Volker Bouffier

 liegt persönlich nur knapp vor SPD-Herausforderer Schäfer-Gümbel.
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Volker Bouffier liegt persönlich nur knapp vor SPD-Herausforderer Schäfer-Gümbel.

Im Auftrag der FNP

Forsa-Umfrage: Bouffier büßt an Boden ein

  • vonChristoph Barkewitz
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Während die aktuelle Koalition aus CDU und Grünen weiterhin eine deutliche Mehrheit in Hessen hat, liegt Regierungschef Volker Bouffier nur knapp vor SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel, sofern die Hessen den Ministerpräsidenten direkt wählen könnten.

Schwarz-Grün liegt in Hessen weiter vorn, die SPD muss leichte Verluste im Vergleich zur Landtagswahl 2013 hinnehmen, FDP und Linke wären mit weiter knapp im Wiesbadener Landtag vertreten. Die AfD, die mit den Folgen des Austritts ihres früheren Parteivorsitzenden Bernd Lucke zu kämpfen hat, würde den Einzug ins hessische Parlament verpassen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Frankfurter Neuen Presse und des Magazins „Stern“.

Demnach käme die Union auf 38 Prozent (2013: 38,3 Prozent), der Koalitionspartner Grüne auf 13 Prozent (11,1), die SPD auf 28 Prozent (30,7), Linke (5,2) und FDP (5,0) auf jeweils fünf Prozent, die AfD würde mit vier Prozent Stimmanteil an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Im Bund käme die CDU laut der Sonntagsfrage auf 40 Prozent, die SPD auf 26 Prozent. Die Grünen liegen demnach bei 13 Prozent, die Linke bei sieben Prozent, die FDP schafft fünf Prozent, die AfD käme mit vier Prozent auch nicht in den Bundestag.

Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner erklärt den höheren Stimmanteil für die CDU im Bund mit dem traditionell eifrigeren Urnengang der Unionsanhänger bei Bundestags- als bei Landtagswahlen. Außerdem sei die „Merkel-CDU offenbar deutlich mehr wert als die CDU vor Ort“, so Güllner.

Schwacher Wert für Bouffier

Die Bundes-SPD sei bei allen Forschungsinstituten in einem permanenten Umfragetief, sagt Güllner. In den Ländern sehe dies freundlicher aus, deshalb gebe es den leichten Bonus für die Hessen-SPD im Vergleich zur Bundes-SPD. Dass kein CDU-Landesfürst auch nur annähernd an den Popularitätswert von Kanzlerin Angela Merkel heranreichen kann, zeigt die von Forsa gestellte Frage nach der sogenannten Ministerpräsidentenpräferenz.

Könnten die Hessen ihren Regierungschef direkt wählen, entschieden sich 36 Prozent für Volker Bouffier, 33 Prozent für seinen SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel. „Relativ viele“, nämlich 31 Prozent würden sich derzeit für keinen der beiden entscheiden, sagt Güllner. Besonders für einen amtierenden Ministerpräsidenten sei dies kein guter Wert, meint der Forsa-Chef und verweist auf die Regierungschefs von Hamburg, Olaf Scholz, oder Brandenburg, Dietmar Woidke (beide SPD), die auf Werte zwischen 60 und 70 Prozent kämen.

Dafür, dass der heutige SPD-Landesvorsitzende Schäfer-Gümbel „2009 aus dem Nichts“ gekommen sei, seien dessen 33 Prozent „ein beachtlicher Wert“. Es sei selten, dass ein Herausforderer so nahe beim Amtsinhaber läge.

Auch in seinem eigenen Lager sei Bouffiers Rückhalt „nicht sonderlich stark“, so Güllner: 63 Prozent der Unionsanhänger wünschten sich Bouffier als Regierungschef. 95 Prozent der CDU-Sympathisanten hingegen sprächen sich für Merkel als Kanzlerin aus. Die Anhängerschaft des Koalitionspartners Grüne wünscht sich mit 52 Prozent mehrheitlich SPD-Mann Schäfer-Gümbel als Regierungschef, nur 19 Prozent plädieren für Bouffier.

SPD-Werte sind noch ausbaufähig

CDU-Generalsekretär Manfred Pentz konnte der Umfrage trotzdem Positives abgewinnen: „Wir freuen uns, dass die CDU stabil in der Gunst der Wähler liegt und wir auf Höhe unseres Landtagswahlergebnisses von 2013 gesehen werden.“ Er verwies darauf, dass laut einer von der Hessen-CDU im Juli in Auftrag gegebenen Umfrage 59 Prozent der Wahlberechtigten mit Bouffiers Arbeit zufrieden oder sogar sehr zufrieden seien.

Die stabile Mehrheit für CDU und Grüne bestätige die erfolgreiche Arbeit der Landesregierung. Bouffier hat sich in fünf Jahren null Amtsbonus erarbeitet, selbst die Rolle als amtierender Bundesratspräsident mit ihren Repräsentationsterminen hat sein Standing nicht verbessert“, urteilt dagegen der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Günter Rudolph. Schäfer-Gümbel liege sehr gut im Vergleich zu Amtsinhaber Bouffier. Die SPD-Werte seien etwas besser im Bund, aber noch ausbaufähig. „Daran arbeiten wir“, so Rudolph.

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