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29.10.2018, Berlin: Jörg Meuthen (r), Parteivorsitzender der AfD, und Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender der AfD im Bundestag, unterhalten sich in der Bundespressekonferenz. Thema war das Ergebnis der Landtagswahl in Hessen. Foto: Ralf Hirschberger/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Meinung

Kommentar zur AfD: Ihre besten Zeiten sind vorbei

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Für die AfD könnten die besten Zeiten vorüber sein. Wenn die CDU bald ein neues Gesicht an der Parteispitze präsentiert, wird ein Teil der früheren Unionswähler zurückkehren, die aus Ärger über Merkels

Für die AfD könnten die besten Zeiten vorüber sein. Wenn die CDU bald ein neues Gesicht an der Parteispitze präsentiert, wird ein Teil der früheren Unionswähler zurückkehren, die aus Ärger über Merkels Flüchtlingspolitik abgewandert sind. Das gilt vor allem für den Fall, dass Friedrich Merz oder Jens Spahn das Rennen machen. Sie gelten eher als Vertreter des konservativen Flügels, den Merkel vernachlässigt hatte. Doch auch ohne diesen Wechsel hatte sich in Hessen und Bayern angedeutet, dass die Wachstumsmöglichkeiten der AfD in den westlichen Bundesländern begrenzt sind.

Ihre Radikalisierung hat viele bürgerliche Wähler abgeschreckt, die zwar mit den etablierten Kräften unzufrieden sind, aber nicht zu einer Partei wollen, die Rechtsextreme in ihren Reihen hat. Hinzu kommt die auch schon von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel formulierte Sorge, dass die radikalen Tendenzen zu einer Beobachtung durch den Staatsschutz führen könnten. Das würde viele der nicht wenigen AfD-Sympathisanten im Staatsapparat abschrecken.

Der Sündenfall der ursprünglich nur rechtskonservativen AfD vollzog sich 2014 mit ihren Erfolgen bei der Europawahl und vor allem bei Landtagswahlen im deutschen Osten. Dort merkte die Parteispitze, dass sie mit radikalen Tönen viel gewinnen konnte. Während die AfD im Westen kaum über fünf Prozent kam, waren im Osten selbst 20 Prozent schnell drin. Für den Erfolg waren damals auch Bernd Lucke und Frauke Petry viele Mittel recht. Sie bekamen erst spät Skrupel und wurden dann abserviert. Doch auch Strippenzieher Alexander Gauland ahnt, dass die Bäume jetzt nicht mehr in den Himmel wachsen.

Selbst wenn die AfD nächstes Jahr in Sachsen die Wahl gewinnt, dürfte sie bundesweit an Bedeutung verlieren. Zumindest dann, wenn die etablierten Parteien statt auf die Wähler zu schimpfen, sich um die Lösung der Probleme bemühen, die die AfD stark gemacht haben. Ein guter Teil von Abtrünnigen wird so zurückzugewinnen sein. Mit dem verbleibenden und verhärteten Rest wird die AfD dann kaum noch Staat machen können.

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