+
Die Waffe des Angriffs: eine Tastatur (Symbolbild)

Kommentar

Kommentar zum Datenklau: Der Staat hat funktioniert

Unser Kommentator Christian Deutschländer vertritt eine ganz klare Haltung: Für den Schutz seiner Daten ist jeder selbst verantwortlich. Nicht irgendeine Behörde.

Auf einen Anstieg von Straftaten und ein Murren über Missstände pflegt die politische Debatte drei schnelle Reaktionen: den Ruf nach härteren Strafen, die Forderung nach mehr Polizei/Justizpersonal und mehr Staatswirtschaft. Das sind Reflexe; manchmal wirken sie, sie zeugen jedenfalls von einem noch hohen Vertrauen in die Lösungskompetenz staatlicher Gewalt. Beim aktuellen Problem des Datendiebstahls taugt allerdings nichts davon als Wunderlösung.

Cyber-Attacken auf Politiker kamen aus Kinderzimmer im Vogelsbergkreis

Christian Deutschländer

Die Daten wurden wohl mit vielen Angriffen auf private Accounts Prominenter gestohlen. Das ist verwerflich. Doch weder das BKA noch das Bundesamt für IT-Sicherheit oder sonst eine Behörde können und sollen private Datensätze überwachen, auch nicht von Politikern. Seine Daten zu schützen, ist die Pflicht jedes Einzelnen; da gibt es noch zu viel digitale Sorglosigkeit.

Seehofer kontert Kritik an den Behörden mit dem Verweis auf ihren Erfolg

Der Staat muss die Provider zwingen, Sicherheitslücken zu schließen. Er kommt ins Spiel, wenn Straftaten zu sanktionieren sind. Und dann, wenn es um den Schutz vor Großangriffen auf die Infrastruktur geht. Dass der deutsche Cyber-Sicherheitsapparat (hoffentlich) gewappnet sein sollte, liegt in der Verantwortung der Politik. Der aktuelle Fall taugt nicht als Beleg für Staatsversagen: Der Tatverdächtige wurde schnell gefasst, die Daten wurden eilig Zugriffen entzogen. Das deutet eher darauf hin, dass der Staat hier recht gut funktioniert hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare