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Die Häuser in der Rigaer Straße sind Symbol für den Kampf linker und linksextremer Gruppen gegen eine Stadtumwandlung. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Angriff auf AfD-Politiker

Kommentar zu Linksextremen nach Angriff auf AfD-Politiker: Erschütternd einfaches Weltbild

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Auch Linksextreme dürfen das Gesetz nicht in die eigene Hand nehmen, kommentiert Dieter Sattler, nachdem der AfD-Politiker Frank Magnitz vermutlich von Linksextremen zusammengeschlagen wurde.

Das Weltbild der Linksradikalen aus der Antifa-Bewegung ist sehr einfach strukturiert. Bei ihnen fängt das Nazi-Denken schon bei dem konservativen Teil der Union an. Von Horst Seehofer (CSU) über Alexander Gauland (AfD) führt eine Brücke direkt zur NPD und in die dunkle deutsche Vergangenheit. Zwar ist klar, dass die in den Gründungstagen von Bernd Lucke noch rechtsliberal-konservative AfD sich in Teilen radikalisiert hat, aber sie ist in Gänze noch keine rechtsextreme Partei.

Aber selbst wenn sie das wäre, hätten Linksextreme längst noch nicht das Recht, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Aber sie tun es immer öfter. Die gewalttätigen Übergriffe auf AfD-Politiker häufen sich. In Bremen wurde es jetzt für den dortigen AfD-Chef sogar lebensgefährlich, als er von wahrscheinlich Linksextremen zusammengeschlagen wurde.

Dieter Sattler

In Ostdeutschland hatte es wie es zuletzt in Döbeln schon etliche kleinere Anschläge auf Politiker oder Einrichtungen der AfD gegeben. In Frankfurt-Bockenheim wurde im November auf Flugblättern zur Jagd auf einen dort lebenden AfD-Aktivisten geblasen.

Da der Zeitgeist eher rechts als links steht, droht sicher im Moment dem demokratischen Staat mehr Gefahr von nationalistischer als von der anderen Seite. Dennoch sollte niemand die Gewaltbereitschaft von Links unterschätzen, die sich auch bei den Ausschreitungen zur EZB-Eröffnung in Frankfurt (2015) und beim G 20-Gipfel in Hamburg (2017) manifestiert hatte.

Der Marxismus hat, wie der Frankfurter Sozialphilosoph Jürgen Habermas einmal bemerkte, sicher ein humaneres Menschenbild als das rassistische und sozialdarwinistische der Nazis. Aber unter dem Strich haben Marxens missratene Kinder Stalinismus und Maoismus noch mehr Menschen das Leben gekostet als der Faschismus. Den Opfern war es egal, ob sie für eine „gute“ oder schlechte Ideologie starben.

„Les extremes se touchent“ (die Extreme berühren sich), heißt es in Frankreich. Denn alle Fanatiker, das trifft auch für die aus religiösen Gründen zu, glauben, allein im Besitz der Wahrheit zu sein. Andersdenkende müssen nach dieser Doktrin möglichst bekehrt oder notfalls gewaltsam bekämpft werden. Letzteres aber darf der Rechtsstaat nicht zulassen, selbst wenn Gewalt gegen Rechts für viele Linke (auch solche aus dem nicht ganz extremen Lager) wegen des vermeintlich guten Zwecks als tolerabel gilt.

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