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Flüchtlinge nehmen Impfangebote "gut und gerne an"

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Von: Christiane Warnecke

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Hessens Gesundheitsminister Kai Klose rechnet bei ohnehin stark steigenden Corona-Fällen mit Infektionsgeschehen in Aufnahmeeinrichtungen

Frankfurt -Die stark steigenden Corona-Infektionszahlen bereiten Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) derzeit gleich doppelt Sorgen: Zum einen beklagt er, dass den Ländern ab dem 20. März nur noch ein "Rumpfsortiment an Instrumenten" zur Verfügung stehen solle, um die Pandemie einzudämmen. Zum anderen hält es Klose "trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wahrscheinlich für schwer vermeidbar", dass es in den Flüchtlingsunterkünften für Menschen aus der Ukraine "auch zu Infektionsgeschehen kommen wird". "Bei einer Unterbringung von so vielen Menschen auf relativ engem Raum und dem Transport in übervollen Zügen ist das nicht auszuschließen", bekennt der Minister. Gleichzeitig betont er die Anstrengungen des Landes und der Kommunen, Ansteckungen in den Flüchtlingsunterkünften zu minimieren. "Bei der Ankunft werden alle Menschen auf Corona getestet", versichert der stellvertretende Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, Antoni Walczok. Positiv Getestete würden direkt abgesondert. Es handele sich aber bislang nur um wenige Fälle "im einstelligen Bereich", berichtet Walczok.

Eine Herausforderung sei allerdings die niedrige Impfquote von 35 bis 40 Prozent unter den geflüchteten, gibt Minister Klose zu bedenken. Und davon seien viele mit in der EU nicht zugelassenen chinesischen oder russischen Impfstoffen immunisiert. Deshalb würden in der Erstaufnahmeeinrichtung direkt Impfangebote gemacht, "die werden auch gut und gerne angenommen", berichtet Klose.

Engpässe bei Kinderärzten möglich

Im Aufnahmezentrum in Frankfurt hätten die Flüchtlinge auch direkt die Möglichkeit, sich medizinisch untersuchen oder mit Medikamenten versorgen zu lassen. Zudem sei jeder Geflüchtete aus der Ukraine automatisch krankenversichert und bekomme ein Schreiben, mit dem er sich auch bei niedergelassenen Ärzten behandeln lassen könne, erklärt Walczok. Das wiederum könne zu Engpässen bei den ohnehin schon überlasteten Kinderärzten führen, denn es handele sich ja überwiegend um Frauen mit Kindern, die derzeit in Hessen ankämen. Bislang seien aber kaum Menschen mit schweren Corona-Erkrankungen darunter, sagt der Gesundheitsminister. In Einzelfällen würden Patienten auch an Fachärzte überwiesen. Auch eine stationäre Versorgung sei möglich, aber bislang nur selten nötig, ergänzt Walczok.

Am Mittwoch hatte das Land mitgeteilt, Hessen bereite sich mit einem Bündel an Maßnahmen auf die Ankunft und Aufnahme der Kriegsflüchtlinge vor. Das betreffe vor allem die Unterbringung der Menschen, aber auch die medizinische Versorgung von Kriegsopfern und die Möglichkeit von Unterricht in den Schulen des Landes.

Die FDP-Fraktion im Hessischen Landtag forderte gestern mehr finanzielle Unterstützung der Landesregierung für die Städte und Gemeinden bei der Aufnahme und Unterstützung von Kriegsflüchtlingen. Damit die Kommunen handlungsfähig blieben, benötigten sie unbürokratische Unterstützung vom Land etwa durch Sofortprogramme, erklärte FDP-Fraktionschef René Rock. Das betreffe vor allem finanzschwache Kommunen.

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