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Die Anzeigetafel gibt am 02.12.2014 in Frankfurt am Main (Hessen) im Handelssaal der Börse das Auf und Ab der Kurse am Vormittag wieder. Der Dax hatte zuvor erstmals seit Anfang Juli wieder die Marke von 10 000 Punkten überwunden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Kommentar zur Börse: Weitere Unwuchten

Die Bilanzsaison für das dritte Quartal ist noch relativ jung; doch jetzt schon ist klar, dass das Enttäuschungspotenzial groß ist. Fresenius, HeidelbergCement und SAP trafen (zum Teil bei Weitem) nicht die Erwartungen.

Die Bilanzsaison für das dritte Quartal ist noch relativ jung; doch jetzt schon ist klar, dass das Enttäuschungspotenzial groß ist. Fresenius, HeidelbergCement und SAP trafen (zum Teil bei Weitem) nicht die Erwartungen. Daimler überraschte mit einer neuerlichen Gewinnwarnung. Michelin schockte mit einem ultra-pessimistischen Blick auf den internationalen Reifenmarkt und zog damit auch Aktien von Conti in den Abwärtsstrudel.

Das sind alles keine Nachrichten, die helfen könnten, von den internationalen und politischen Unwägbarkeiten abzulenken. Zu den schwebenden Zollstreitigkeiten, den italienischen Haushaltsproblemen und den Brexit-Unsicherheiten hat sich nun noch die chinesische Wirtschaft dazugesellt. Die ist zwar nur minimal schwächer gewachsen als angenommen, doch sehen Beobachter darin den Beginn eines langsamen Abstiegs. Die Zölle auf US-amerikanische Importe chinesischer Waren und Güter entfalten ihre Wirkung. Damit schließt sich der Kreis. Während China mit den verhängten Gegenzöllen fast am Ende der Fahnenstange angekommen ist, haben die USA noch Luft nach oben. Vor anderen Sanktionen schreckt das Reich der Mitte noch zurück. Würde China keine US-amerikanischen Anleihen mehr kaufen, müsste das Land selbst hohe Verluste für sich einkalkulieren.

Es läuft also alles andere als rund momentan. Kein Wunder, dass sich das Stimmungsbild deutlich eingetrübt hat. Der ZEW-Index, der die Stimmung an den Finanzmärkten wiedergibt, malt auch beim Blick auf die Lage außerhalb Deutschlands ein unschönes Bild. In dieser Woche stehen das Ifo-Geschäftsklima und das von der Gesellschaft für Konsumforschung gemessene Konsumentenvertrauen als weitere wichtige Messlatten an.

Allzu große Erwartungen dürfte niemand haben.

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