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Sozialist Kevin Kühnert und der Liberale Christian Lindner haben zwei grundverschiedene Ansichten über Steuerabgaben.

„Kein Schutzgeld-Erpresser“

Lindner stänkert gegen Steuern - Kühnert hält ihm daraufhin süffisant den Spiegel vor

Popcorn bitte! Auf Twitter lieferten sich Kevin Kühnert und Christian Lindner einen Schlagabtausch. Einstecken mussten letztlich beide. 

Berlin - Dass sich Sozialist Kevin Kühnert und der Liberale Christian Lindner bei den Fragen nach Steuern und Wohlfahrtsstaat kaum einig werden, mag wenig überraschen. Der Twitter-Schlagabtausch der beiden am Samstag schlug dennoch hohe Wellen im Netz. 

Hintergrund ist der sogenannte „Steuerzahlergedenktag“, der vom Bund der Steuerzahler alljährlich berechnet wird. Damit ist der Tag gemeint, ab dem der durchschnittliche Steuerzahler in Deutschland nur noch für die eigene Geldbörse arbeitet. Bis zu diesem Tag ging alles für Steuern und Sozialabgaben drauf. In diesem Jahr ist es laut der Berechnung der 15. Juli, im vergangenen Jahr war es noch der 18. Juli. 

Kevin Kühnert: Mit Steuergeldern wird auch die Diät von Lindner finanziert

Doch die geringfügigen Entlastungen, die zur Datums-Verschiebung geführt haben, sind aus Sicht von FDP-Chef Lindner lange nicht genug. „Die Hälfte des Jahres ist vorbei und doch arbeiten die Bürgerinnen und Bürger immer noch für den Staat. Erst ab dem 15. Juli bekommen die deutschen Steuerzahler auch das Geld, das sie verdienen. Eine Entlastung ist dringend notwendig“, forderte er über Twitter. 

Darauf antwortete Juso-Chef Kevin Kühnert gewohnt schlagfertig: „Der ominöse Staat, für den Ihr bislang alle gearbeitet habt, ist übrigens kein gemeiner Schutzgelderpresser. Sondern das sind wir alle“. Mit dem Geld würden Kitas, Straßen, die Feuerwehr sowie auch die Sozialversicherungen finanziert - sowie die Diät des Bundestagsabgeordneten Lindner, wie Kühnert süffisant hinzufügt. 

Lindner wirft Kühnert „reflexhafte“ Reaktion vor

Der Chef-Liberale ließ das nicht unbeantwortet und warf Kühnert vor, „reflexhaft“ höhere Staatsausgaben für sozialer zu halten als mehr Netto für die Bürger. „Wer braucht Desaster wie PKW-Maut und BER, Subventionen, Bürokratismus? Für Straßen, Polizei, Schulen usw. reicht ein Steuerzahlertag im Juni locker“, meint Lindner. 

Natürlich gab Kühnert hier noch nicht klein bei und bemängelte, dass Lindner vom falschen Ende aus denke: „Zur Bundeswehr sagten Sie 2018 bei Funke: ‚Erst muss der Auftrag des Militärs definiert sein [...]. Danach erst weiß man, was es kostet.‘ Warum fangen Sie bei der Daseinsvorsorge nicht auch mit der Frage nach dem Bedarf an, sondern polemisieren gegen die Kosten?“ Bislang gab es darauf keine weitere Erwiderung Lindners. 

Twitter-Schelte für Kühnert und Lindner nach Steuer-Streit

Die Twitter-Gemeinde ist derweil mit beiden Kontrahenten wenig gnädig. Die einen fragen, wie viel Steuern denn der Jungsozialist Kühnert schon bezahlt habe, der bislang als Student kaum Erfahrungen in der freien Wirtschaft gesammelt hätte. Außerdem seien trotz der vielen Steuerabgaben viele Straßen eben nicht in einem guten Zustand und Kitas dennoch teuer. Lindner dagegen wird vorgeworfen, unglaubwürdig zu sein, weil er fast sein ganzes Leben vom Staat gelebt habe und die FDP in Regierungsverantwortung auch keine spürbaren Steuerentlastungen durchgesetzt habe.

Im neuen Talkformat „Diskuthek“ vom Stern auf YouTube sahen plötzlich die beiden Jungpolitiker Kevin Kühnert (SPD) und Philipp Amthor (CDU) alt aus. Der Moderator hatte die beiden Polit-Senkrechtstarter düpiert.

Derweil erwägt Kevin Kühnert immer noch, für den SPD-Vorsitz zu kandidieren. Er wolle „gründlich überlegen“, bevor er eine Entscheidung darüber trifft.

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