+
Die Anzeigetafel gibt am 02.12.2014 in Frankfurt am Main (Hessen) im Handelssaal der Börse das Auf und Ab der Kurse am Vormittag wieder. Der Dax hatte zuvor erstmals seit Anfang Juli wieder die Marke von 10 000 Punkten überwunden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Kommentar zum Dax: Absturz noch nicht vollzogen

Vier Prozent Verlust für den Deutschen Aktienindex (Dax) in einer Woche sind eine Hausnummer. Für viele Beobachter gilt der Dax jetzt als angezählt.

Vier Prozent Verlust für den Deutschen Aktienindex (Dax) in einer Woche sind eine Hausnummer. Für viele Beobachter gilt der Dax jetzt als angezählt. Der Crash nach einem goldenen (Fast-)Jahrzehnt ist fast schon ausgemacht. Allerdings werden sich die Crash-Propheten noch etwas gedulden müssen.

Zweifelsohne hat sich die Lage verschlechtert. Dass die Abschottungspolitik der USA der Weltwirtschaft schadet, hat sich nun auch zum Internationalen Währungsfonds und zur Weltbank herumgesprochen, weshalb jene ja auch ihre Wachstumsprognosen revidiert haben. Der von vielen Beobachtern angenomme Absturz wurde damit allerdings noch nicht vollzogen.

Die Rahmenbedingungen haben sich schon in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Stimmungsindikatoren haben sich eingetrübt, und so langsam hat sich die eingetrübte Stimmung auch in den Auftragsbüchern der Unternehmen niedergeschlagen.

Exportfirmen haben es angesichts drohender Strafzölle nicht leichter, sich an den Weltmärkten durchzusetzen.

Die wegen der bestehenden Unsicherheiten logische Zurückhaltung auf allen Seiten hat das Zeug dazu, die Märkte weiter zu lähmen. Auch unsere Märkte, die ihren Kompass klar in Richtung Wall Street ausrichten und auch weiter ausrichten werden, erkennen das Auseinanderdriften dieser tektonischen Platten.

Noch allerdings kann die deutsche Wirtschaft von ihren Reserven sehr gut leben. Ob die Aktienmärkte diese Einschätzung teilen, darf in der aktuellen Situation bezweifelt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare