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Immer mehr Einbrüche: Politik will handeln

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Sie sind schnell, mobil und kennen keine Grenzen. Darum sind internationale Einbrecherbanden den Ermittlern oft um Längen voraus. Auch Hessen ist in immer stärkerem Maß betroffen. Die Politik will jetzt handeln.

Deutschland will den Kampf gegen Einbrecherbanden verstärken. Innenminister De Maizière (CDU) und seine Ministerkollegen aus den Niederlanden und Belgien sowie aus NRW, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen unterzeichneten in Aachen eine Vereinbarung. Diese umfasst acht Maßnahmenpakete, um gegen Eigentumskriminalität vorzugehen. Vor allem die steigende Zahl von Einbrüchen wird auf mobil agierende Banden zurückgeführt. „Neben der Terrorismusgefahr ist die Gefahr, Opfer eines Wohnungseinbruchdiebstahls zu werden, für die Bürger die größte Bedrohung ihres persönlichen Sicherheitsgefühls“, sagte De Maizière. Vorgesehen sind ein intensiverer Austausch von Informationen, aber auch gemeinsame Ermittlungsverfahren. NRW-Innenminister Jäger (SPD) mahnte, die Strafverfolgung müsse genauso beweglich sein wie die Einbrecher. „Das sind oft „Kriminal-Touristen“, die durch ganz Europa ziehen.“ Deshalb sei die enge Zusammenarbeit wichtig.

Auch Frankfurt wurde jetzt wohl wieder von „Kriminal-Touristen“ in Mitleidenschaft gezogen. In der Nacht zum Montag schlugen Einbrecher in zwei Läden zu: Auf der feinen Goethestraße zerstörten drei Täter mit einem gestohlenen Fahrzeug das Schaufenster eines Luxusuhrengeschäftes und ließen kostbare Chronometer mitgehen. Im Dornbusch räumten Einbrecher in unbekannter Zahl den kompletten Verkaufsraum und das Lager einer Modeboutique aus. Dabei stahlen sie Hunderte Stücke im Wert von bis 3000 Euro. Der Gesamtschaden geht in beiden Fällen in die Hunderttausende. Die Täter sind flüchtig.

Was die Menschen bekanntlich sorgt, sind Wohnungseinbrüche. Im vergangenen Jahr gab es in Hessen 11 595 Wohnungseinbrüche, das waren sechs Prozent mehr als 2014. Die Polizei klärte nur jede fünfte Tat auf.

Hessen war bei der Aachener Erklärung nicht dabei, weil sich dort nur Grenznachbarn trafen, die den schnellen und ungehinderten Übertritt der Gauner mit Kontrollmaßnahmen verhindern wollen. Hessen hat bekanntlich keine Grenze zum Ausland.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte die Aachener Erklärung, stellte aber die Frage, wer die Beschlüsse umsetzen soll – wo schon jetzt Personal fehle. Dennoch muss die Politik eine Antwort auf das seit Jahren wachsende Einbruchsproblem finden. Die Fallzahlen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.

Bei der Organisierten Kriminalität (OK) gab es im vergangenen Jahr bundesweit 566 Ermittlungsverfahren, davon 18 in Hessen. Von den rund 8700 waren 65,9 Prozent nicht-deutsche Täter aus dem Ausland, die meisten davon (11,4 Prozent) kamen aus Litauen. 34,7 Prozent waren Deutsche, 9,7 Prozent Türken. rtr,dpa, chc, swe

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