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Annegret Kramp-Karrenbauer in der Bütt

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Kommentar zum Karneval: Humor nicht zu eng begrenzen

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Wer den Humor eingrenzen möchte, kann die Fastnacht auch gleich ganz abschaffen, findet unser Kommentator Dieter Sattler.

Jetzt schlägt es 13 und alles über Kreuz“. Das sang Rio Reiser einst, und ähnlich närrisch geht es im Karneval zu. Doch es gibt Menschen, die wollen den Humor eingrenzen und einhegen – so dass man die Fastnacht auch gleich abschaffen könnte. Allein wer am Donnerstag zehn Minuten Kölner und am Freitag 20 Minuten Mainzer Karneval sah, konnte rund zehn Verstöße gegen das normal Erlaubte feststellen. Witze über Peter Altmaiers Fülle waren da schon harmlos. Der blieb auch ruhig sitzen.

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Dieter Sattler

Anders ging es neulich Bernd Stelter, der über Doppelnamen witzelte und prompt von einer Betroffenen zur Rede gestellt wurde. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), die selbst in die Bütt steigt, wird jetzt wegen einer Sottise über das dritte Geschlecht angegriffen. Ein schlechter Witz. Wer schon leichte Grenzüberschreitungen verbieten will, müsste nicht nur Fastnacht, sondern auch Satire untersagen. In der „Heute-Show“ wurde Beatrix von Storch (AfD) mit einem Insekt verglichen, was in umgekehrter politischer Richtung extrem verstört hätte. Die über AKK empörten Grünen sind selbst nicht zimperlich. Immerhin fünf Tweets mussten zuletzt einkassiert werden. Weil sie leichtfertige Nazi-Vergleiche zogen oder bezweifelten, dass Thüringen und Bayern demokratisch sind. Helau!

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