Karl Lauterbach kritisiert die neuesten Äußerungen von Tatort-Schauspieler Jan Josef Liefers. (Archivfoto)
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Karl Lauterbach kritisiert die neuesten Äußerungen von Tatort-Schauspieler Jan Josef Liefers. (Archivfoto)

Corona-Impfung

„Er hat nichts dazugelernt“: Karl Lauterbach zieht Lob für Jan Josef Liefers zurück

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Jan Josef Liefers wirft dem Staat Druck auf gegen Corona ungeimpfte Personen „bis an den Rand der Erpressung“ vor – und sorgt für Kopfschütteln bei Karl Lauterbach.

Kassel/Berlin – Nach seinem „Praktikum“ auf einer Corona-Intensivstation hatte sich Jan Josef Liefers schockiert gezeigt. Der Schauspieler, der mit seiner Kritik an den Corona-Maßnahmen im Frühjahr („#allesdichtmachen“) noch für Aufsehen gesorgt hatte, schilderte seine Einblicke mit teils drastischen Worten. „Alle Covid-Patienten hier auf Intensiv waren schwer erkrankt, dem Tod näher als dem Leben. Alle jung, von 28 bis 48 Jahre alt. Alle ungeimpft“, schrieb der Tatort-Star in einem Gastbeitrag, der am Freitag (08.10.2021) bei bild.de zu lesen war.

„Diese Ehrlichkeit ist sehr hilfreich und nobel“, hieß es von SPD-Politiker Karl Lauterbach*, der für seine Forderungen nach strikteren Maßnahmen in der Pandemie bekannt ist. „Ich glaube viele Impfskeptiker würden ihre Meinung ändern nach einem Besuch auf der Intensivstation“, schrieb er auf Twitter. Dieses Lob währte aber nicht lange. Seine positiven Worte für Jan Josef Liefers zog der Bundestagsabgeordnete nach nur wenigen Stunden wieder zurück.

Corona-Impfung: Jan Josef Liefers wirft dem Staat Druck „bis an den Rand der Erpressung“ vor

In einer Gesprächsrunde beim Fernsehsender Bild am Freitag nannte Liefers die Perspektive von der Intensivstation „auch ein verzerrtes Bild der Realität, weil dort liegen nur die schwersten der schwersten Fälle“. Darüber hinaus sei dem 57-Jährigen aufgefallen, dass das Personal kein Verständnis für Ungeimpfte habe. Der Schauspieler selbst habe sich gegen Corona* impfen lassen. „Ich habe mir das auch nicht leicht gemacht, habe mich sehr erkundigt und am Ende abgewogen und meine Entscheidung getroffen“, sagte er.

„Aber ich weiß natürlich auch, dass wir heute Leute, die sich gegen eine Impfung entscheiden, massiv unter Druck setzen, und das ist mir nicht ganz klar, warum wir das tun.“ Die Bundesregierung habe sich gegen eine Impfpflicht entschieden. Daher sei es für Jan Josef Liefers unverständlich, „Leute sozusagen bis an den Rand der Erpressung unter Druck zu setzen und ihnen auch zum Teil finanzielle Einbußen und berufliche Nachteile mitzugeben“.

Karl Lauterbach: Jan Josef Liefers hat auf Intensivstation „nichts dazugelernt“

Für diese Kritik zeigt Karl Lauterbach überhaupt kein Verständnis. „Unglaublich“, schrieb er auf Twitter. „Ich hatte @JanJosefLiefers noch gelobt, weil er Intensivstation besucht hatte. Das nehme ich zurück. Jetzt nutzt er den Besuch, um dem Staat Erpressung von Ungeimpften zu unterstellen. Er hat gar nichts dazu gelernt.“

Im Frühjahr hatte Jan Josef Liefers mit etwa 50 weiteren Schauspielerinnen und Schauspielern mit ironischen Videobeiträgen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus kritisiert. Die Aufklärung über das Virus wurde damals als Panikmache deklariert. (lrg) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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