US-Präsident Trump

Kommentar: Die ersten 100 Tage

„ . . . Präsident sein umso mehr.“ Nach den ersten hundert Tagen als US-Präsident gibt sich Donald Trump schon ein wenig amtsmüde. Auch an den Finanzmärkten setzt eine gewisse Trägheit ein.

„ . . . Präsident sein umso mehr.“ Nach den ersten hundert Tagen als US-Präsident gibt sich Donald Trump schon ein wenig amtsmüde. Auch an den Finanzmärkten setzt eine gewisse Trägheit ein.

Es hatte viele, sehr viele Ankündigungen gegeben und sehr wenig Konkretes. Dabei liegen Selbstwahrnehmung und Wirklichkeit weit auseinander. Während US-Regierungssprecher Sean Spicer schwärmt, sein Chef habe die Konjunktur „entfesselt“, ist das Bruttoinlandsprodukt der USA im ersten Quartal gerade mal um 0,7 Prozent gewachsen und damit so langsam wie seit 2014 nicht mehr. Große Vorhaben scheitern an ihrer Finanzierbarkeit. Die groß angekündigten Pläne zur Steuerreform gerieten so dünn, dass die Finanzmärkte ihre Rally abbrachen. Selbst die nicht mehr thematisierten Importzölle oder -steuern konnten da Erleichterung bringen.

In den kommenden Wochen könnte es also etwas geerdeter zugehen. Der Haushalt muss festgeklopft, Steuerreformen müssen verhandelt werden. Alles wenig glamourös. An den Finanzmärkten werden derzeit Sieger und Verlierer dieser 100 Tage ausgemacht. Gewinner auf der ganzen Linie sind dabei die großen US-Banken, die sich über laxere Regeln freuen. Auch die Ölindustrie und die Rüstung jubeln, während das Silicon Valley drohende Einwanderungsstopps fürchtet. Der US-Dollar gehört ebenfalls zu den Verlierern. Zuletzt verlor der Greenback gegenüber dem Euro deutlich an Boden, weil der US-Präsident ihn heruntergeredet hatte.

Seit Trumps Wahl hat der Dow Jones 15 Prozent zulegen können. Vieles deutet darauf hin, dass die Party langsam ihrem Ende entgegenblickt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare