+

Kommentar zur Eintracht: Auf einem guten Kurs

  • schließen

Zehn Partien, 15 Punkte? Es gab schon Bundesliga-Jahre, in denen ein solcher Kurs gar bis nach Europa geführt hat, wenn man ihn denn bis zum Schluss beibehalten konnte.

Zehn Partien, 15 Punkte? Es gab schon Bundesliga-Jahre, in denen ein solcher Kurs gar bis nach Europa geführt hat, wenn man ihn denn bis zum Schluss beibehalten konnte. Die Startbilanz lässt sich sehen, und trotzdem ist man bei Eintracht Frankfurt natürlich gut beraten, sich nicht zu sehr mit arg frühen Rechenspielen zu befassen. Dafür wird der Trainer schon sorgen. „Wir sind auf einem guten Weg“, urteilte Niko Kovac zurecht in einem ersten Zwischenfazit, dass er für den zehnten Spieltag versprochen hatte, freilich nicht ohne anzufügen: „Aber wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen.“

Das schwache Nachbarschaftsduell in Mainz, das bei diesen Worten am Freitagabend noch nicht lange abgepfiffen war, hatte die passenden Bilder zu dem Nachsatz geliefert. Im Spielaufbau war viel Luft nach oben, für diese Aufgabe ist die Abwehr auch schlechter besetzt als vor einem Jahr – zumindest so lange Hasebes Knie zwickt. Und auch weiter vorne kann man besser mit dem Ball umgehen, als es die Eintracht diesmal tat. Da wiederum vermisst Kovac bewährte Verantwortungsträger wie Fabian und Mascarell. Umso bemerkenswerter, dass die im Sommer wieder runderneuerte Mannschaft trotz ihrer Verletzungsprobleme schon ordentlich gepunktet hat und im vierten Punktspiel hintereinander ungeschlagen blieb.

Dass sie mitreißenden Fußball spielen kann, war beim 2:2 gegen die Branchengröße Borussia Dortmund zu sehen. Derartige Spektakel indes dürften in dieser Bundesliga-Saison voller Abnutzungskämpfe Ausnahmen bleiben. Es geht in der ersten Klasse des deutschen Fußballs so eng wie selten zu, das birgt Chancen und Risiken. Kovac darf da erst einmal hoffen, ein weiteres sorgenfreies Jahr zu erleben. Wie weit es wiederum zum Traumziel Europa ist, hat die Eintracht in der vorigen Rückrunde erfahren. Und in Mainz gerade gemerkt, dass es auf so einem Weg eben nur zu einem kleinen Schritt reicht, wenn man nicht auf jeder Etappe alles in die Waagschale zu werfen vermag.

markus.katzenbach@fnp.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare