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ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine alte Frau sieht am 16.06.2010 in Berlin in eine Geldbörse, in der sich nur wenige Cent befinden. Es geht dabei um die große Zahl von Unternehmen, in denen Vereinbarungen zur betrieblichen Altersversorgung bestehen. Der Fall wurde zuvor am Landesarbeitsgericht München verhandelt. (zu dpa "Bundesarbeitsgericht verhandelt darüber, ob geringfügig Beschäftigte künftig einen Anspruch auf betriebliche Altersversorgung haben" vom 17.10.2017) Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Kommentar zur Altersvorsorge: Doppelt ungerecht

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Immer wieder wird appelliert, für das Alter vorzusorgen. Doch die Suppe wird vielen der Menschen versalzen, die auf eine Zusatzrente sparen. Denn der Staat hält die Hand auf. Ob die Zusatzrente aus einer Betriebsrente, aus einer Direktversicherung, einer Pension, einer Riesterrente über den Arbeitgeber oder aus Leistungen aus Versorgungswerken stammt, immer müssen die gesetzlich Pflichtversicherten Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Und zwar den vollen Beitrag, denn die Arbeitgeber sitzen hierbei nicht „hälftig“ mit im Boot. Am Ende des Tages sind es rund 20 Prozent, die dem Arbeitnehmer an seiner angesparten Zusatzrente fehlen.

Immer wieder wird appelliert, für das Alter vorzusorgen. Doch die Suppe wird vielen der Menschen versalzen, die auf eine Zusatzrente sparen. Denn der Staat hält die Hand auf. Ob die Zusatzrente aus einer Betriebsrente, aus einer Direktversicherung, einer Pension, einer Riesterrente über den Arbeitgeber oder aus Leistungen aus Versorgungswerken stammt, immer müssen die gesetzlich Pflichtversicherten Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Und zwar den vollen Beitrag, denn die Arbeitgeber sitzen hierbei nicht „hälftig“ mit im Boot. Am Ende des Tages sind es rund 20 Prozent, die dem Arbeitnehmer an seiner angesparten Zusatzrente fehlen.

Diese Regelung gilt seit 2004, weil die damalige rot-grüne Regierung so den klammen Krankenkassen wieder Geld in die Kasse spülen wollte. Die Betroffenen empfanden das dagegen als eine große Ungerechtigkeit. Viele fühlten sich auch getäuscht, weil dies alles ohne Übergangsregelung für laufende Betriebsrenten und für seit Jahren und Jahrzehnten bestehende Altzusagen ins Leben gerufen wurde.

Für die betroffenen Rentner ist das eine doppelte Ungerechtigkeit, die sie im Alter trifft. Denn zum einen wurden die Krankenkassenbeiträge schon einmal in der Ansparphase aus dem ehemaligen Einkommen geleistet. Zum anderen zahlen Bezieher der gesetzlichen Altersrente, wie alle Arbeitnehmer auch, nur den halben „Kassensatz“. Die andere Hälfte, die früher der Arbeitgeber übernahm, zahlt im Alter die Rentenversicherung. Nur bei der Betriebsrente ist plötzlich alles anders. Nicht weniger ungerecht ist der Umstand, dass alle, die über der gesetzlichen „Freigrenze“ von 152 Euro liegen, in vollem Umfang zur Kasse gebeten werden.

Vor diesem Hintergrund ist die Initiative der CDU-Mittelstandsvereinigung und des SPD-Gesundheitsexperten, Karl Lauterbach, die auch bei den Gewerkschaften auf Wohlwollen stößt, zu begrüßen. Nach deren Wünschen sollen nämlich künftig auf Betriebsrenten nur noch die halben Kassenbeiträge anfallen und aus der Freigrenze von 152 Euro soll ein Freibetrag werden. Das wäre ein richtiger und wichtiger Schritt, um sich von einer Ungerechtigkeit aus der „Hartz-IV-Ära“ zu verabschieden.

politik@fnp.de

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