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Ford kritisiert Bundeswehr Anzeige in Zeitung.

Auch VW betroffen

Heftige Kritik: Ford-Betriebsrat außer sich wegen Bundeswehr-Werbung: „Respektlos“

Die Bundeswehr wirbt mit einer Zeitungsanzeige um Ford-Mitarbeiter, die ihren Job verlieren könnten. Das löste heftige Reaktionen aus. Der Betriebsrat kritisiert die Bundeswehr für die Aktion.

Köln - Der Betriebsrat von Ford Europa kritisiert die Bundeswehr für ihre Werbeanzeige in einer Kölner Zeitung. Das Heer spielt damit auf den drohenden Stellenabbau im Kölner Autowerk an, darüber berichten mehrere Medien. Auf der Titelseite der Boulevardzeitung ist eine große Anzeige mit dem Text „Job Fort? Mach, was wirklich zählt“ abgedruckt. Das Wort Fort wurde wie das „Ford-Logo“ designt. 

Ford-Betriebsrat außer sich wegen Bundeswehr-Werbung

Martin Hennig, Betriebsratschef von Ford Europa, ist der Meinung, die Anzeige sei absolut unangemessen und respektlos. Er finde es erschreckend, dass eine staatliche Organisation das nötig habe: „Die Bundeswehr instrumentalisiert auf geschmacklose Weise Schicksale für Werbezwecke.“

Grünen-Politiker Tobias Lindner sagte dem Spiegel: „Diese Art von Werbung ist geschmacklos, fast makaber.“ Er fordert von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Kampagne zurückzuziehen.

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Auch bei VW gibt es unangemessene Bundeswehr-Werbung

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass man niemanden beleidigen wolle: „Die Bundeswehr will Menschen, die von Stellenabbau betroffen sind, eine berufliche Perspektive in Uniform oder in unserem zivilen Bereich anbieten.“ Die Sprecherin machte auch darauf aufmerksam, dass die Bundeswehr auch in Wolfsburg vor dem VW-Werk geworben hätte. Dort stand der Spruch „Einen Job fürs Volk wagen" auf einem Plakat.

In den Ford-Werken in Köln und in Saarlouis sollen in naher Zukunft 5.400 Stellen über Abfindungen und Frühverrentungen wegfallen. Auch Leiharbeiter sollen von dem Sparkurs betroffen sein.

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md

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