20.12.2019, Berlin: Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, kommt vor Beginn der Sitzung in den Bundestag. Die Themen der 138. Sitzung der 19. Legislaturperiode sind unter anderem Künstlichen Intelligenz, Sicherheit beim 5G-Netzausbau und eine Aktuelle Stunde zum Genfer Flüchtlingsforum. Foto: Fabian Sommer/dpa
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Dorothee Bär (CSU) twitterte euphorisch über den Finalsieg des FC Bayern München - und muss sich nun einen Shitstorm gefallen lassen. (Archivbild)

Jubel über FC Bayern-Sieg getrübt

CSU-Ministerin Bär sorgt nach CL-Finale via Twitter für Empörung - „Anmaßend! Wer glauben Sie, sind Sie?“

  • vonCornelia Schramm
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Eine Staatsministerin freut sich riesig über den Triple-Sieg des FC Bayern. Gleich nach dem Abpfiff setzt sie einen Tweet ab - und katapultiert sich für viele Fans damit sofort ins Aus.

München - Was für ein Abend! Schon zum zweiten Mal holt sich der FC Bayern am Sonntagabend den Triple-Sieg aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. Die Freude über den Triumph des Münchner Fußballvereins war ungetrübt - bis einigen Fans ein Tweet sauer aufstieß.

Die CSU-Politikerin und Staatsministerin Dorothee Bär freute sich so über den Finalsieg ihrer Lieblingsmannschaft, dass sie die ganze Welt daran teilhaben lassen wollte - sie ahnte dabei aber wohl nicht, welchen Shitstorm um ihre Person sie erneut in den sozialen Medien dadurch auslösen würde.

FC-Bayern-Sieg im Champions League Finale: Dorothee Bär erntet Shitstorm

„Ich bin CL-Siegerin! Yeah!“, twitterte die Digitalisierungsbeauftragte der Bundesregierung in ihrer Euphorie direkt nach dem Schlusspfiff. Viele FCB-Fans echauffieren sich aber schon kurz danach über Bärs Wortwohl und darüber, dass sie sich den Sieg scheinbar auf die eigene Kappe schreiben möchte.

Die Twitter-Community kontert also prompt mit pikierten Fragen, wie „Ach? Gar nicht aufgefallen? Welche Rückennummer hatten Sie?“ oder „Was sagt es über die Persönlichkeit aus, wenn der erste Tweet zum Erfolg einer Mannschaft, der man nicht angehört, mit ‚Ich bin ...‘ beginnt?“. Einige der fast 300.000 Vereinsmitgliedern des FC Bayern hätten sich offenbar - getreu dem Motto „Wir sind Papst“ - auch ein „WIR sind CL-Sieger“ von der Staatsministerin gewünscht.

Seitdem Bär Thomas Kemmerich (FDP) zur Wahl zum Ministerpräsidenten gratuliert hat, stehen die Ultras des FC Bayern ohnehin mit ihr auf Kriegsfuß. In der Südkurve forderten sie die Bambergerin auf einem Banner bereits mit den Worten „Schleich di aus unserem Verein!“ dazu auf, aus dem Verein auszutreten. Einige der Twitter-Kommentare reihen sich hier ein, andere fanden ihre Aussage aber auch einfach nur „anmaßend“ und ermahnten sie, sich „nicht mit fremden Federn zu schmücken".

Dem FC Bayern München die Treue zu quittieren, wäre für die 42-jährige CSU-Politikerin aber wohl niemals denkbar: Sie ist nicht nur Mitglied des FC Bayern und eingefleischter Fan, sondern sitzt zudem auch im Verwaltungsrat des Vereins. So trug Dorothee Bär 2015 sogar schon einmal ein Trikot ihres Lieblingsvereins im Bundestag, was ihr auch eine Beschwerde wegen Verstoßes gegen die Kleiderordnung beim Bundestagspräsidium einbrachte. Daran scheinen sich aber noch viele ihrer FC-Bayern-Mitfans zu erinnern und halten Dorothee Bär - die stets aktiv in den sozialen Medien unterwegs ist - deshalb auf Twitter auch die Stange:

Dorothea Bärs Tweet sorgte gestern Abend online für hitzige Diskussionen, in Bad Tölz kam es jedoch zu handfesten Taten: Nach dem Sieg des FC Bayern München in der Champions-League drehte ein 20-jähriger Tölzer mit seinem Cabrio laut hupend seine Runden, woraufhin eine lärmgeplagte Mutter eines herzkranken Kindes Eier* auf die Feiernden warf.

Video: Wasserfontäne zur Begrüßung: Triple-Helden in München

(cos) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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