1. Startseite
  2. Politik

Jugend für Job geopfert? Grüne Abgeordnete Fester polarisiert mit Interview

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Linus Prien

Kommentare

Grünen-Politikerin Emilia Fester
Emilia Fester © IMAGO/Felix Zahn/photothek.net

Die Grünen-Abgeordnete Emilia Fester hat erneut Aufsehen erregt. Nachdem sie gesagt hatte, sie opfere ihre Jugend für ihren Job, erntete sie im Internet mächtig Kritik.

Berlin - Emilia Fester ist mit 24 Jahren die jüngste Abgeordnete des Bundestags. Nach ihrer ersten Rede im Parlament, in der sie sich für die allgemeine Impfpflicht aussprach, wurde sie mit harter Kritik und Hass im Internet konfrontiert. Jetzt hat die Grünen-Politikerin dem Spiegel ein Interview gegeben. Erneut wurde im Netz mit strenger Kritik und Häme gegenüber Fester reagiert. Ihren Kritikern zufolge seien ihre Aussagen vermessen gewesen.

Emilia Fester: Ihre erste Rede im Bundestag und der „Shitstorm“ der folgte

Emilia Fester hielt ihre erste Rede in der Debatte zur allgemeinen Impfpflicht. Damals hatte sie sich für die Einführung ebenjener Impfpflicht ausgesprochen. Unter anderem ging sie auf ihren Verzicht während der Corona-Pandemie ein: „Ich war nicht in der Uni, ich war nicht im Ausland. Ich habe kein Museum und auch kein Festival besucht. Ich habe nicht mal eine Person, die ich noch nicht kannte, geküsst oder meinen Geburtstag gefeiert. Ich war, verdammt noch mal, nicht einmal in einem Club. Tanzen, feiern und all das, was ich so vermisse“. Daraufhin wurde sie im Internet heftig kritisiert. Jedoch kam nicht nur Kritik gegen Fester, sondern auch Hass. Wie der Spiegel berichtete, bekam die junge Grünen-Politikerin Morddrohungen.

Emilia Fester: Nach Spiegel-Interview erntet die Abgeordnete erneut Kritik

In ihrem Interview mit dem Spiegel ging Fester auf ihr Privatleben ein. Sie arbeite 80 bis 90 Stunden in der Woche. „Hobbys habe ich eigentlich keine mehr“, teilte die Grünen-Politikerin mit. Die harten Arbeitsbedingungen und der Mangel an Privatleben führte Fester zu dem Schluss: „Letztendlich opfere ich auch meine eigene Jugend für diesen Job.“ Mit dieser Aussage polarisierte die Abgeordnete aufs Neue, berichtet Merkur.de. Vor dem Hintergrund des Einkommens von Bundestagsabgeordneten, welches sich auf circa 10.000 Euro beläuft, genauso wie wegen der prestigereichen Position als Abgeordnete, wurde Festers Darstellung des Opferns von vielen kritisiert. Gerade im Vergleich zu anderen Menschen im jungen Alter, die über deutlich weniger Einkommen verfügen und dennoch viel arbeiten, sei Festers Aussage unangebracht. So schrieb unter anderem der Journalist Julius Böhm, er würde das Mandat für den Bundestag, anders als Fester, als Privileg begreifen. (lp)

Auch interessant

Kommentare