US-Wahl 2020

Trump behauptet Wahl-Betrug in den USA - New York Times kommt zu eindeutigem Ergebnis: „Es ist unmöglich“

  • Anna-Katharina Ahnefeld
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Donald Trump will seine Niederlage gegen Joe Biden nicht eingestehen. Von Wahl-Betrug ist die Rede. Die New York Times ist im ganzen Land auf Spurensuche gegangen.

  • Donald Trump* wettert gegen den Sieg Joe Bidens bei der US-Wahl 2020 und wirft ihm und den Demokraten Wahl-Betrug vor.
  • Viele Republikaner unterstützen seine Behauptung.
  • Nachforschungen der renommierten Zeitung New York Times zeigen keine Belege für eine angebliche Manipulation.

New York City - Der scheidende US-Präsident Donald Trump und viele seiner Anhänger wollen die Wahl-Niederlage bei der US-Wahl 2020 gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden* nicht eingestehen. Stattdessen berufen sie sich auf angebliche Wahl-Manipulation. Diesem Vorwurf ist die New York Times nachgegangen.

Was sie bei ihren Nachforschungen in den US-Bundesstaaten fanden: Keine Beweise für die Anschuldigungen. Wahlbeamte sowohl der Demokraten als auch der Republikaner hätten keine Hinweise dafür gefunden, dass Wahl-Betrug stattgefunden habe oder etwaige Abweichungen eine Rolle in dem Ergebnis der US-Wahl* gespielt hätten. Doch noch immer hält Trump in seinen zahlreichen Tweets an der Behauptung fest. Erst kürzlich kappte sogar Fox News, einstiger Lieblingssender Trumps, die Übertragung der Trump-Sprecherin Kayleigh McEnany, als diese den Demokraten unterstellte, den angeblichen Wahlbetrug gutzuheißen.

Wahl-Betrug in den USA? New York Times findet landesweit keine Beweise

Wie die New York Times berichtet, hätten hochrangige Wahlbeamte im ganzen Land von einem bemerkenswerten Erfolg des Wahlprozesses gesprochen - trotz der in den USA wütenden Corona-Pandemie* und einer Rekordzahl an Wahlbeteiligung. Steve Simon, der demokratische Außenminister Minnesotas* äußerte sich folgendermaßen: „Ich weiß von keinem einzigen Fall, in dem jemand behauptet hätte, dass eine Stimme gezählt wurde, wenn sie nicht hätte zählen dürfen oder nicht gezählt hat, wenn sie hätte zählen müssen. Es gab keinen Betrug.“

Im Verlauf ihrer Nachforschungen kontaktierte die New York Times die Verantwortlichen in allen US-Bundesstaaten. In 45 Staaten meldeten diese sich direkt zurück, in den vier verbliebenen sprachen die Journalisten mit weiteren Wahlbeamten. In keiner der Bundesstaaten wurde ein größeres Problem im Verlauf der Auszählungen dokumentiert. Interessant hierbei Texas*. Die Sprecherin eines großen Wahlbezirks im Bundesstaat sagte, es habe nur ein paar kleine Probleme gegeben und es sei „eine sehr nahtlose Wahl“ gewesen. Währenddessen setzte Dan Patrick, der republikanische Vize-Gouverneur von Texas, eine Belohnung von bis zu einer Millionen US-Dollar aus, um einen Wahl-Betrug zu beweisen.

US-Wahl 2020: Republikaner unterstützen Donald Trumps Behauptung

Was den New York Times Reportern besonders auffiel: Die Bereitschaft vieler Republikaner, Donald Trumps Behauptung über einen angeblichen Wahl-Betrug bei der US-Wahl zu folgen - und sich gar gegen Personen in den eigenen Reihen zu richten, die die Anschuldigungen nicht unterstützen. Zu solchen Vorfällen kam es der New York Times zufolge beispielsweise in Washington und im US-Bundesstaat Georgia.

Die Außenministerin Rhode Islands*, Nellie Gorbea, sagte unterdessen: „Es wäre beinahe unmöglich in dieser Wahl zu betrügen angesichts der Zahl an Menschen, die eigens dafür eingestellt wurden.“ Das hält Donald Trump und die Republikaner jedoch nicht davon ab, weiter gegen die Demokraten zu wettern und von einer „gestohlenen Wahl“ zu sprechen. Der kommende 46. US-Präsident Joe Biden nannte Trumps Verhalten „eine Peinlichkeit“. Interessant auch, wie die New York Times weiter ausführt: In den US-Bundesstaaten, in denen Donald Trump und die Republikaner gewonnen haben, ist nicht die Rede von Wahl-Betrug. (aka) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Ole Spata/dpa

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