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So funktioniert das Geschäftsmodell

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Von: Dieter Hintermeier

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Die rechtlichen Regeln für die Leiharbeit finden sich in Deutschland in einem Werk mit dem sperrigen Titel „Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG)“. Und wie funktioniert Leiharbeit?

Die rechtlichen Regeln für die Leiharbeit finden sich in Deutschland in einem Werk mit dem sperrigen Titel „Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG)“. Und wie funktioniert Leiharbeit?

Der klassische Leiharbeiter ist bei seinem „Verleiher“ angestellt. Dieser ist gegenüber seinem Mitarbeiter für die Einhaltung der arbeitsvertraglichen, tarifvertraglichen und gesetzlichen Arbeitnehmerrechte verantwortlich. Das Leiharbeitsverhältnis unterliegt übrigens demselben Kündigungsschutz wie jedes andere Arbeitsverhältnis.

Seine Arbeitsleistung erbringt der Leiharbeitnehmer aber nicht bei dem Verleiher, sondern beim Entleiher. Das Weisungsrecht für den Arbeitnehmer wird dabei dem Entleiher übertragen. Bei der sogenannten Arbeitnehmerüberlassung wird zwischen dem Verleiher und dem Entleiher ein Stundensatz für die zu leistende Arbeitszeit vereinbart, der nicht identisch mit dem Lohn des Arbeitnehmers ist. Jungingenieure erwirtschafteten 10 000 Euro Umsatz im Monat für den Verleiher, so Berechnungen von Experten.

Der Ursprung des Arbeitnehmerüberlassung geht auf die USA zurück. Die Anwälte Elmer L. Winter und Aaron Scheinfeld benötigten kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges für die Erstellung eines juristischen Schriftstückes eine Sekretärin. Auf der Suche nach einer kompetenten Mitarbeiterin wurde ihnen klar, dass die neue Schreibkraft nur kurze Zeit einen Vertrag bekommen könne. Daraus, und aus der Tatsache, dass ihnen niemand von einer anderen Firma kurzfristig zur Verfügung stand, entwickelten sie eine Idee: Das Prinzip der Arbeitnehmerüberlassung. Bereits 1948 gründeten sie die Firma Manpower in Milwaukee. In den USA konnte sich dieses Konzept sehr schnell verbreiten und erfuhr einen raschen Aufschwung. Die Expansion setzte sich in Europa fort. 1956 eröffneten Büros in Paris und London. In Deutschland gründete Günter Bindan 1960 in Bremen das erste deutsche Zeitarbeitsunternehmen. Dieses Unternehmen gehörte bis 2005 zu den führenden Zeitarbeitsfirmen in Deutschland. 2006 erfolgte die Übernahme der Firma Bindan durch das Zeitarbeitsunternehmen Randstad.

(hin)

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