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Frankfurt ohne Bankenaufsicht? Davon geht die Welt nicht unter!

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Dass die Europäische Bankenaufsicht EBA nicht nach Frankfurt kommt, ist ärgerlich, schreibt unser Wirtschaftschef Michael Balk. Eine Katastrophe ist es aber nicht.

Das war ein schwarzer Montag für Frankfurt. In einem eigenartigen Wahlverfahren hatten Paris und Dublin die Nase vorn. Am Ende reichte der französischen Hauptstadt ein hauchdünner Vorsprung.

Zu siegessicher waren die Verantwortlichen am Finanzplatz, in der hessischen Landesregierung und der Bundesregierung gewesen. Frankfurt sei der natürliche Standort für die EU-Behörde, lautete der Tenor. Da brauche man sich nicht weiter anzustrengen. Die Sache läuft. Schließlich ist am Main der Sitz der Europäischen Zentralbank, die ebenfalls als Bankenaufsicht fungiert. Zudem beherbergt Frankfurt die Europäische Aufsicht für das Versicherungswesen. Bis zuletzt galt eine Fusion von Banken- und Versicherungsaufsicht als abgemachte Sache. Doch die Entscheidungswege in Brüssel sind verschlungen. Das hat die bittere Frankfurter Niederlage wieder deutlich gemacht. Nicht immer geben die besten Sachargumente den Ausschlag. Die EU ist ein politisches Gebilde. Und dementsprechend wird bei Personal- wie auch Standortentscheidungen taktiert, der politische Vorteil gesucht, werden Kuhhändel verabredet und Hinterzimmerdeals geschlossen.

Die EBA hätte das Image Frankfurts im globalen Konzert der Finanzmetropolen weiter aufpolieren können. Daraus wird nun nichts. Für den Finanzplatz geht die Welt nicht unter.

michael.balk@fnp.de

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