1. Startseite
  2. Politik

Hängen gelassen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Katja Sturm

Kommentare

Eigentlich sollen ihre Position gestärkt und langfristige Perspektiven aufgebaut werden. Doch beim geplanten Wandel des deutschen Spitzensports sind es wieder einmal viele (Bundes-)Trainer, die zu

Eigentlich sollen ihre Position gestärkt und langfristige Perspektiven aufgebaut werden. Doch beim geplanten Wandel des deutschen Spitzensports sind es wieder einmal viele (Bundes-)Trainer, die zu spüren bekommen, dass ihr persönliches Schicksal im Medaillenkampf wenig zählt.

Schon vor zwei Wochen schlug der zuständige Berufsverband Alarm, dass selbst erfolgreiche Athletenbetreuer sich arbeitslos melden müssten, weil ihre Verträge erst im nächsten Jahr oder vielleicht auch gar nicht verlängert werden könnten. Damals hieß es, der Bund habe den Verbänden bislang erst drei Viertel ihrer Zuschüsse verbindlich zugesagt. Nun betont Gerhard Böhm, der Leiter der Abteilung Sport im Bundesinnenministerium, dass 93 Prozent der Finanzierung gesichert seien und es deshalb keinen Grund gebe, die Vertragsverlängerungen mit denen, von denen man überzeugt ist, hinauszuzögern.

Doch wie auch immer: Fakt ist, dass man bei allem Ehrgeiz so mit Menschen nicht umgehen sollte. Trainer im deutschen Leistungssport zu sein, ist sowieso kein angenehmer Job: Der Druck ist groß, die Verträge in der Regel auf einen Olympiazyklus beschränkt, und Wochenendarbeit und Überstunden werden nicht angemessen vergolten. Wenn man dann trotz der Bereitschaft, dies auch in Zukunft in Kauf zu nehmen, hängen gelassen wird, liegt es nahe, sich anderweitig umzuschauen. Eine Auseinandersetzung mit einem Konzept, in dem man vielleicht gar keine Rolle mehr spielt, ist dann nicht mehr nötig.

Auch interessant

Kommentare