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Kommentar: Geht gar nicht

War das lästig. Ohne Internet und soziale Netzwerke konnte die bemitleidenswerte Spezies unserer Volksvertreter über Jahrzehnte die Presse schwerlich umgehen.

War das lästig. Ohne Internet und soziale Netzwerke konnte die bemitleidenswerte Spezies unserer Volksvertreter über Jahrzehnte die Presse schwerlich umgehen. Wer mit seinen Botschaften ins Fernsehen oder in die Zeitung wollte, musste den mal mehr, mal weniger engmaschigen Filter der Journalisten durchdringen. Waren das noch Zeiten!

Und heute? Heute twittert US-Präsident Trump seine „alternativen Fakten“ in die Welt, sendet die Kanzlerin ihre Wahrheit per Video, postet ein jeder Kommunalpolitiker auf Facebook, was er schon immer mal sagen wollte. Das sind paradiesische Verhältnisse für Wahlkampfstrategen und PR-Abteilungen – und denkbar schlechte für die Demokratie. Der Vorfall im Taunus-Ort Hasselbach mag vor dem Hintergrund der gigantischen Möglichkeiten, die Presse zu umgehen, als lässliche Sünde erscheinen. Aber er ist es nicht. Er ist es deshalb nicht, weil er einem Trend folgt, der sich auf allen politischen Ebenen zeigt, der darauf zielt, objektive Information und kritische Bewertung zu verhindern. Das darf sich eine Gesellschaft nicht gefallen lassen – nicht in Washington, nicht in Berlin und nicht in Hasselbach.

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