Unbefugtes Fotografieren oder Filmen wird bestraft

GroKo bringt Gesetz gegen „Gaffer“ und „Spanner“ auf den Weg - nun droht Gefängnis

Wer Aufnahmen von Unfall-Opfern macht oder Menschen unter ihrer Kleidung aufnimmt, soll künftig härter bestraft werden - unter anderem mit langer Haft.

  • Das so genannte „Upskirting“ wird künftig mit einem eigenen Straftatbestand geahndet.
  • Gleiches soll in Zukunft für das Aufnehmen von Opfern von Unfällen gelten.
  • Es drohen nun empfindliche Freiheits- oder Geldstrafen.

Berlin - Gesetz gegen „Spanner“ und „Gaffer“: Das heimliche Filmen oder Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt kann künftig mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Gleiches gilt für die Weiterverbreitung solcher Aufnahmen. Eine entsprechende Gesetzesverschärfung hat am Freitag abschließend auch der Bundesrat gebilligt. Das sogenannte „Upskirting“, bei dem unter Röcke und Kleider fotografiert oder gefilmt wird, war nach bisheriger Rechtslage meist keine Straftat.

Anti-Gaffer-Gesetz: Wer Unfalltote filmt oder fotografiert, dem drohen Strafen

Strafen drohen in Zukunft überdies auch, wenn jemand Unfalltote fotografiert oder filmt. Bislang schützte das Strafrecht nur lebende Unfallopfer. Die Regelungen treten voraussichtlich noch in diesem Jahr in Kraft. Hierzu wird der Kreis der zu schützenden Menschen im Paragraf 201a des Strafgesetzbuchs auf Verstorbene ausgeweitet.

„Gaffer“- und „Spanner“-Fotos: Bundesregierung will Rechte von abgebildeten Personen stärken

Durch die Verschärfungen soll die Verbreitung entsprechender Aufnahmen vor allem über soziale Netzwerke eingedämmt werden. Handykameras seien inzwischen in der Lage, Bildaufnahmen von hoher Qualität zu erstellen, heißt es im Gesetzentwurf. Die zunehmende Verfügbarkeit von Kameras und die Möglichkeit, diese einfach und unauffällig zu nutzen, führe immer häufiger dazu, dass die Rechte der abgebildeten Personen von den aufnehmenden Personen nicht beachtet würden.

Das heimliche Filmen oder Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt kann künftig mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. (Symbolbild)

Gesetzentwurf gegen „Gaffer“ und „Spanner“: Unbefugtes Fotografieren künftig unter Strafe

Die Bundesregierung teilte dazu auf ihrem offiziellen Facebook-Account mit: „Wer Fotos oder Videos von Todesopfern bei Unfällen macht oder verbreitet, soll künftig bestraft werden. Auch das unbefugte Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt wird unter Strafe gestellt. Die Bundesregierung hatte das Gesetz auf den Weg gebracht. Nach dem Bundestag hat heute auch der Bundesrat zugestimmt.“

In München ereignete sich jüngst ein Unfall, bei dem rund 60 Gaffer den Vorfall beobachteten oder filmten, aber nicht halfen. (dpa/AFP/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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