Durch die Klimakrise können ganze Länder unbewohnbar werden.
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Durch die Klimakrise können ganze Länder unbewohnbar werden.

Forschende warnen

Klimakrise: Gesamte Menschheit könnte im Worst Case aussterben

  • Moritz Serif
    VonMoritz Serif
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Autorinnen und Autoren plädieren für mehr Forschung zu den schlimmstmöglichen Folgen der Erderwärmung. Die Klimakrise könnte zur Katastrophe werden.

Washington D.C. – Der Klimawandel könnte zur Katastrophe werden und nach Ansicht von Expertinnen und Experten im Worst Case dazu führen, dass die Menschheit ausstirbt. Allerdings wisse man bisher zu wenig über Endzeit-Szenarien und deren Wahrscheinlichkeit, schreibt ein internationales Team in der Fachzeitschrift Proceedings.

Im Artikel „Klima-Endspiel: Erforschung katastrophaler Szenarien des Klimawandels“ plädieren die Autorinnen und Autoren für ein umsichtigeres Risikomanagement und mehr Forschung zu den schlimmstmöglichen Folgen der Erderwärmung. Die Welt müsse anfangen, sich auch auf Endzeit-Szenarien durch die Krise vorzubereiten. Bereits jetzt gibt es Klimaauswirkungen wie das Absterben von Korallenriffen.

„Zahlreiche Hinweise, dass der Klimawandel katastrophale Ausmaße annehmen könnte“

„Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass der Klimawandel katastrophale Ausmaße annehmen könnte“, schreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter der frühere und ein aktueller Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber und Johan Rockström.

„Selbst wenn man den schlimmsten Fall von Klimaänderungen außer Acht lässt, ist die Welt auf dem besten Weg, bis zum Jahr 2100 einen Temperaturanstieg zwischen 2,1 und 3,9 Grad zu erleben.“ Dennoch seien die Folgen einer Erwärmung um drei Grad bisher nicht ausreichend untersucht. „Sich einer Zukunft mit beschleunigtem Klimawandel zu stellen, ohne die schlimmsten Szenarien zu bedenken, ist bestenfalls naives Risikomanagement und schlimmstenfalls fatal töricht“, heißt es.

Klimakrise: Ganze Länder könnten unbewohnbar werden

Für den Klimaforscher Niklas Höhne von der Universität Wageningen ist das Worst-Case-Szenario des Aussterbens noch „relativ weit weg“. „Aber davor gibt es Abstufungen“, sagte der Experte, der nicht an dem Artikel beteiligt war. „Dass ganze Landesteile und Länder nicht mehr bewohnbar sind, ist durchaus wahrscheinlich.“

In ihrem Artikel schreiben die Forscherinnen und Forscher über die Ausweitung von Gebieten mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von über 29 Grad Celsius. Laut Modellierungen des Teams könnten bis 2070 zwei Milliarden Menschen in solchen Gebieten leben.

„Es besteht ein ernsthaftes Potenzial für katastrophale Folgewirkungen“

„Bis 2070 werden diese Temperaturen und die sozialen und politischen Folgen zwei Atommächte und sieben Hochsicherheitslabore, in denen die gefährlichsten Krankheitserreger untergebracht sind, direkt betreffen“, sagte Co-Autor Chi Xu von der chinesischen Universität Nanjing: „Es besteht ein ernsthaftes Potenzial für katastrophale Folgewirkungen.“

Hitze und unbewohnbare Gegenden könnten zu Migration, sozialen Unruhen und internationalen Konflikten führen. Besonders gefährlich seien die Auswirkungen auf Kipppunkte, schreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Auch der Weltklimarat (IPCC) habe sich noch nicht ausreichend mit möglichen katastrophalen Folgen des Klimawandels befasst. Keiner der 14 Sonderberichte des IPCCs behandele extreme oder katastrophale Klimaveränderungen. Sie sollten im nächsten Bericht berücksichtigt werden.

Worst Case-Szenarien in der Klimakrise: Höhne hält es für wichtig, Menschen aufzuklären

Höhne hält es für wichtig, Menschen über Worst-Case-Szenarien aufzuklären. „Wir müssen klar kommunizieren, was die Risiken sind. Und auf der anderen Seite sagen: Wir haben es noch in der Hand“, sagte der Forscher. „Wir wissen, wie es geht, wir haben die Technologien und kennen die politischen Maßnahmen. Es ist nicht einmal teuer, langfristig sogar billiger, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen.“ (mse/dpa)

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