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ARCHIV - 12.05.2018, Bayern, München: Fußball: Bundesliga, Bayern München - VfB Stuttgart, 34. Spieltag in der Allianz Arena. Präsident Uli Hoeneß (l) und Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef vom FC Bayern unterhalten sich vor dem Spiel. (zu dpa-Meldung: "Bayern will in Athen Serie starten - Rummenigge: Kein Selbstläufer" vom 22.10.2018) Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Kommentar zu Bayern München: Schwer beschädigt

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Natürlich hat der groteske öffentliche Auftritt der Führungsriege von Bayern München am vergangenen Freitag einen tieferen Sinn gehabt.

Natürlich hat der groteske öffentliche Auftritt der Führungsriege von Bayern München am vergangenen Freitag einen tieferen Sinn gehabt. Auch wenn er sich nur den Herren Rummenigge und Hoeneß erschließt. Sie wollten sich in der sportlichen Krise vor die Fußball-Profis stellen, ihnen einen Schutz vorgaukeln, den zu leisten sie tatsächlich nicht im Stande sind. Sie wollten eine Dankes- und Trotzreaktion des Trainers und der Mannschaft provozieren. Das haben sie geschafft – aber zu welchem Preis?

Brandreden sind eine scharfe Munition. Im Fußball hat sie eine begrenzte Haltbarkeit. Im Grunde genommen funktioniert die Brandrede nur einmal pro Saison. Bei Bayern München haben sie diesen Warnschuss schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt abgefeuert. Was bleibt den Bossen da noch, wenn das Team in der Meisterschaft zwar in die Spur zurückfindet, in der Champions League aber ein weiteres Mal nicht liefert? Niko Kovac sollte sich auf seiner Trainerbank nicht allzu sicher fühlen.

Viel schwerer wiegt allerdings der schwere Schaden in der Außendarstellung, den die Bayern-Chefs ihrem Club zugefügt haben. Sie haben ihn in ganz Deutschland zum Gespött gemacht. Sie haben ihren Sportdirektor Hasan Salihamidzic brüskiert. Und sie haben mit ihrem arroganten Gutsherren-Gehabe für Fassungslosigkeit bei langjährigen Weggefährten wie Paul Breitner gesorgt. Was fast noch sprachloser macht: Niemand aus der vielköpfigen Presseabteilung des selbst ernannten Vorzeigeclubs konnte dieses PR-Desaster verhindern.

Letztlich wurde damit aber auch nur eine Münchner Tradition fortgeführt. Als Giovanni Trapattoni damals minutenlang sein Leid heraus schrie, stand der sehr versierte Mediendirektor Markus Hörwick auch hilflos in der Tür, durch die er den Trainer gerne schnell hinaus geschafft hätte.

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