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Kardinal Karl Lehmann beim Festgottesdienst zum seinem 80. Geburtstag im Mainzer Dom.

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Kardinal Lehmann: Abgang eines Versöhners

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Ist es nun Ironie des Schicksals oder nur Zufall? Während der populäre Papst Franziskus gerade auf seine ersten fünf Jahre im Vatikan zurückblickt, verabschiedet sich mit Karl Lehmann ein anderer beliebter Kirchenführer von dieser Welt.

Ist es nun Ironie des Schicksals oder nur Zufall? Während der populäre Papst Franziskus gerade auf seine ersten fünf Jahre im Vatikan zurückblickt, verabschiedet sich mit Karl Lehmann ein anderer beliebter Kirchenführer von dieser Welt. Beide Männer verband eine Menge – vom Naturell wie von ihrem theologischen Ansatz her: Sowohl der erste Papst aus Lateinamerika als auch der langjährige Mainzer Bischof sind, respektive waren volkstümliche, ja ausgesprochen humorvolle Zeitgenossen. Sie gelten, galten auch als Reformer mit dem Ansatz zu integrieren.

Es sind Eigenschaften, die nicht hoch genug geschätzt werden können. Gerade in einer Welt, die durchsetzt ist von Konflikten und bestimmt wird von Führungsfiguren in der Gesellschaft, die polarisieren und spalten statt zu einen und zu versöhnen. Kardinal Lehmann hat dies mit einer Beharrlichkeit getan, die selbst denjenigen, die nicht seiner Meinung waren, höchsten Respekt abverlangt hat. „De mortuis nihil nisi bene – Über die Toten soll man nur Gutes reden“, lautet ein lateinisches Sprichwort. Bei Karl Lehmann fällt dies leicht. Er hinterlässt eine große Lücke.

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