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Ehemaliger Oberbefehlshaber der Nato: „Putin weiß, dass er einen Fehler gemacht hat“

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Von: Constantin Hoppe

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Ein Ex-Nato-Oberkommandierender glaubt, dass Putin mit dem Angriff auf die Ukraine einen Fehler gemacht hat und sieht ein Kriegsende in frühestens sechs Monaten.

Washington D.C. – Sechs Monate – so lange könnte der Ukraine-Krieg nach Einschätzung von Admiral James Stavridis noch andauern. Der ehemalige Nato-Chef glaubt, bis zu diesem Zeitpunkt die militärischen Ressourcen Russlands knapp werden könnten.

In einem Interview im US-Radio sprach Stavridis über seine Einschätzung der Situation im Ukraine-Krieg und der Position von Wladimir Putin, wie das Magazin Newsweek berichtete. Der russische Präsident Wladimir Putin „weiß, dass er mit dem Einmarsch in die Ukraine einen Fehler gemacht hat“, sagte der ehemalige NATO-Oberbefehlshaber am Sonntag (14. August).

Admiral Stavridis über den Ukraine-Krieg: Kommt ein zweites Korea in der Ukraine?

„Putin wird behaupten, die Nato habe ihn irgendwie in diese Ecke, in diesen Konflikt, gedrängt“, sagte Stavridis. „Aber alles, was geschehen ist, hat Wladimir Putin zu verantworten: die Invasion, die Sanktionen, die darauf folgten, die militärische Gegenwehr. Ich glaube, er weiß das in seinem Herzen, er wird es nur nicht öffentlich zugeben.“

Putin bei Parade zum «Tag der Marine»
Wladimir Putin hat einen Fehler gemacht, sagt Ex-Nato-Chef Admiral James Stavridis. © Dmitri Lovetsky/dpa

Während des Interviews wurde Stavridis zudem gefragt, wie lange der Konflikt in der Ukraine aus seiner Sicht noch andauern könnte. Darauf antwortete er, dass sowohl die Ukraine, als auch Russland noch mindestens sechs Monate von einer Lösung entfernt seien.

Nach dem Ukraine-Krieg kommt ein „eingefrorener Konflikt“, glaubt Ex-Nato-Chef James Stavridis

Insbesondere die starken Verluste auf russischer Seite seien dabei eine Option für Friedensverhandlungen: Truppen und Militärausrüstung aus Russland seien nach Einschätzung Stravridis in sechs Monaten in einer schwierigen Situation. Allerdings stände die Ukraine vor ähnlichen Problemen, denn „die Geduld des Westens und der kontinuierliche Fluss von Geld und Waffen sind nicht unendlich“, sagte der ehemalige Nato-Chef. Die einzige Lösung seien Verhandlungen.

Nach Kriegsende sieht Stavridis eine ähnliche Situation wie nach dem Koreakrieg und der Teilung von Süd- und Nordkorea: Einen Waffenstillstand mit einer militarisierten Zone zwischen den beiden Konfliktparteien - einen „eingefrorenen Konflikt“. (con)

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