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Europaspiele und die Chancen auf Olympia

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Halbzeit bei den ersten Europaspielen in Baku. Sportlich fällt die Zwischenbilanz durchaus positiv aus.

Halbzeit bei den ersten Europaspielen in Baku. Und ja, so sehr das sportliche Großereignis auch eine Propaganda-Veranstaltung des Alleinherrschers Ilham Alijew ist, sportlich fällt die Zwischenbilanz durchaus positiv aus – zumindest in jenen Sportarten, in denen Olympia-Qualifikationen oder andere Reize für ein leistungsstarkes Starterfeld sorgten.

Und abermals ja, die Spiele könnten durchaus eine rosige Zukunft haben, wenn mehr Sportarten ihre Europameisterschaften in die Europaspiele einbinden würden. Angeblich sieben Bewerber für die nächste Auflage 2019 belegen immerhin ein offensichtlich weiter existierendes Interesse an dem kontinentalen Großevent.

Dennoch spricht Dirk Schimmelpfennig der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku jegliche Chancen für eine erneute Olympia-Bewerbung nach dem Scheitern für die Sommerspiele 2016 und 2020 ab. Das er da nur mal nicht falschliegt. Der Leistungssport-Vorstand im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und Chef de Mission bei den Europaspielen attestiert zwar ebenfalls dem Gastgeber zur Halbzeit der europäischen Premieren-Veranstaltung eine organisatorisch hervorragende Leistung und lobt die modernen Wettkampfstätten. Die nach wie vor inakzeptable Menschenrechtslage sowie die fehlende Presse- und Meinungsfreiheit sieht er allerdings als Ausschlussargumente. Und zweifellos ist auch ein Publikum, das ausschließlich die Topleistungen der eigenen Athleten bejubelt, nicht gerade eine Empfehlung für einen erneuten Olympia-Anlauf. Wenn sich Schimmelpfennig da nur nicht täuscht.

Dass dies die ehrenwerten Herrn im IOC nämlich genauso sehen, dafür gibt es keine Garantien. Und in Thomas Bach sollte man da auch keine allzu großen Hoffnungen setzen. Der deutsche IOC-Präsident, der bei seinem Baku-Besuch gut gelaunt mit Vladimir Putin zu sehen war, hat ja auch schon verkündet, dass totalitäre Regierungen kein Ausschlusskriterium für sportliche Großereignisse seien. Bach verspricht sich vom Gedanken des Sportsgeistes eher eine Initialzündung für ein politisches Umdenken in solch kritisierten Gastgeberländern.

Man sieht, es liegt längst nicht nur in der Fifa einiges im Argen.

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