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Ukraine-Krieg: Heftige Explosionen in Lwiw nahe Polen – Putin lässt wohl eigenen General festnehmen

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Von: Florian Naumann, Patrick Mayer

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Im bislang weitestgehend von Kämpfen verschonten Lwiw kommt es am Freitagmorgen zu einer heftigen Explosion. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 18. März, 8.45 Uhr: Russische Soldaten haben nach Angaben des Bürgermeisters von Lwiw eine Werkstattanlage im Flughafenviertel der westukrainischen Stadt nahe der Grenze zu Polen zerstört. „Mehrere Raketen schlugen in einer Fabrik ein, in der Flugzeuge repariert werden“, schrieb der Bürgermeister Andrij Sadowyj am Freitagmorgen auf Facebook. Das Gebäude sei durch den Beschuss zerstört worden. Opfer gebe es bislang keine, der Betrieb der Werkstatt sei zuvor bereits eingestellt worden.

Zeugen berichteten von einer heftigen Explosion. Über dem Gebiet stieg eine dichte Rauchwolke auf. Rettungskräfte seien im Einsatz, erklärte der Bürgermeister weiter. Zuvor hatte Sadowyj von russischem Beschuss auf ein Gelände nahe des Lwiwer Flughafens berichtet, zugleich aber mitgeteilt, dass die Angriffe nicht direkt dem Flughafen gegolten hätten.

Wie die ukrainische Luftwaffe erklärte, wurde die Gegend nach vorläufigen Informationen von vier russischen Marschflugkörpern getroffen, die aus mehreren hundert Kilometern Entfernung vom Schwarzen Meer aus abgefeuert worden waren. Zwei weitere russische Raketen seien von der ukrainischen Luftabwehr abgeschossen worden, bevor sie ihr Ziel erreicht hätten.

Ukraine-Krieg: Putin lässt nach wirrer „Verräter“-Rede wohl eigenen General festnehmen

Update vom 18. März, 8.15 Uhr: Berichten zufolge soll Russlands Machthaber Wladimir Putin einen seiner ranghöchsten Generäle festnehmen lassen haben. „Drei unabhängige Quellen berichten, dass der stellvertretende Chef der russischen Rosgvardia (eine Einheit der inneren Armee der RU, die enorme Verluste in der Ukraine erlitten hat), General Roman Gavrilov, vom FSB festgenommen wurde. Gavrilov hatte zuvor auch im FSO, Putins Sicherheitsdienst, gearbeitet“, twitterte der bulgarische Investigativ-Journalist Christo Grozev. Bereits am Mittwoch hatte Putin in seiner Rede von „Verrätern“ im Ukraine-Krieg gesprochen. Für die Festnahme gibt es bislang keine offizielle Bestätigung.

Ukraine-Krieg: Heftige Explosionen in Lwiw – Raketen haben offenbar Flughafengelände getroffen

Update vom 18. März, 7.15 Uhr: Nahe der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) haben sich am Freitagmorgen heftige Explosionen ereignet. Das berichtete der ukrainische Sicherheitsexperte Anton Heraschtschenko auf seinem Telegram-Kanal. Am Stadtrand sei Feuer und Rauch zu sehen. Beobachtungen von Reportern britischer und polnischer Medien legten nahe, dass mehrere mutmaßlich russische Marschflugkörper am Flughafen der Stadt eingeschlagen seien.

Eine Rauchwolke steigt nach einer Explosion am 18. März 2022 auf. Am Flughafen der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) haben sich am Morgen heftige Explosionen ereignet. Dort seien mehrere russische Raketen eingeschlagen, teilte Bürgermeister Sadowij auf Telegram mit.
Eine Rauchwolke steigt nach einer Explosion am 18. März 2022 auf. Am Flughafen der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) haben sich am Morgen heftige Explosionen ereignet. Dort seien mehrere russische Raketen eingeschlagen, teilte Bürgermeister Sadowij auf Telegram mit. © Uncredited/dpa

Russische Streitkräfte haben nach Angaben des Bürgermeisters von Lwiw das Flughafengelände der westukrainischen Stadt angegriffen. „Raketen haben das Flughafengelände von Lwiw getroffen“, schrieb Bürgermeister Andrij Sadowy am Freitagmorgen auf Facebook. Der Angriff habe den Airport nicht direkt getroffen. Über dem Gebiet stieg eine dichte Rauchwolke auf, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Die Großstadt Lwiw (Lemberg) blieb bislang weitestgehend von den Kämpfen in der Ukraine verschont. Die russische Armee bombardierte jedoch am Sonntag einen ukrainischen Militärstützpunkt in der Gegend nahe der Grenze zum Nato-Partner und EU-Land Polen.

Ukraine-Krieg: Militäreinsätze gegen Russlands Einheiten rund um Kiew

Update vom 18. März, 7 Uhr: Die ukrainische Armee soll nach russischen Angaben binnen 24 Stunden fünfmal fünf Siedlungen in der selbst ernannten Volksrepublik Luhansk (LNR) beschossen haben. Das berichtete die staatliche russische Agentur Tass unter Berufung auf Vertreter der Separatisten in der LNR in der Nacht zu Freitag. Dabei sei in der Kleinstadt Stachanowka eine Metallfabrik beschädigt worden und nun ohne Strom, hieß es im Telegram-Kanal des LNR-Vertreters. In drei weiteren Orten seien zudem insgesamt 18 Häuser und eine Vorschule beschädigt worden. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Update vom 18. März, 6 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge laufen Militäreinsätze, um russische Einheiten aus den Dörfern rund um Kiew zurückzudrängen. Das sagte der Leiter der regionalen Militärverwaltung von Kiew, Olexander Pawljuk, am späten Donnerstagabend (Ortszeit) laut der Agentur Unian im ukrainischen Fernsehen. Es gebe „Widerstand des Feindes“ und dieser verlege seine Einheiten. Er könne aber keine Details nennen, bevor die Operationen nicht abgeschlossen seien, sagte Pawljuk weiter.

Insgesamt sei die Situation in der Region Kiew schwierig, aber „kontrollierbar“. Es sei nicht einfach, Prognosen abzugeben. Am stärksten gefährdet seien weiter die Straße in die westliche Großstadt Schytomyr, die nah an der Kiewer Stadtgrenze liegenden Orte Butscha, Irpin und Hostomel nordwestlich der Hauptstadt und die weiter westlich von Kiew gelegene Stadt Makariw. Es habe auch Beschuss im Bezirk Wyschhorod nördlich der Hauptstadt gegeben.

Ukraine Aktuell: Selenskyj mit Appell – Truppen halten im Krieg mit Russland wichtige Gebiete

Update vom 18. März, 5.35 Uhr: Nach Angaben der ukrainischen Staatsführung halten die Streitkräfte mehr als drei Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs weiter die wichtigsten Gebiete, in die Russlands Armee vorzudringen versucht. Die Truppen antworteten auch auf jeden Angriff russischer Einheiten, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer in der Nacht zu Freitag auf Telegram veröffentlichen Videobotschaft.

Selenskyj richtete sich auch an die Menschen in Städten wie Mariupol im Süden, Charkiw im Osten und Tschernihiw im Norden, die von russischen Truppen belagert werden und teils schweren Schaden durch die Kämpfe genommen haben. Die Bewohnerinnen und Bewohner würden nicht im Stich gelassen, versicherte der Präsident. Von der Armee bis zur Kirche tue jeder alles für die Menschen. Selenskyj versprach ihnen: „Ihr werdet frei sein.“

Ukraine-Krieg: In zerstörtem Mariupol-Theater wohl mehr Menschen als gedacht - Abgeordneter äußert große Sorge

Update vom 18. März, 5.15 Uhr: In dem bombardierten Theater in der ukrainischen Stadt Mariupol könnten sich noch mehr Menschen befunden haben als bisher angenommen. Der ukrainische Abgeordnete Serhij Taruta schrieb in der Nacht zu Freitag auf Facebook, dort seien zuletzt offenbar noch mindestens 1300 Menschen gewesen. Das habe er von Personen erfahren, die im Theater gewesen und aus Mariupol hinausgekommen seien. Davor war der Stadtrat von rund 1000 Personen ausgegangen, die dort Schutz gesucht hatten.

Ukraine-Konflikt - Mariupol Theater
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Aussagen der ukrainischen Abgeordneten Olga Stefanyschyna zufolge wurden am Donnerstag rund 130 Zivilisten aus dem Theater gerettet. Taruta schrieb auf Facebook weiter, es sei noch immer unklar, wie viele Verletzte und Tote es gebe. Es bestehe die Sorge, dass es nach dem andauernden Beschuss der Stadt durch russische Truppen niemanden mehr gäbe, der die Menschen dort retten könne. „Niemand räumt die Trümmer weg.“ Die Rettungsdienste seien durch die russische Blockade faktisch ausgeschaltet worden.

Ukraine-Krieg: Entlarvender Bericht der USA - Russland greift vermehrt zivile Ziele an

Update vom 17. März, 22.27 Uhr: Das russische Militär greift in der Ukraine nach Angaben der US-Regierung vermehrt zivile Einrichtungen an. „Wir haben eine Zunahme der Angriffe auf zivile Infrastruktur und zivile Ziele festgestellt“, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Donnerstag. Gleichzeitig beobachte man stellenweise schwindende Moral bei den russischen Soldaten. „Wir haben keinen Einblick in jede Einheit und jeden Standort. Aber wir haben sicherlich anekdotische Hinweise darauf, dass die Moral in einigen Einheiten nicht hoch ist“, sagte der Beamte.

Beachtenswert sei außerdem, dass das russische Militär darüber nachdenken würde, Nachschub in die Ukraine zu bringen. Man sehe zwar aktuell noch nicht, dass das passiere. Aber allein, dass dies ein Thema sei, sei ein Zeichen für Sorge auf russischer Seite, sagte der Beamte. „Nach drei Wochen fangen sie an, über Nachschub von anderswo nachzudenken, einschließlich der Unterstützung durch Streitkräfte. Und nach zwei Wochen haben sie einen Aufruf für ausländische Kämpfer gestartet, was wir ebenfalls als interessante Entwicklung bezeichnet haben.“

Update vom 17. März, 21.08 Uhr: Über der Großstadt Charkiw hängen dicke, schwarze Rauchwolken. Wie verschiedene Medien berichten, haben russische Luftangriffe den großen Supermarkt Barabashova getroffen. Mit einer Ladenfläche von 300.000 Quadratmetern soll der Markt zu den größten weltweit zählen. Opferzahlen sind derzeit nicht bekannt, rund 70 Personen sind mit den Löscharbeiten beschäftigt.

Update vom 17. März, 19.55 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat Russland Kriegsverbrechen in der Ukraine vorgeworfen, dies aber als seine persönliche Meinung bezeichnet. „Gestern hat Präsident (Joe) Biden gesagt, dass seiner Meinung nach in der Ukraine Kriegsverbrechen begangen worden sind“, sagte Blinken am Donnerstag in Washington. „Ich persönlich stimme dem zu. Das absichtliche Angreifen von Zivilisten ist ein Kriegsverbrechen.“ Er fügte hinzu: „Unsere Experten sind dabei, mögliche Kriegsverbrechen, die in der Ukraine begangen werden, zu dokumentieren und zu bewerten.“

Die US-Regierung hat die russischen Angriffe bislang nicht offiziell als Kriegsverbrechen eingestuft. Biden hatte den russischen Präsidenten Wladimir Putin am Mittwoch allerdings als „Kriegsverbrecher“ bezeichnet. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte im Anschluss: „Er sprach aus seinem Herzen.“ Am Donnerstag bezeichnete Biden Putin als „mörderischen Diktator“.

Krieg in der Ukraine: Putin-Berater spricht von „Säuberung“ Russlands von „Verrätern“

Update vom 17. März, 17.21 Uhr: Nach der Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Rechtfertigung des Militäreinsatzes in der Ukraine hat Kreml-Sprecher Dmitri Peskow die Rhetorik aufgegriffen und erklärt, der Einsatz ermögliche die „Säuberung“ Russlands von „Verrätern“. „In solchen Situationen erweisen sich viele Menschen als Verräter und gehen von selbst aus unserem Leben“, sagte Peskow am Donnerstag. „Das ist eine Läuterung. Andere verstoßen gegen das Gesetz und werden gesetzeskonform bestraft“, fügte er hinzu. Seit dem Beginn des Militäreinsatzes im Ukraine-Konflikt* vor mehr als drei Wochen hat eine große Zahl von Russen ihre Heimat verlassen. „Aber viele Menschen wollen wirklich unseren Präsidenten unterstützen, und das ist die überwältigende Mehrheit“, erklärte Peskow weiter.

In einer Rede vor seiner Regierung, die im Fernsehen übertragen wurde, hatte Präsident Putin am Mittwoch den Militäreinsatz in der Ukraine mit harten Worten verteidigt. Er verglich dabei den Westen und seine Sanktionen gegen Russland mit den Nazis während des Zweiten Weltkriegs. „Jedes Volk, das russische Volk ganz besonders, wird immer in der Lage sein, das Gesindel und die Verräter zu erkennen und sie auszuspucken, wie man eine Fliege ausspuckt, die einem in den Mund geflogen ist. Ich bin sicher, dass eine solche echte und notwendige Selbstreinigung der Gesellschaft unser Land nur stärken wird“, sagte der Kreml-Chef.

Ukraine-Krieg: Gegenseitige Vorwürfe nach Angriff auf Theater in Mariupol - Opferzahl unklar

Update vom 17. März, 14.26 Uhr: Mit großer Sorge verfolgen die Ukraine und die Welt den Ausgang eines Bombenangriffs auf ein Theater in der eingekesselten Stadt Mariupol*: Vor einer Woche hatten sich nach Angaben der Donezker Militärverwaltung rund 1.000 Menschen in dem auch als Luftschutz genutzten Gebäude befunden. Wie viele Zivilisten sich zum Zeitpunkt des Bombardements im Theater aufhielten, ist offenbar unklar. Man gehe von 400 bis 500 Menschen aus, sagte eine Sprecherin laut einem Bericht des Guardian. Andere Quellen sprachen von mehr als 1.000 Menschen.

„Es gibt derzeit keine Informationen über Tote und Verwundete“, sagte die Menschenrechtskommissarin des ukrainischen Parlaments, Ludmyla Denisova, laut CNN. Derzeit liefen Arbeiten, um den Keller des Theaters freizulegen. Luftaufnahmen zeigten, dass auf zwei Seiten des Gebäudes in großen Buchstaben das Wort „Kinder“ angebracht worden war. Denisova bezeichnete den Angriff als Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Dem Bericht zufolge weist Russland die Verantwortung für den Luftangriff von sich. Der Kreml beschuldigt stattdessen das rechtsextreme ukrainische „Bataillon Asow“. Belege dafür gibt es nicht.

Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt das Schauspielhaus von Mariupol am Montag den 14. März 2022. Ukrainischen Behördenangaben zufolge haben sich mehr als 1000 Menschen in dem Theater in der ukrainischen Stadt Mariupol befunden, das am Mittwoch Ziel eines wohl verheerenden Bombenangriffs geworden ist.
Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt das Schauspielhaus von Mariupol am Montag den 14. März 2022. Ukrainischen Behördenangaben zufolge haben sich mehr als 1000 Menschen in dem Theater in der ukrainischen Stadt Mariupol befunden, das am Mittwoch Ziel eines wohl verheerenden Bombenangriffs geworden ist. © Uncredited/dpa

Ukraine-Krieg: „Schreckliche Nacht der Ungewissheit“ um Zivilisten in Theater - Überlebenden-Suche läuft

Update vom 17. März, 12.45 Uhr: Aus dem im Ukraine-Krieg bombardierten Theater in der ukrainischen Stadt Mariupol sind Aussagen einer Parlamentsabgeordneten zufolge bereits rund 130 Zivilisten gerettet worden. „Gute Nachrichten, die wir so dringend brauchen: Der Luftschutzkeller unter dem Theater von Mariupol hat standgehalten. Circa 130 Menschen wurden bereits gerettet“, schrieb Olga Stefanyschyna am Donnerstag auf Facebook. Helfer seien damit beschäftigt, Trümmer zu entfernen und weitere Menschen zu befreien. „Es ist ein Wunder“, schrieb Stefanyschyna.

Zuvor hatte der ukrainische Abgeordnete Serhij Taruta erklärt, dass der Schutzraum der Zivilisten wider aller Befürchtungen nicht zerstört wurde (siehe Update vom 17. März, 10.31 Uhr).

Das Bild zeigt das zerstörte Theater in Mariupol nach einem Bombenangriff am 16. März. In dem Gebäude hatten über 1000 Zivilisten Schutz gesucht.
Das Bild zeigt das zerstörte Theater in Mariupol nach einem Bombenangriff am 16. März. In dem Gebäude hatten über 1000 Zivilisten Schutz gesucht. © Foto: TELEGRAM / pavlokyrylenko_donoda / AFP

Update vom 17. März, 12.38 Uhr: Der Internationale Gerichtshofs der Vereinten Nationen hat am Mittwoch, 16. März, Wladimir Putin aufgefordert, die militärische Gewalt in der Ukraine sofort zu beenden. Russland reagiert darauf mit Ablehnung: „Wir können keine Rücksicht auf diese Entscheidung nehmen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge. „Am Internationalen Gerichtshof gibt es das Konzept des Einvernehmens zwischen den Parteien. Hier kann es keinerlei Einvernehmen geben.“

Die höchsten Richter der Vereinten Nationen hatten am Mittwoch, knapp drei Wochen nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine, angeordnet, dass Moskau die Gewalt beenden muss. Sie gaben damit einer Klage der Ukraine statt. Russland selbst blieb der Verlesung fern. Das Gericht in Den Haag besitzt keine Mittel, um einen unterlegenen Staat zu zwingen, ein Urteil umzusetzen. Es könnte den UN-Sicherheitsrat anrufen. Dort kann Russland jede Entscheidung per Veto blockieren.

Ukraine-Krieg aktuell: Menschen flüchten in Privatautos aus Mariupol - angeblich unter Beschuss

Update vom 17. März, 11.57 Uhr:  Dem Bürgermeister von Mariupol zufolge werden nun Privatautos aus der Stadt gelassen. Insgesamt hätten in den vergangenen zwei Tagen rund 6500 Autos die südukrainische Hafenstadt verlassen können, teilte Wadim Bojchenko in der Nacht zu Donnerstag über Telegram mit. Allerdings habe es keine Feuerpause gegeben. Die Menschen seien unter Beschuss aus der Stadt gefahren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in einer Videoansprache gesagt, die humanitären Korridore im Land hätten am Mittwoch nicht funktioniert. Auch er sagte, die russische Armee habe den Beschuss nicht eingestellt. Die ukrainische Seite sei zu Evakuierungen bereit, könne die Menschen aber nicht Beschuss auf der Straße aussetzen. Bewohnerinnen und Bewohner von Mariupol, denen es trotz allem gelungen sei, in die mehr als 70 Kilometer westlich gelegene Stadt Berdjansk zu kommen, bringe man weiter nach Saporischschja.

Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden. Die Regierungen in Kiew und Moskau geben sich immer wieder gegenseitig die Schuld für gescheiterte Evakuierungsversuche und nicht eingehaltene Feuerpausen.

Derweil sorgen im Netz Fake-Videos* für Aufsehen - von Selenskyj und auch Putin.

Update vom 17. März, 11.22 Uhr: Die Ukraine kündigt Russland einen noch intensiveren Kampf an, falls ihre Hauptstadt Kiew von den Angreifern erobert werden sollte. Von dem Szenario gehe man zwar nicht aus, sagte Olexij Arestowitsch, Berater des Büroleiters von Präsident Wolodymyr Selenskyj, der italienischen Zeitung La Repubblica. „Aber wir haben einen Plan. Wenn wir Kiew verlieren, wird die Regierung weitermachen wie bis jetzt. Der Widerstand geht weiter. Und er wird noch schärfer, weil von einem Wunsch nach Rache geschürt.“ Selenskyj selbst sprach am Donnerstag zum Bundestag - auf seine Rede folgte ein auch im Ausland wahrgenommener Eklat.

Ukraine-Krieg: Mariupol-Katastrophe - Attacken auf Zivilisten, Wasser aus Pfützen, „kein Gebäude unbeschädigt“

Update vom 17. März, 9.15 Uhr: Der stellvertretende Bürgermeister von Mariupol hat im Ukraine-Krieg von katastrophalen Zuständen in der seit vielen Tagen von Russland belagerten ukrainischen Hafenstadt berichtet. Besonders dramatisch sei die mangelnde Wasserversorgung, sagte Serhij Orlow dem Magazin Forbes Ukraine. „Ein kleiner Teil der Menschen kann privat Wasser aus Brunnen entnehmen“, sagte er in dem Interview, das ukrainische Medien am Donnerstag aufgriffen. Da die Heizungen ohnehin nicht mehr funktionierten, entnähmen manche Wasser aus den Heizungsrohren, um es zu trinken. „Manche sagen auch, dass sie es aus Pfützen nehmen. Als es Schnee gab, haben sie den geschmolzen.“

Männer kochen eine Mahlzeit in einer Straße in Mariupol, Ukraine, Sonntag, 13. März 2022.
Männer kochen eine Mahlzeit in einer Straße in Mariupol, Ukraine, Sonntag, 13. März 2022. © Evgeniy Maloletka/dpa

Orlow sagte weiter, 80 bis 90 Prozent der Gebäude in Mariupol seien bombardiert worden. „Kein einziges Gebäude ist unbeschädigt.“ Er warf den Russen vor, gezielt Zivilisten zu attackieren, um so eine Kapitulation der Stadt mit ihren zu Kriegsausbruch 400.000 Einwohnern zu erzwingen. Russland beteuert stets, nur militärische Ziele anzugreifen. Das Schlimmste für ihn sei, den Bewohnern nicht helfen zu können, sagte Orlow: „Eine Mutter ruft an, sie schreit nicht, sie schimpft nicht, sie fragt mit ruhiger Stimme: „Ich halte mein Kind im Arm, es verhungert, was soll ich tun?“ Und du hast keine Antwort auf die Frage.“

Update vom 17. März, 9.07 Uhr: Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine sind im Schwarzen Meer drei unter der Flagge Panamas fahrende Schiffe unter russischen Beschuss geraten. Eines der Schiffe sei gesunken, zwei weitere seien beschädigt worden, sagte Noriel Araúz von der panamaischen Schifffahrtsbehörde am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten. Verletzt worden sei niemand, fügte er hinzu. „Wir wissen, dass drei Schiffe (unter panamaischer Flagge) von russischen Raketen attackiert wurden“, sagte Araúz. Bei dem gesunkenen Schiff handelte es sich demnach um ein Handelsschiff.

Ukraine-News: Russland setzt Tränengas gegen Zivilsten ein – erster bekannter Fall im Krieg

Update vom 17. März, 8.15 Uhr: Russische Streitkräfte sollen dem US-Sender CNN zufolge Tränengas gegen demonstrierende Menschen in der von Russland besetzten Hafenstadt Skadowsk eingesetzt haben. Die Menschen seien friedlich gegen die Inhaftierung ihres Bürgermeisters auf die Straße gegangen, so ein Bürger gegenüber CNN. Demnach hätten russische Truppen am Mittwoch den Bürgermeister Alexander Yakolev, seinen Stellvertreter Alexander Grischenko und den Stadtratssekretär Juri Paljucha festgenommen. Mittlerweile soll der Bürgermeister freigelassen worden sein.

Es ist laut CNN der erste bekannte Fall im Verlauf des Ukraine-Kriegs, in dem Russland Tränengas gegen Ukrainer in besetzten Gebieten einsetzt.

Update vom 17. März, 7.45 Uhr: Beim Einschlag von Trümmerteilen einer abgefangenen Rakete in einem Hochhaus im Osten der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet worden. Drei Bewohner seien in der Nacht zum Donnerstag verletzt worden, teilte der Rettungsdienst am Morgen mit. In einem Video war Feuer in einer Wohnung zu sehen und viele Trümmerteile vor dem mehrstöckigen Haus. Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. Der Rettungsdienst berichtete zudem von erheblichen Zerstörungen in einem oberen Geschoss. Der Rettungsdienst machte zunächst keine Angaben zu den Hintergründen der abgefangenen Rakete. In Kiew werden nach ukrainischen Angaben durch russischen Beschuss auch immer wieder zivile Ziele zerstört.

Ukraine-Krieg: Bombenangriff auf Mariupol-Theater mit mehr als 1000 Zivilisten – trotz „Kinder“-Schriftzug

Update vom 17. März, 5.45 Uhr: Dem Bürgermeister der von russischen Truppen belagerten südukrainischen Hafenstadt Mariupol zufolge werden nun Privatautos aus der Stadt gelassen. Insgesamt hätten in den vergangenen zwei Tagen rund 6500 Autos Mariupol verlassen können, teilte Wadim Bojchenko in der Nacht zu Donnerstag über Telegram mit. Allerdings habe es keine Feuerpause gegeben. Die Menschen seien daher unter Beschuss aus der Stadt gefahren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in einer Videoansprache gesagt, die humanitären Korridore im Land hätten am Mittwoch nicht funktioniert. Auch er sagte, die russische Armee habe den Beschuss nicht eingestellt. Die ukrainische Seite sei zu Evakuierungen bereit, könne die Menschen aber nicht Beschuss auf der Straße aussetzen. Bewohnerinnen und Bewohner von Mariupol, denen es trotz allem gelungen sei, in die mehr als 70 Kilometer westlich gelegene Stadt Berdjansk zu kommen, bringe man weiter nach Saporischschja.

Selenskyj zufolge sind binnen 24 Stunden mehr als 6000 Bewohner Mariupols weiterbefördert worden, darunter 2000 Kinder. Aber auch auf dem weiteren Weg habe es Beschuss in der Region Saporischschja gegeben. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden. Die Regierungen in Kiew und Moskau geben sich immer wieder gegenseitig die Schuld für gescheiterte Evakuierungsversuche und nicht eingehaltene Feuerpausen.

Ukraine-Krieg: Bombenangriff auf Theater in Mariupol mit offenbar mehr als 1000 Schutzsuchenden – trotz „Kinder“-Schriftzug

Update vom 17. März, 5.00 Uhr: Ukrainischen Behördenangaben zufolge haben sich mehr als 1000 Menschen in dem Theater in der ukrainischen Stadt Mariupol befunden, das am Mittwoch Ziel eines wohl verheerenden Bombenangriffs geworden ist. Der Vorfall sei eine „weitere Tragödie“ in der Stadt, schrieb Bürgermeister Wadim Bojchenko in der Nacht zu Donnerstag auf seinem Telegram-Kanal. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einer Videobotschaft, die Menschen hätten dort Schutz vor Beschuss gesucht. Nun sei das Gebäude zerstört. Man habe noch keine Informationen zu Todesopfern.

Auf Satelliten-Aufnahmen des Unternehmens Maxar Technologies ist das Stadttheater (Stand 14. März) vor dem Angriff zu sehen. Klar erkennbar sind auf den Boden geschriebene Wörter vor und hinter dem Gebäude, in dem mehr als 1000 Menschen Zuflucht gesucht haben sollen. Wie fr.de berichtet handelt es sich um das russische Wort „Kinder“.

Ukraine-Krieg: ZDF zeigt erschütternde Bilder aus Mariupol-Krankenhaus - und Leichen im TV

Update vom 16. März, 22.15 Uhr: Das „heute journal“ des ZDF hat am Abend erschütternde Bilder aus einem zerbombten Krankenhaus im ukrainischen Mariupol gezeigt. In den Sequenzen waren auch etliche auf dem Boden aufgereihte und notdürftig abgedeckte Leichen zu sehen, darunter wohl auch Kleinkinder. Es sind seltene Bilder aus der schwer umkämpften Großstadt im Südosten des Landes, über die der russische Machthaber Wladimir Putin und seine Armee mutmaßlich einen Landkorridor auf die Krim errichten wollen.

Dr. Valerij Drengar, ein Arzt aus Mariupol, erzählt dem ZDF, dass die meisten Krankenhäuser nach den Bombardements zerstört seien, die Leichenhallen würden keine Toten mehr aufnehmen. Stattdessen werden diese im Keller der offenbar schwer beschädigten Klinik abgelegt. Schätzungen zufolge seien seit Beginn des russischen Einmarsches 2300 Zivilisten im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Krieg in Mariupol getötet worden, heißt es im Bericht des „heute journal“.

„Eigentlich ist man als Arzt vieles gewohnt, aber diese Bilder hier werde ich nicht mehr aus dem Kopf bekommen“, sagt Mediziner Drengar in dem Beitrag. Am Dienstag konnten laut ZDF rund 20.000 Zivilisten mittels eines Fluchtkorridors aus der Großstadt mit ihren rund 450.000 Einwohnern gerettet werden. Am Mittwoch sei jedoch ein weiterer Flüchtlingskonvoi beschossen worden.

Seltene Einblicke im Ukraine-Krieg: der Arzt Dr. Valeriy Drengar aus Mariupol.
Seltene Einblicke im Ukraine-Krieg: der Arzt Dr. Valeriy Drengar aus Mariupol. © Screenshot ZDF

Ukraine-Krieg: Offenbar vierter russischer Generalmajor bei Gefechten getötet

Update vom 16. März, 19.25 Uhr: Die russischen Truppen sollen im Ukraine-Krieg weiter schwere Verluste erleiden. Im umkämpften Mariupol soll der nächste Generalmajor gefallen sein. In derselben Großstadt im Südosten des Landes soll es an diesem Mittwoch ein Bombardement auf ein Theater gegeben haben, in dem nach ukrainischen Informationen viele Zivilisten Zuflucht gefunden hatten.

+++ In diesem News-Ticker halten wir Sie zum angeblichen Bombardement Hunderter Zivilisten in einem Theater der Stadt auf dem Laufenden. +++

Ukraine-Krieg: Angeblich „heftiger russischer Angriff“ auf Theater mit Zivilisten drin

Update vom 16. März, 19.15 Uhr: Mittlerweile hat auch der Nachrichtensender n-tv berichtet, dass es in Mariupol offenbar ein Bombardement auf ein Theater gegeben haben soll, in dem Zivilisten demnach Schutz gesucht hatten. Zuvor hatten ukrainische Behörden von einer angeblich russischen Attacke auf das Gebäude berichtet. Opferzahlen seien noch nicht bekannt, hieß es von ukrainischer Seite weiter.

Außenminister Dmytro Kuleba sprach in einem Posting bei Twitter von einem „entsetzliches Kriegsverbrechen“, es habe einen „heftigen russischen Angriff auf das Drama-Theater“ gegeben. Unabhängige Informationen gibt es zur Stunde nicht.

Ukraine-Krieg: Angeblich Theater mit Hunderten Zivilisten in Mariupol bombardiert

Erstmeldung vom 16. März: München/Kiew/Mariupol - Aus dem schwer umkämpften Mariupol dringen schlimme Nachrichten nach außen. Wie örtliche Behörden laut der dpa, der BBC und dem Nachrichtenportal The Kyiv Independent berichten, haben russische Einheiten im Ukraine-Krieg* an diesem Mittwoch ein Theater in der südukrainischen Stadt bombardiert.

„Es ist bekannt, dass sich fast tausend Zivilisten aus Mariupol im Theater versteckten. Die Zahl der Toten und Verletzten ist derzeit nicht bekannt. Viele Einwohner von Mariupol versteckten sich mit kleinen Kindern im Theater“, wird Stadtrat Serhiy Orlow in der Ukrajinska Prawda zitiert. Der Kyiv Independent postete bei Twitter ein Foto, das das völlig zerstörte Gebäude zeigen soll. Das Bild stammt von einem Telegram-Kanal für Nachrichten aus Mariupol.

„Ein weiteres entsetzliches Kriegsverbrechen in Mariupol“, twitterte Außenminister Dmytro Kuleba andiesem Mittwoch. „Heftiger russischer Angriff auf das Drama-Theater, wo sich Hunderte unschuldiger Zivilisten versteckt haben.“ Das Gebäude sei vollständig zerstört. „Die Russen müssen gewusst haben, dass dies ein ziviler Unterschlupf war“, meinte das Regierungsmitglied aus Kiew. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine: Mariupol von russischen Truppen eingeschlossen - angeblich Theater mit Zivilisten bombardiert

„Es ist noch immer unmöglich, das Ausmaß dieser furchtbaren und unmenschlichen Tat zu erfassen“, teilte die Stadtverwaltung bei Telegram mit. Der zentrale Bau und der Eingang zum Schutzkeller in dem Gebäude seien zerstört worden, hieß es. Mariupol ist mit seinen fast 450.000 Einwohnern seit Wochen von russischen Truppen eingeschlossen und wird von mehreren Seiten aus beschossen. Hunderttausende Menschen sollen unter katastrophalen Bedingungen in der Stadt am Asowschen Meer eingeschlossen sein. (pm/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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