Erneute Amtszeit?

Donald Trump: So könnte Vize Pence den Präsidenten stoppen

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    VonAnna-Katharina Ahnefeld
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Bis Joe Biden das Amt des US-Präsidenten im Januar übernimmt, bleibt die Macht bei Donald Trump. Der hat die Partei-Basis hinter sich. Doch Mike Pence könnte ihn mit einem Kniff stoppen.

  • Am 20. Januar* übernimmt der gewählte US-Präsident Joe Biden* das Amt von Donald Trump.
  • Der richtet in den ihm verbleibenden Wochen Chaos an und wütet gegen Republikaner.
  • Vize-Präsident Mike Pence könnt einschreiten - wenn er denn wollte.

Washington - Auf seinem Weg aus dem Weißen Haus* scheint Donald Trump sämtliche Brücken hinter sich abbrechen zu wollen. Wer nicht, wie Trump-Anwalt Rudy Giuliani, mit dem scheidenden US-Präsidenten an einer - unbelegten - Wahl-Manipulation festhält, gerät aktuell ins Zentrum seiner Rache-Kampagne.

„Der Präsident verbrachte einen Großteil des Weihnachtswochenendes damit, über andere Republikaner zu sprechen, die nicht das taten, was er wollte, und sich wie Versager und Pessimisten verhielten.“ Mit diesen Worten zitiert das Medienportal Daily Beast eine Person, die sich mit dem Präsidenten in seiner Residenz in Mar-a-Lago aufgehalten haben soll. „Er fand nicht viel, um sich über dieses Weihnachten zu freuen.“

Donald Trumps letzte Wochen als US-Präsident: Chaos um Corona-Konjunkturpaket

Besondere Weihnachtsfreude empfanden gewiss die Millionen Arbeitslosen in der USA ebenfalls nicht, die nun aufgrund der Verzögerung des Corona-Konjunkturpaketes eine Woche ohne Zahlungen auskommen müssen. Die letzten Tage und Wochen Trumps, sie gehen chaotisch vonstatten. Und das in einer Situation, in der die dort wütende Corona-Pandemie* bislang mehr als 330.000 Todesfälle gefordert hat.

Einer, der das Chaos bis zum 20. Januar, der Amtsübergabe an den gewählten US-Präsidenten Joe Biden, stoppen könnte, wäre Vize-Präsident Mike Pence*. Wenn er denn wollte. Ein Szenario, das der Politik-Beobachter und Jurist Paul Campos im Intelligencer des New York Magazine kürzlich vorschlug. Angesichts der Verbreitung von Verschwörungsmythen rund um die US-Wahl 2020* und der Erwägung einer Kriegsrechts-Ausrufung ein interessantes - wenn auch unwahrscheinliches - Gedankenspiel.

Vize-Präsident: Mit diesem Kniff könnte Mike Pence Donald Trumps Präsidentschaft beenden

Schlüssel wäre der 25. Zusatz-Artikel der Verfassung der Vereinigten Staaten. Dieser ermöglicht es, dass der Vize-Präsident die Amtszeit des US-Präsidenten vorzeitig beendet beziehungsweise die Geschäfte übernimmt. Und zwar: Auch gegen den Willen des Präsidenten. Einfach ist dieser Vorgang aber nicht. Mike Pence würde darüber hinaus acht Regierungsmitglieder sowie die Erklärung benötigen, warum Trump* nicht in der Lage ist, die Amtsgeschäfte weiterhin auszuführen.

Dennoch: Mike Pence verhält sich auffällig zurückhaltend, wie so viele Republikaner:innen aktuell. Zwar ruft er weiterhin dazu auf, dass Hinweise auf eine mögliche Wahl-Manipulation geprüft werden. Doch den wilden Ritt auf der Achterbahn der Verschwörungserzählungen macht Mike Pence offenbar nicht mit. Zum Missfallen Donald Trumps und treuer Trump-Anhänger.

US-Wahl 2024: Donald Trump hat Unterstützung der Partei-Basis - Spitzenkandidat der Republikaner

Der Noch-Präsident Trump könnte sich derweil in all dem Chaos schon auf eine zweite Amtszeit vorbereiten. Wie eine Analyse des US-amerikanischen Fernsehsenders CNN nahelegt, könnte er bereits der Spitzenkandidat der Republikaner für die US-Wahl 2024 sein. Brisant ist diese Ansicht des renommierten Senders, da Trump sich aktuell in einer Art Krieg mit führenden Republikanern befindet, die ihm offen bei seinen unbestätigten Betrugsvorwürfen widersprochen haben, beispielsweise John Thune, Senator von South Dakota. Doch die Partei-Basis der Republikanischen Partei* steht treu hinter Trump.

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup zeigt, dass 87 Prozent der republikanischen Wähler Donald Trumps Leistung im Amt des US-Präsidenten befürworten. (aka) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

US-Präsident Donald Trump will im Gedächtnis* bleiben. Einem Bericht zufolge gerne auch, indem sein Name auf zahlreichen Straßenausschilderungen und ungezählten Flugtickets erscheint.

Rubriklistenbild: © Michael Brochstein/dpa

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