Die Stadt Frankfurt aus der Vogelperspektive
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Die Stadt Frankfurt aus der Vogelperspektive

Entscheidung im Magistrat

Frankfurt will Flüchtlinge aus Moria aufnehmen

Im Magistrat in Frankfurt ist heute die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria das Thema. Bereits 2015 hat die Mainmetropole erfolgreich mehr als 7500 geflüchtete Menschen aufgenommen.

  • Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria ist ganz Europa zur Hilfe aufgefordert.
  • Der Frankfurter Magistrat wird sich wahrscheinlich noch heute für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria aussprechen.
  • Der Stadtverordnete der Grünen, Bernhard Maier, schlägt eine „humanitäre Städtepartnerschaft“ mit Moria vor.

Frankfurt – Während Europa nach wie vor um eine gemeinsame Lösung angesichts der Krise um das niedergebrannte Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ringt, wird der Frankfurter Magistrat sich heute wohl dafür aussprechen, Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen. „Es ist ein Gebot der Stunde, in der augenblicklichen Situation Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe zu zeigen und in dieser besonderen humanitären Krise zu helfen“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) auf Anfrage dieser Zeitung.

Frankfurt soll Geflüchtete aus Moria aufnehmen: „Frankfurt hat bewiesen, dass sie helfen kann.“

„Die Bilder aus Moria sind schrecklich und erschüttern uns alle.“ Ganz Europa sei zur Hilfe aufgefordert, doch leider sei es bis heute nicht gelungen, ein gemeinsames Handeln in der Europäischen Union zu erreichen.

Ähnlich sieht dies der Sprecher der Grünen im Magistrat, Gesundheitsdezernent Stefan Majer: „Frankfurt hat bewiesen, dass sie helfen kann.“ Seit 2015 seien mehr als 7500 geflüchtete Menschen in der Mainmetropole aufgenommen worden. Derzeit seien noch 4310 Geflüchtete in insgesamt 87 Unterkünften in der Stadt untergebracht, 2212 davon hätten eine Anerkennung, 279 seien unbegleitete Minderjährige. „Wir wollen auch jetzt helfen und alles daransetzen, für die akut auf Moria zu versorgenden Menschen Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen“, unterstreicht Becker.

Für die Geflüchteten aus Moria werden Übergangslösungen gefunden: „Die Stadt Frankfurt ist Willens, ihren Beitrag zu leisten“.

Wo zusätzliche Flächen für Unterkünfte notwendig seien, sollten diese zeitnah zur Verfügung gestellt und dabei auch Übergangslösungen in Betracht gezogen werden, selbst wenn Flächen hierzu mittelfristig für andere Nutzungen vorgesehen seien, fordert Majer. Der Schutz menschlichen Lebens sei jetzt „das humanitäre Gebot“. „Die Stadt Frankfurt ist Willens, ihren Beitrag zu leisten“, betont Becker.

Frankfurt: Stadt will Geflüchteten aus Moria schnell und unbürokratisch helfen

Rückendeckung für diese Haltung gibt es aus dem Stadtparlament: „Je schneller und unbürokratischer die Stadt Frankfurt handelt, desto stärker setzen wir ein Zeichen für die Menschlichkeit und können damit auch andere anregen, es Frankfurt gleich zu tun“, sagt etwa SPD-Fraktionschefin Ursula Busch.

Der Stadtverordnete der Grünen, Bernhard Maier, hatte eine „humanitäre Städtepartnerschaft“ mit Moria vorgeschlagen, „um den obdachlosen Geflüchteten unkompliziert und schnellstmöglich ein Dach über dem Kopf anbieten zu können“. (red)

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