+
Bleibt man unter dem jährlichen Grundfreibetrag muss man keine Einkommenssteuer zahlen. Auch Kapitalerträge können steuerfrei bleiben. Foto:Daniel Reinhardt/dpa

Kommentar zum Einkommen: Verfehlter Alarmismus

  • schließen

Als Südhesse müsste man sich eigentlich doppelt freuen: Hessen liegt bundesweit im Verdienst-Ranking hinter Hamburg und Baden-Württemberg auf Platz drei, und in unserem Bundesland rangiert der Süden weit vor Nordhessen. Doch die andere Seite der Medaille ist natürlich, dass die hohen Lebenshaltungskosten im Ballungsraum Rhein-Main den höheren Verdienst praktisch auffressen. In Nordhessen ist das Leben mindestens ein Drittel günstiger als im Raum Frankfurt. Und die Unterschiede bei Miet- und Immobilienpreisen sind noch viel größer. Im Raum Limburg oder Fulda dürfte es etwas teurer sein als im Norden, aber immer noch günstiger als im Rhein-Main-Gebiet.

Als Südhesse müsste man sich eigentlich doppelt freuen: Hessen liegt bundesweit im Verdienst-Ranking hinter Hamburg und Baden-Württemberg auf Platz drei, und in unserem Bundesland rangiert der Süden weit vor Nordhessen. Doch die andere Seite der Medaille ist natürlich, dass die hohen Lebenshaltungskosten im Ballungsraum Rhein-Main den höheren Verdienst praktisch auffressen. In Nordhessen ist das Leben mindestens ein Drittel günstiger als im Raum Frankfurt. Und die Unterschiede bei Miet- und Immobilienpreisen sind noch viel größer. Im Raum Limburg oder Fulda dürfte es etwas teurer sein als im Norden, aber immer noch günstiger als im Rhein-Main-Gebiet.

Deshalb ist der übliche Alarmismus der Linkspartei, die das Ranking „beschämend“ nennt, verfehlt. Die Mär vom abgehängten Osten stimmt nicht mehr. Zwar ist dort im bundesweiten Vergleich der Verdienst so knapp wie die Arbeitsplätze, aber die Lebenshaltungskosten sind weit günstiger als im Westen. Das merkt schon, wer von West- nach Ostberlin fährt.

Eine Studie zur Lebensqualität in Deutschland hat unlängst gezeigt, dass die Unterschiede zwischen Nord und Süd größer sind als zwischen Ost und West. Mit Duisburg, Herne und Gelsenkirchen liegen die drei am schlechtesten bewerteten Städte tief im Westen. Deshalb fordern einige, dass der Solibeitrag, solange er noch läuft, nicht nur dem Osten, sondern als Strukturhilfe auch notleidenden Städten im Westen zugutekommen müsse. Laut Frankfurts Ex-Baudezernent Martin Wentz ist es auch eine Frage intelligenter Stadtplanung, wie man in brachliegenden Städten wieder eine Jobkultur entstehen lassen kann. Doch zur ganzen Wahrheit gehört auch, dass selbst viele Menschen in den Wohlstandsregionen trotz guten Jobangebots kein Traumleben haben. Viele können mit ihrer Arbeit geradeso ihre Existenz im Ballungsraum finanzieren. Und es gibt etliche Polizisten, Krankenschwestern und Erzieher, die das nicht mehr schaffen, obwohl sie prinzipiell sicher nicht schlecht verdienen. In der Folge müssen sie weg von ihrem Arbeitsplatz ziehen.

Insofern sind die von der Berliner Koalition geplanten Mini- Entlastungen bei Steuern und Abgaben völlig unzureichend. Da der Mittelstand der Packesel der Nation bleibt, relativieren sich die guten Brutto-Einkommen auch in Hessen schnell.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare