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Kassel-Calden: Das Prinzip Hoffnung

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Es kreißte der Berg und gebar ein Mäuschen, das piept: „Weitermachen wie bisher.“ So in etwa lässt sich die Entscheidung der schwarz-grünen Landesregierung für den unveränderten Weiterbetrieb des

Es kreißte der Berg und gebar ein Mäuschen, das piept: „Weitermachen wie bisher.“ So in etwa lässt sich die Entscheidung der schwarz-grünen Landesregierung für den unveränderten Weiterbetrieb des Flughafens Kassel-Calden in Nordhessen verstehen. Die Koalitionäre sagen selbst, dass es auf dem defizitären Regionalflughafen nicht gerade gut läuft und die Passagierzahlen weit von dem entfernt sind, was einst prognostiziert wurde.

Gut, die Subventionen des Landes sind geringer geworden. Aber ein nach wie vor hohes Defizit ist eben auch nur ein bisschen besser als ein noch höheres zu Beginn der schwarz-grünen Landesregierung vor knapp vier Jahren. Dass der von vielen als Geisterflughafen verspottete Mini-Airport jemals aus dem staatlichen Zuschussbetrieb herauskommt, ist bislang nicht absehbar.

Gut, dass die Verantwortlichen mit Hilfe der Gutachter jetzt wenigstens auf das Prinzip Hoffnung setzen und darauf vertrauen können, die Flugzahlen würden schon noch deutlich steigen. Ob diese Prognose tatsächlich eintreffen wird, bleibt indes die Frage. Wenn es denn wenigstens einen Entwicklungsplan gäbe, der aufzeigt, wie diese Perspektiven umgesetzt werden, könnte die Hoffnung schon ein wenig größer sein.

Die Grünen haben der CDU in der Wiesbadener Koalition einiges an Zugeständnissen abgerungen. Ob es um Ökolandbau geht, Integrationspolitik, entschiedenes Eintreten gegen Diskriminierungen, geschütztes Sozialbudget – da haben sie etwas vorzuweisen. Selbst auf dem schon rein rechtlich schwierigen Terrain der Verkehrspolitik und speziell am Frankfurter Flughafen versucht Minister Tarek Al-Wazir zu tun, was er kann, um den Schutz der Anwohner allen Widrigkeiten zum Trotz zu verbessern. Bei der Entscheidung zum Thema Kassel-Calden aber hat die Partei, die den Ausbau immer abgelehnt hat, eine klare Niederlage gegenüber der CDU eingesteckt. Das sollte sie jetzt nicht schönreden.

politik@fnp.de Bericht auf Seite 1

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