbrink am Mittwoch in Erbil. Der Offizier führt die derzeit etwa 100 im Nordirak stationierten Soldaten. Es seien dann schnell Schutzbauten aufgesucht worden. „Wir haben anschließend direkt dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr die Umstände gemeldet und stehen seit dieser Zeit im stetigen Kontakt.“

Iran-Konflikt: Video zeigt Angriff - Iranische Medien verkünden unfassbare Wende  

Update, 14.09 Uhr: Die Regierung der autonomen Kurdenregion im Nordirak hat an Deutschland appelliert, trotz der iranischen Angriffe auf US-Stützpunkte im Irak keine Bundeswehrsoldaten aus der Gegend abzuziehen. "Ich hoffe, dass die internationale Koalition bleibt", sagte der Außenminister der kurdischen Regierung, Falah Mustafah, am Mittwoch der "Bild"-Zeitung. Die Anwesenheit der deutschen und internationalen Truppen sei im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) weiterhin nötig.

"Die Region Kurdistan war sicher und soll sicher bleiben", sagte Mustafa. Die Akteure vor Ort müssten sich wieder auf den Kampf gegen den IS konzentrieren. Dafür müssten alle Seiten wieder zur "Normalität" zurückkehren. "Wir hoffen, dass die europäische Seite jetzt deeskalieren kann gegenüber dem Iran und den USA."

In Erbil sind nach Angaben des Einsatzführungskommandos derzeit auch 115 Bundeswehrsoldaten stationiert.

Iran-Konflikt: Video zeigt Angriff - Iranische Medien verkünden unfassbare Wende  

Update, 12.16 Uhr: Bei den iranischen Raketenangriffen auf zwei Militärstützpunkte im Irak sind nach Angaben aus Teheran dutzende US-Soldaten getötet worden. "Mindestens 80 US-Militärangehörige wurden bei dem Angriff getötet", berichtete das iranische Staatsfernsehen am Mittwoch unter Berufung auf "eine informierte Quelle" bei den iranischen Revolutionsgarden. Zudem seien unbemannte Fluggeräte, Hubschrauber sowie weitere militärische Ausrüstung schwer beschädigt worden.

Die Revolutionsgarden drohten dem Staatsfernsehen zufolge mit Angriffen auf 140 Ziele der USA und ihrer Verbündeten in der Region, "wenn die Amerikaner erneut einen Fehler begehen". Demnach schlugen 15 Raketen auf dem westirakischen Militärstützpunkt Ain al-Assad ein, der auch von den US-Streitkräften genutzt wird. Keine der Raketen sei von den US-Radaranlagen gestoppt worden. Nach Angaben aus Washington gab es keine Hinweise auf Tote unter den US-Soldaten. US-Präsident Donald Trump verwirrt währenddessen mit einer Aussage. 

Iranische Vergeltungsangriffe: Irak offenbar informiert 

12.08 Uhr: Iraks Regierung ist nach eigenen Angaben vor dem iranischen Vergeltungsangriff auf US-Truppen von Teheran über den Militärschlag informiert worden. Dabei sei in einer Nachricht kurz nach Mitternacht (Ortszeit) mitgeteilt worden, dass dieser bald beginnen und sich auf Positionen mit US-Präsenz beschränken werde, erklärte Iraks Regierungschef Adel Abdel Mahdi am Mittwoch. Zu selben Zeiten hätten sich auch die Amerikaner gemeldet.

Abdel Mahid zufolge gingen die Raketen auf den Teilen zweier irakischer Militärstützpunkte nieder, die speziell von US-Truppen genutzt werden. Auch an anderen Positionen seien Geschosse eingeschlagen. Die Iraner hatten in der Nacht auf Mittwoch Raketen auf die Luftwaffenbasis Ain al-Assad westlich von Bagdad und auf eine Basis in der nordirakischen Stadt Erbil abgefeuert.

Abdel Mahdi bestätigte Angaben seiner Sicherheitskräfte, dass es unter den irakischen Truppen keine Toten gegeben habe. Zu Verlusten der internationalen Anti-IS-Koalition habe die irakische Regierung bislang keine offiziellen Angaben erhalten.

Iranische Vergeltungsangriffe: Video zeigt Angriff - Politiker nennt Beschuss „Zeichen der Entspannung“ 

Update, 11.35 Uhr: Der FDP-Verteidigungspolitiker Alexander Müller ist gegen einen vollständigen Abzug der Bundeswehr aus dem Nordirak. „In der Provinz Kurdistan gibt es keine Aktivitäten von Iran-treuen Milizen, wie PMF, Hisbollah oder Al-Kuds-Brigaden, die im südlichen und westlichen Irak unterwegs sind. Es ist vertretbar, die Bundeswehr dort weiter kurdische Peschmerga ausbilden zu lassen“, sagte der Müller, Obmann im Verteidigungsausschuss, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Richtig sei es gewesen, alle Soldaten aus Bagdad und dem zentralirakischen Militärkomplex Tadschi abzuziehen. Die FDP habe die Stationierung der Bundeswehr dort von Anfang an abgelehnt.

Er warnte davor, die „offenbar fast folgenlosen Anschlägen der letzten Nacht“ schon als erwartete Gegenreaktion der Iraner einzuordnen und wieder zum Alltag zurückzukehren. „Der Iran kann wesentlich mehr als das, was wir letzte Nacht gesehen haben“, so Müller.

Iranische Vergeltungsangriffe: Video zeigt Angriff - Politiker nennt Beschuss „Zeichen der Entspannung“ 

Update, 10.39 Uhr: Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat den Raketenbeschuss des Irans auf US-geführte Militärstützpunkte im Irak als eher deeskalierendes Zeichen gewertet. „Es scheint ja, wie wenn es eine dosierte Antwort des Irans gewesen wäre. Die Amerikaner haben auch nicht direkt zurückgeschlagen“, sagte Asselborn am Mittwoch im Interview des Deutschlandfunks auf die Frage, ob ein direkter militärischer Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran bevorstehe. 

Vielleicht habe der Iran tatsächlich nicht Soldaten treffen, sondern zeigen wollen, „dass sie natürlich imstande sind, amerikanische Basen anzugreifen“, so Asselborn. „Das könnte, wie ich sage, noch einmal ein Zeichen der Entspannung sein.“

Asselborn sieht für die Europäische Union „in dieser Phase des Konflikts“ einen klaren Auftrag zur Deeskalation. Aus europäischer Sicht sei Irans Reaktion als Warnung zu verstehen, die ernst genommen werden sollte. „Ich bin auch überzeugt, dass es in Amerika auch noch Menschen gibt, die an eine kultivierte Diplomatie glauben“, sagte Asselborn dem Sender weiter. Europa könne weder die Agenda der US-Politik bestimmen, noch den Iran militärisch zügeln, aber als diplomatischer Partner beider Länder ein Aufschaukeln des Konflikts verhindern.

Die vorangegangene Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani im Irak durch einen US-Drohnenangriff wertete Asselborn als „etwas, was sehr nahe an einem Fehler ist“.

Iranische Vergeltungsangriffe: Dramatisches Video zeigt Angriff - 

Update, 10.31 Uhr: Nach dem iranischen Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. „Der Gebrauch von Waffen muss jetzt aufhören um Raum für Dialog zu schaffen“, sagte sie am Mittwoch nach einer Sondersitzung der EU-Kommission zur Irankrise. Alle seien dazu aufgerufen, Gespräche wieder aufleben zu lassen. „Und davon kann es nicht genug geben.“

Nachdem bereits die Airlines Lufthansa und Emirates reagierten, reagiert nun auch die Fluggesellschaft KLM. Nach Angaben niederländischer Medien meide die Airline den Luftraum über dem Irak und dem Iran „bis auf Weiteres“. Auch die franzözische Fluggesellschaft Air France streiche bis auf Weiteres alle Überflüge über die beiden Länder. 

Ein nun aufgetauchtes Video soll währenddessen den iranischen Vergeltungsangriff zeigen. 

Iranische Vergeltungsangriffe: Bundeswehr prüft Teilrückzug

Ursprungsmeldung am 8. Januar, 9.04 Uhr: Berlin - Die Bundesregierung prüft nach den iranischen Vergeltungsangriffen auf US-Stützpunkte im Irak einen Teilrückzug der im nordirakischen Erbil stationierten Bundeswehrsoldaten. „Wir haben mit der internationalen Koalition sowieso vereinbart, dass alle Kräfte, die nicht benötigt werden, keinem unnötigen Risiko ausgesetzt werden“, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Deshalb seien bereits die deutschen Soldaten aus dem Militärkomplex Tadschi abgezogen worden. Nun sei man in der Planung auch für „mögliche Teilrückverlegungen“ von Soldaten in Erbil.

Aktuell ist die Situation im Iran extrem angespannt. Doch der Konflikt schwelt schon seit langem. Ein Überblick über die Ereignisse der vergangenen Jahre.

Iran: Nach Vergeltungsangriffen - Bundeswehr prüft Teilrückzug aus nordirakischem Erbil

Dabei gehe es um Kräfte, die sich im Moment nicht an der Ausbildungsmission beteiligen könnten, sagte Kramp-Karrenbauer. Das betreffe nicht nur die Bundeswehr, sondern auch die internationalen Partner. Mit denen stehe man in enger Abstimmung.

In dem nordirakischen Kurdengebiet sind noch mehr als 100 deutsche Soldaten im Einsatz, die laut Verteidigungsministerium bei den nächtlichen Angriffen alle unverletzt blieben. Sie sind Teil der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Aus dem Zentralirak hatte die Bundeswehr ihre Soldaten am Montag ausgeflogen.

Nach der Eskalation zwischen USA und Iran ist die Welt in Sorge - wie geht es nun weiter? Unter anderem vor Krieg und Terror wird gewarnt.

Iran: Bundeswehr prüft Abzug deutscher Soldaten 

Der Iran hatte als Vergeltung für die Tötung von General Ghassem Soleimani in der Nacht zum Mittwoch zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak angegriffen, darunter eine Basis im Raum Erbil. Den irakischen Streitkräften zufolge schlugen 17 iranische Raketen im Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad westlich von Bagdad und fünf in Erbil ein. ARD-Mann warnt Trump im Iran-Konflikt vor großem Fehler - und hat düstere Prognose für Deutschland. Der „Tagesschau“ ist während ihrer Berichterstattung ein Fehler unterlaufen. Zuschauer sehen ein manipuliertes Video. Ein Wetter-Tweet des Weißen Hauses sorgte für Belustigung. Demnach sollte es in der US-Metropole Washington schneien. 

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Rubriklistenbild: © AFP / ERIC BARADAT

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