Kommentar zur Börse: Der Trump-Hype

Nach Krise fühlt sich das nicht an, was sich in diesem Jahr an den Finanzmärkten abgespielt hat. In ein paar Tagen, wenn die Bücher kurz geschlossen werden und Bilanz gezogen wird, wird der Deutsche

Nach Krise fühlt sich das nicht an, was sich in diesem Jahr an den Finanzmärkten abgespielt hat. In ein paar Tagen, wenn die Bücher kurz geschlossen werden und Bilanz gezogen wird, wird der Deutsche Aktienindex (Dax) gut und gern 15 Prozent gemacht haben – und das mit einer Rekordmarke jenseits der 13 000-Punkte-Marke im Rücken.

Vor gut zwölf Monaten waren die Zukunftsaussichten und Vorhersagen noch weit zurückhaltender ausgefallen. Beides – Zurückhaltung und Rekordfahrt – hat einen gemeinsamen Nenner: Trump.

Die unerwartete Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat einen wahren Börsen-Hype ausgelöst. Dabei waren die Kurse stets abgebröckelt, hatte Trump in den Umfragen vorn gelegen. Dann aber hofften Finanzwelt und Wirtschaft auf Subventionen, Konjunkturprogramme, weniger Regulierung und niedrigere Steuern.

Bekommen haben sie davon nichts, was die Laune an den Märkten nicht weiter getrübt hat. Immerhin geht die umstrittene Steuerreform nun den Weg durchs Parlament. Ob die Pläne durchkommen, wird sich in dieser Woche klären. Ob die Steuererleichterungen jedoch den gewünschten Aufschwung bringen, ist fraglich.

Die noch amtierende Fed-Chefin bezweifelt dies. Janet Yellen hat mit Weitsichtigkeit und einer offenen Kommunikation die Zinswende in den USA eingeläutet und 2017 den Leitzins dreimal angehoben, ohne die Märkte zu verschrecken. Dieses Kunststück muss ihr europäischer Kollege, Mario Draghi, noch vollbringen. Immerhin setzte auch die EZB die Segel in Richtung Zinswende. Sie wird ihre Anleihekäufe langsam zurückfahren. Über steigende Zinsen wird wohl nicht vor Ende 2018 diskutiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare