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Eintracht-Chef Fischer hat nun eine Strafanzeige der AfD am Hals.

Streit

Experte hält AfD-Kritik des Eintracht-Vorsitzenden für legitim

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Hat sich der Eintracht-Präsident mit seiner Breitseite gegen die AfD mutig positioniert oder in unzulässiger Weise politisch eingemischt? Darüber ist ein Streit entbrannt. Ein Wissenschaftler verteidigt Peter Fischer – zumindest teilweise.

Mutig, aber gewagt nennt Nils Zurawski, Sozialwissenschaftler an der Uni Hamburg, die Äußerung von Peter Fischer zur AfD. Dieser hatte gesagt, dass er keine AfD-Wähler in den Reihen von Eintracht Frankfurt haben möchte. Wissenschaftler Zurawski sagt im Interview mit dieser Zeitung, ein Vereinspräsident könne sich grundsätzlich in dieser Weise äußern. Denn die AfD sei ein Symbol für „salonfähig werdende rechtsradikale Tendenzen“.

Generell billigt Zurawski den Sportvereinen das Recht zu, sich politisch einzumischen. „Vereine sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft“, sagt der Wissenschaftler. Dennoch sieht es Zurawski auch als problematisch an, wenn AfD-Anhänger ausgegrenzt werden. Es könne sein, dass nicht jeder im Verein die Äußerung Fischers billige. Und das Eintracht-Publikum auf den Stadionrängen sei ein Spiegelbild der Gesellschaft mit entsprechendem AfD-Wähleranteil. Vielleicht sei es besser, sich argumentativ mit der Partei auseinanderzusetzen, als sie zu ächten.

Auch die Reaktionen in den vergangenen Tagen zeigen, dass viele Fischers Vorstoß ablehnen. So wird die Eintracht-Geschäftsstelle vor allem mit kritischen E-Mails zugeschüttet.

Die hessische AfD geht unterdessen juristisch gegen den Eintracht-Chef vor. „Wir haben Strafanzeige gegen Peter Fischer wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt“, teilten die beiden Landessprecher der Partei gestern mit.

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