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ARCHIV - 29.04.2016, Baden-Württemberg, Ettlingen: ILLUSTRATION - Der Daumen einer Hebamme wird am in einer Praxis von der Hand des neun Tage alten Babys gehalten. (zu dpa "Zweithöchste Geburtenrate seit mehr als 40 Jahren im Land" vom 18.09.2018) Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Komemntar zur Geburtshilfe: Fataler Trugschluss

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Endlich! Endlich erkennt die Politik in Brüssel und in Berlin, dass die Anforderungen an Hebammen enorm gestiegen sind. Das wurde auch Zeit. Bloß: Der Schluss, den Politiker hier wie dort aus dieser Erkenntnis ziehen, ist der falsche. Mehr noch, er ist fatal.

Endlich! Endlich erkennt die Politik in Brüssel und in Berlin, dass die Anforderungen an Hebammen enorm gestiegen sind. Das wurde auch Zeit. Bloß: Der Schluss, den Politiker hier wie dort aus dieser Erkenntnis ziehen, ist der falsche. Mehr noch, er ist fatal.

Statt Hebammen ihre Leistungen angemessen zu vergüten, sollen sie künftig an der Universität studieren. Wozu? Inhalte können auch an der Berufsschule vermittelt werden. Ein „echtes“ Studium mit Bachelor-Abschluss dürfte viele junge Menschen eher abschrecken, die sich für den Beruf interessieren, allein schon, weil sie dafür Abitur brauchen. Bislang reicht ein Realschulabschluss. Hebammen aber werden händeringend gesucht. Schon jetzt finden in Frankfurt werdende Mütter kaum noch eine Wochenbettbetreuung und müssen überlastete Geburtskliniken Schwangere in den Wehen abweisen.

Gefragt sind Konzepte, die den Beruf attraktiver machen – eine bessere Vergütung gehört dazu genauso wie eine politische Lösung bezüglich der horrenden Kosten für die Versicherung. Sicher geht es auch um mehr Anerkennung. Ein politisch verordneter akademischer Titel ist dafür keine Garantie. Frauen, die in den Wehen liegen, ist dieser ohnehin egal – solange die Hebamme ihr Handwerk beherrscht.

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