Co-Spitzenkandidatin der Linken für die Bundestagswahl 2021: Janine Wissler.
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Co-Spitzenkandidatin der Linken für die Bundestagswahl 2021: Janine Wissler.

Oppositionspartei positioniert sich

Bundestagswahl 2021: Spektakuläre Forderung von Linken-Spitzenkandidatin - Immobilienkonzerne „enteignen“

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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  • Markus Hofstetter
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Janine Wissler und Dietmar Bartsch sind die Spitzenkandidaten der Linken für die Bundestagswahl 2021. Wissler fordert prompt die Enteignung von Immobilienkonzernen in Deutschland.

Update vom 11. Mai, 13.20 Uhr: Spektakuläre Ideen der Linken im Bundestagswahlkampf 2021. Die Parteivorsitzende Janine Wissler hat im Interview mit dem Nachrichtensender phoenix einen bundesweiten Mietendeckel und die Enteignung großer Immobilienkonzerne gefordert.

Die Linke bei der Bundestagswahl 2021: Janine Wissler fordert Mietendeckel in Deutschland

„Wir brauchen einen bundesweiten Mietendeckel, das heißt einen Mietenstopp, damit die Mieten nicht weiter durch die Decke gehen“, sagte Wissler. Das Thema Wohnen sei zu wichtig, um es dem Markt zu überlassen. Wohnungen „sind ein Zuhause für Menschen und kein Rendite- und Anlageobjekt. Und deswegen wollen wir nicht, dass Immobilienkonzerne immer mehr Wohnungen aufkaufen, die Preise in die Höhe treiben und damit einkommensschwache Mieterinnen und Mieter verdrängen.“

Die Linke wolle große Immobilienkonzerne, wie Deutsche Wohnen und Co., „enteignen“ und „vergesellschaften“, kündigte Wissler weiter an: „Wir brauchen kommunale Wohnungsgesellschaften in der öffentlichen Hand. Und wir brauchen deutlich mehr Sozialwohnungen“. Bei der Bundestagswahl hat Wisslers Partei 9,2 Prozent der Stimmen erreicht und zog damit als fünftstärkste Fraktion in den Deutschen Bundestag ein. Bei der jüngsten Umfrage von RTL/ntv zur Bundestagswahl 2021 kam die Linke gerade mal noch auf sechs Prozent*.

Die Linke bei der Bundestagswahl 2021: Janine Wissler und Dietmar Bartsch sind die Spitzenkandidaten

Update vom 10. Mai, 12.20 Uhr: Die Linke geht mit dem Spitzenduo Janine Wissler und Dietmar Bartsch in die Bundestagswahl am 26. September. Das teilte Wisslers Ko-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow am Montag in Berlin mit. Es liegt eine gewaltige Aufgabe vor den Spitzenkandidaten, denn die Linke liegt in Umfragen derzeit nur zwischen sechs und acht Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte sie 9,2 Prozent der Stimmen erzielt.

Wissler und Bartsch kommen aus unterschiedlichen Lagern innerhalb der Linken. Während Bartsch, der zu den Reformern zählt, offen für ein grün-rot-rotes Bündnis nach der Wahl ist, äußerte sich Wissler, die eher links steht, dazu bisher deutlich zurückhaltender. Knackpunkt könnte das Thema Außenpolitik sein.

Erstmeldung vom 10. Mai: Berlin - Die Linke* bestimmt am heutigen Montag ihre Spitzenkandidaten für die anstehende Bundestagswahl*. Die Vorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler* legen dem Parteivorstand ihren Personalvorschlag vor. Um 12 Uhr soll die Entscheidung bekanntgegeben werden. Die Spitzenkandidaten wollen sich anschließend zu ihren Plänen äußern.

Die Linke in der Bundestagswahl 2021: Wissler und Bartsch sind die Favoriten

Janine Wissler und Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch gelten nach Informationen der dpa als Favoriten. Äußerungen von Hennig-Wellsow untermauern dies. „Grundsätzlich spricht einiges für Janine Wissler und Dietmar Bartsch“, sagte sie am Montagmorgen im Inforadio des rbb. Beide stünden unterschiedlich im Leben und hätten verschiedene politische Erfahrung, „im hessischen Landtag, im Bundestag, Ost, West.“ Damit repräsentierten Bartsch und Wissler auch die Gesellschaft mit ihren vielfachen Bedürfnissen. Bestätigen wollte Henning-Wellsow die Personalie allerdings nicht.

Bartsch war bereits bei der Bundestagswahl 2017 Spitzenkandidat, gemeinsam mit seiner damaligen Co-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht*. Die Linke hatte bei der letzten Wahl 9,2 Prozent der Stimmen geholt. Momentan steht sie in den Umfragen zwischen sechs und acht Prozent.

Die Linke in der Bundestagswahl 2021: Favoriten kommen aus unterschiedlichen Lagern

Janine Wissler, 1981 in Langen geboren, ist seit 2009 Fraktions­vorsitzende der Linken im Hessischen Landtag. 2014 wurde sie zur stell­vertretenden Vor­sitzenden der Bundespartei gewählt, Ende Februar 2021 zur Vorsitzenden. Wissler kommt vom linken Flügel der Partei. Eine Regierungs­beteiligung der Linken in einer rot-rot-grünen Koalition* schließt Wissler grund­sätzlich nicht aus, steht ihr aber skeptisch gegenüber.

Dietmar Bartsch, 1958 in Stralsund geboren, ist seit 2015 Vorsitzender der Linken im Bundestag, zunächst gemeinsam mit Sahra Wagenknecht, seit 2019 neben Amira Mohamed Ali. Bartsch, der dem Reformer­lager der Linken angehört, kann sich eine rot-rot-grüne Regierungs­koalition auf Bundesebene vorstellen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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